Leichenblass – die große Korallenbleiche

Ganze Riffe verlieren ihre Farbe, Meeresbewohner und Menschen ihren Lebensraum. Viele unterschiedliche Faktoren tragen zum weltweiten Phänomen der Korallenbleiche bei.

©Anna M. Backes

Bunte Riffe, tropische Archipele, weiße Sandstrände und glasklares Wasser, das ist für viele von uns eine paradiesische Vorstellung. Korallenriffe, der Lebensraum und die Kinderstube von vielen Meeresbewohnern, gelten als eines der Ökosysteme mit der höchsten Biodiversität des Planeten. Durch sie sind im Laufe der Jahrhunderte tausende Inseln entstanden. Die Riffe schützen vor Überflutung, in dem sie als Wellenbrecher vor den Küsten fungieren und ernähren die Menschen die hier ihre Netze auswerfen.

 

Ein Riff besteht aus tausenden Korallen, die über die weißen Kalkskelette wuchern und in Symbiose mit bunten Algen leben, die sie mit Nährstoffen versorgen und ihnen ihr spektakuläres Aussehen verleihen. Endlose, blasse Riffe, die an ein verlassenes riesiges Gebäude erinnern, sind die Folge der Korallenbleiche. Die bunten Algen sind aus diesen Riffen ausgezogen und mit ihnen die Fische, Seesterne, Seepferdchen und viele der anderen Meeresbewohner, deren Kinderstube hier nun geschlossen ist - übrig bleibt nur das Skelett der Koralle aus weißem Kalk.

 

Das Phänomen der Korallenbleiche ist gerade in diesem Jahr so stark, da der El Niño zu einer Erwärmung der tropischen Gewässer geführt hat. Zusätzlich zu dem immer wiederkehrenden Wetterphänomen El Niño trägt der Klimawandel zu einer kontinuierlichen Erwärmung und Versauerung der Ozeane bei. Wird den bunten Algen zu warm stoßen sie ein Gift aus und werden daraufhin von der Koralle abgestoßen. Das Riff erblasst und mit ihm die australischen Wissenschaftler_innen als sie herausfanden, dass bereits über 95% des nördlichen Great Barrier Reefs betroffen sind. Erst wenn das Wasser wieder abkühlt und die Algen zurückkehren, wie weitestgehend bei den bisherigen großen Bleichen geschehen, können die Korallen überleben.

 

Es bleibt zu hoffen ,dass die Bleiche, die noch nie ein so großes Ausmaß erreicht hat, die Stärke besitzt die Australier von der Realität des Klimawandels zu überzeugen und uns alle zum Handeln zu bewegen. Wer beim Schutz der Riffe nur an den Schutz des Lebensraumes der Meeresbewohner denkt, denkt zu kurz. Auch der Lebensraum vieler Küstenbewohner ist durch den Tourismus, die Fischerei oder die Funktion des Riffes als natürlicher Wellenbrecher direkt von den Riffen abhängig.

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