Studie zur Biodiversität in Grünanlagen: Natur ja, aber kein Wildwuchs

Grünflächen in unseren Städten werden zunehmend als Wiesen belassen, um die Artenvielfalt zu fördern. Doch immer wieder bemängeln die Anwohner, naturnahes Stadtgrün wirke „unordentlich“, begrenze Freizeitaktivitäten oder sie befürchten Zecken beziehungsweise Allergien.

Ein Forschungsteam um Prof. Leonie Fischer von der Universität Stuttgart, Dr. Lena Neuenkamp von der Universität Bern und Dr. Valentin Klaus von der ETH Zürich untersuchte in einer europaweiten Studie, was die Akzeptanz biodiversitäts-freundlicher Pflegemaßnahmen erhöht.

 

Um herauszufinden, wie die Bevölkerung über die naturnahe Pflege öffentlicher Grünflächen denkt und wie „Natur in der Stadt“ funktionieren kann, befragte die Forschungsgruppe mehr als 2000 Studienteilnehmer/innen in 19 europäischen Städten. Dabei stellten die Wissenschaftler/innen häufig gemähte Rasenflächen, die meist nur sehr wenigen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten, hochwachsenden, naturnahen Wiesenflächen gegenüber. Letztere beherbergen zwar eine deutlich höhere Artenvielfalt und ermöglichen daher spannende Naturbeobachtungen, scheiden aber für Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Ballspielen oder Sonnenbaden aus und wirken insbesondere bei zunehmender Trockenheit eher ungepflegt.

 

„Europaweit befürwortet der Großteil der städtischen Bevölkerung eine Förderung der städtischen Artenvielfalt, und zwar insbesondere dann, wenn dies im Rahmen eines allgemein ‚aufgeräumten‘ und ordentlichen Erscheinungsbildes des öffentlichen Grüns passiert“, fasst Prof. Leonie Fischer vom Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart die Ergebnisse der Studie zusammen.

Die Studie wurde hier veröffentlicht: https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/conl.12718

Ein Großteil der städtischen Bevölkerung befürwortet die Förderung städtischer Artenvielfalt, wenn das Erscheinungsbild „aufgeräumt“ bleibt. | © iStock / Likica83

Ein Großteil der städtischen Bevölkerung befürwortet die Förderung städtischer Artenvielfalt, wenn das Erscheinungsbild „aufgeräumt“ bleibt. | © iStock / Likica83

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld