Von Fruchtwechsel, der Vielfalt von Bodenmikroben und gesünderen Pflanzen

Passend zum internationalen Jahr der Böden gibt es gleich zwei neue Studienergebnisse rund um die Vielfalt der Bodenbewohner. Zum einen wurde bestätigt, dass Fruchtwechsel die Vielfalt der Bodenmikroben erhöht. Und zum anderen schützt genau diese Bakteriengemeinschaft auch vor Krankheiten.

Fruchtwechsel und Mikrobenvielfalt

US-Wissenschaftler der Universität Michigan untersuchten die Auswirkungen von Fruchtwechsel auf die Vielfalt der Bodenmikroben. Sie betrieben im wahrsten Sinne des Wortes „Feld“forschung, indem sie verschiedene Parzellen mit Maismonokulturen oder verschiedenen Fruchtwechseln bebauten und den Boden anschließend analysierten.

Die Forscher konnten nachweisen, warum extensive Bewirtschaftung mit häufigen Fruchtwechseln die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit deutlich verbessert: Je abwechslungsreicher der Anbau, desto mehr neue organische Bodensubstanz bildet sich. Denn durch die verschiedenen Pflanzen gelangen unterschiedliche Überreste in den Boden, die von Mikroben verarbeitet werden. Deren Vielfalt und Aktivität steigt im Zuge dessen. Die neue organische Bodensubstanz beinhaltet mehr Nährstoffe wie Stickstoff, sorgt für die Klümpchenbildung der Erde, gibt dem Erdreich so Struktur, ermöglicht das Speichern von Wasser und hilft Erosion zu verhindern.

Mikrobenvielfalt und Pflanzengesundheit

Eine Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie fand heraus, dass Wurzelbakterien noch weit mehr für Pflanzen tun, als die Nährstoffversorgung im Boden zu verbessern: Die „richtige“ Vielfalt an Mikroben im Boden fördert auch Wachstum und Gesundheit der Pflanzen. Als Versuchsobjekt dienten Tabakpflanzen.

Die Idee für den Versuch kam auf, als Tabakpflanzen auf einem seit 15 Jahren genutzten Versuchsfeld zunehmend und immer früher erkrankten und eingingen. Durch die Monokultur und Einfelderwirtschaft hatten sich immer mehr Krankmacher im Boden angereichert. Die Behandlung mit verschiedenen Mischungen aus bestimmten Bodenbakterien brachte die Besserung. Aus einem besseren Verständnis dieser Wechselwirkungen zwischen Mikrobengemeinschaften und Pflanzen erhoffen die Wissenschaftler sich Hinweise darauf, wie man gezielt Pflanzenschutz betreiben kann.

Artikel zur Fruchtwechsel-Studie bei der EU lesen (englisches PDF).

Zur Meldung beim Max-Planck-Institut

Satellitenaufnahmen von Feldern in verschiedenen Phasen der Fruchtfolge. ©„Crops Kansas AST 20010624“ von NASA - http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=17006. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Crops_Kansas_AST_20010624.jpg#/media/File:Crops_Kansas_AST_20010624.jpg

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