Im Gespräch mit dem neuen UN-Dekade-Jugendbotschafter

Seit Anfang Juni 2016 ist Marvin Manzenberger UN-Dekade-Jugendbotschafter. Der Junior Ranger setzt sich neben seinem Biologiestudium als Sprecher des bundesweiten Junior-Ranger-Programms für den Schutz der Biodiversität ein. Im Interview spricht er unter anderem über konkrete Ziele seines Engagements.

Alle Bilder: © Manzenberger

1. Marvin, du bist kein unbeschriebenes Blatt in der Naturschützer-Szene. Was bewegt dich zu einem derart großen Engagement?

Da kam eins zum anderen: Schon seit langem bin ich in der Natur unterwegs – anfangs mit den Eltern in der Kraxe, später mit Freunden. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr verschiedene Aktivitäten hinzu. Erleichtert wurde das ganz klar von der Lage meines Heimatortes im Bayerischen Wald. Vor mittlerweile zehn Jahren nahm ich im dortigen Nationalpark am Ferienprogramm teil und bin seitdem Junior Ranger. Unsere Aktionen beschränken sich nicht nur auf die Grenzen unseres Parks. Wir nehmen unter anderem auch an bundesweiten Junior-Ranger-Treffen Teil und lernen durch Exkursionen andere Großschutzgebiete kennen, wie den Nationalpark Berchtesgaden. Dort durfte ich nach der Schule mein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Umweltbildung leisten. Besondere Naturerfahrungen, spannende Gespräche mit Naturbegeisterten und das Stück für Stück erworbene Wissen – das alles hat dazu beigetragen, dass ich mich für den Erhalt unserer Umwelt einsetze.

2. Welches Naturthema liegt dir persönlich besonders am Herzen?

Spontan würde ich jetzt antworten, dass es der Leitsatz der Nationalparke „Natur Natur sein lassen“ ist. Im Laufe der Zeit entsteht dort eine Wildnis, in der die Zahnräder der natürlichen Kreisläufe ohne den störenden menschlichen Eingriff ineinander greifen: Viele vom Aussterben bedrohte Arten finden wieder einen Lebensraum. Auf lange Sicht ist ein generelles Umdenken nötig, weil diese „Mustergebiete“ prozentual noch zu wenig vorhanden sind und das Fortbestehen der Populationen auch vom unbedingten genetischen Austausch untereinander abhängt.

3. Welchen Ort in der Natur würdest du einem nahestehenden Menschen als erstes zeigen?

Vermutlich würde ich ihm die Ecken im Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald zeigen, zu denen ich unzählige Male gewandert bin und wo ich schon den einen oder anderen Sonnenauf- und -untergang beobachtet habe, wie auf dem Lusen und dem Dreisessel. Daneben sind noch die Schachten oder auch die Grenzregion von den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald ganz besondere Schmankerl.

4. Was bedeutet für dich biologische Vielfalt?

Für mich heißt Biodiversität, dass wir nur ein kleiner Teil eines hochkomplexen Ganzen sind, voller Abhängigkeiten untereinander. Wie ein gespanntes Netz, das durch die Folgen unseres menschlichen Handelns immer löchriger wird. Wir sind darauf angewiesen: Dieses Wissen breitet sich immer weiter aus, aber der große Wandel – hin zum Bewahren unserer existenziellen Lebensgrundlage – bleibt bislang leider aus.

5. Was sollte jeder Bundesbürger einmal tun, um sich der Bedeutung der biologischen Vielfalt bewusst zu werden?

Einfach raus in die Natur gehen und diese bewusst erleben – ohne Handy und Musik! Man sollte einmal genauer hinsehen und auch auf die eigenen Spuren achten, die man hinterlässt. Das ist auch im täglichen Leben spannend zu beobachten.

6. Was möchtest du mit deinem Engagement speziell für die UN-Dekade erreichen? Hast du konkrete Ziele?

Ich freue mich darauf, mit engagierten Jugendlichen aus vielen unterschiedlichen Bereichen des Umweltschutzes an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Weiterhin bleibt mein Ziel ein weitsichtiger Umgang mit unserer Natur, im Interesse der Art „Mensch“. Über die UN-Dekade bekomme ich zudem die Möglichkeit, meine persönlichen Beweggründe noch mehr Mitmenschen zu erläutern und mich mit ihnen auszutauschen.

 

Zum Porträt von UN-Dekade-Jugendbotschafter Marvin Manzenberger.

 

 

Comments (1)

  1. Sonja Petermaier at 03.06.2016
    Hallo Marvin

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