Wussten Sie schon, dass Spinnenmännchen ihr komplettes Begattungsorgan erst in den zwei Wochen vor der letzten Häutung ausbilden?

In dieser Zeit löst sich rund um das zukünftige Organ viel Gewebe. Forscher fanden in dieser Masse kleine Zellhaufen, aus denen sich in einem metamorphose-artigen Prozess das Begattungsorgan offensichtlich völlig neu bildet. Bei Spinnen war man bisher davon ausgegangen, dass sie sich ohne Metamorphose entwickeln.

Wie die Ergebnisse der neuen Studie zeigen, ähnelt die Entwicklung des Begattungsorgans jedoch in sehr vielen Merkmalen einer Metamorphose, wie sie bei Insekten vorkommt. Die Forscher und Forscherinnen der Universitäten Gießen und Göttingen hatten das Begattungsorgan der Gewächshausspinne (Parasteatoda tepidariorum) untersucht. Dafür wurde auch der in Göttingen neu entwickelte Phasenkontrast-Computertomograph eingesetzt. Die Schwierigkeit lag vor allem darin, dass das Organ sehr klein ist und sich vor der letzten Häutung noch unter dem Außenskelett befindet. 

 

Veröffentlicht wurde die Studie in der Zeitschrift Nature. Wer mehr wissen will: Hier geht’s zum kompletten Artikel.

Die Gewächshausspinne ist in Europa eine häufige Spinnenart und wird in der Roten Liste als ungefährdet eingestuft. | Mad Max, CC 3.0

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