Gesundheit! Naturapotheke Biodiversität Teil 3 – Von Beifuß, Algen und Skorpionen

Die Natur selbst ist nicht nur eine schier unerschöpfliche Quelle für neue Antibiotika. Auch gegen Erkrankungen finden sich hier zahlreiche Wirkstoffe, sogar solche gegen Krebs.

Skorpion sticht Tumor

Mediziner der Uni Nürnberg fanden heraus, dass das Gift des Chinesischen Goldenen Skorpions Wirkstoffe enthält, die das Wachstum von Hirntumoren stoppen können. Bisher wird das Gift in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gegen neurologische Leiden wie Lähmungen und Schlaganfälle eingesetzt. Abstract zum Skorpiongift gegen Tumore.

 

Tausendsassa Einjähriger Beifuß

Ebenfalls ein breites Wirkungsfeld hat der Malaria-Wirkstoff Artemisinin: Er scheint auch in der Krebstherapie, gegen bestimmte Herpesviren sowie die Wurmkrankheit Bilharziose zu helfen. Artemisinin wird aus dem Einjährigen Beifuß gewonnen. Von diesem gibt es über 200 Arten. Abstract zur Artemisinin-Wirkung in der Krebstherapie.

 

Vom Schädling zum Nützling

Bakterien wie Salmonellen können gegen Tumore eingesetzt werden. Bisher war das Problem, dass das Ausschalten der krankmachenden Wirkung auch die therapeutische Wirkung einschränkte. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung testeten kürzlich probiotische E. coli-Bakterien. Diese sind eher nützlich für Menschen und werden u. a. bei Darmerkrankungen eingesetzt. In Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass sich die modifizierten Bakterien erfolgreich gegen Tumore wenden, ohne dabei auf den Körper giftig zu wirken. Dadurch eignen sie sich gut als Transportmittel für therapeutische Moleküle in Tumore. Meldung beim Helmholtz-Zentrum lesen.

 

Dieser Wirkstoff geht einem auf die Nerven

Periphere Neuropathien sind Schädigungen der Nerven in Armen und Beinen. Dagegen hat ein Wissenschaftlerteam der Uni Düsseldorf nun erfolgreich den Inhaltstoff Parthenolid aus  Mutterkraut (Tanacetum parthenium) getestet. Die Heilpflanze ist bisher vor allem als Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden und Migräne bekannt. Parthenolid beschleunigt als erster Wirkstoff das Nachwachsen von Nervenfasern. Gute Neuigkeiten für Patienten mit krankheits- oder verletzungsbedingten Neuropathien. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

Zur Meldung bei der Uni Düsseldorf.

Parthenolid aus Mutterkraut lässt Nervenfasern schneller nachwachsen. | Von Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen - List of Koehler Images, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=255303

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