Vielfalt News Nr. 77 | 27. November 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchten wir, das Team der UN-Dekade-Geschäftsstelle am DBU Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück, uns von Ihnen verabschieden. Denn die UN-Dekade-Geschäftsstelle zieht um nach Hürth. Ab dem 1. Dezember 2014 sind das nova-Institut und die Agentur intention als Geschäftsstelle für Sie zuständig. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Newsletter.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle herzlich für Ihr bisheriges Engagement im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt danken! Die gute Zusammenarbeit mit Ihnen hat uns sehr viel Freude bereitet. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

Es gibt Neues zur biologischen Vielfalt. 30 deutsche Kleingärtnervereine wurden für besondere soziale, ökologische und städtebauliche Leistungen ausgezeichnet. Kuba, Haiti und die Dominikanische Republik haben eine engere Zusammenarbeit für die biologische Vielfalt beschlossen. Auf der internationalen Artenschutzkonferenz wurden zahlreiche Beschlüsse zum Schutz wandernder Tierarten gefasst.

Ausgezeichnet wurden in den letzten Wochen wieder vier neue UN-Dekade-Projekte und ein neuer UN-Dekade-Beitrag: In Niedersachsen setzen sich VW und NABU für die Wiedervernässung trockengelegter Moore ein. Simon Straetker, einer unserer jungen UN-Dekade-Blogger, fängt in seinem Kurzfilm die Schönheit der Natur im Hochschwarzwald und die Bedeutung von Wasser als Lebenselixier ein. In Bayern greifen Schülerinnen und Schüler das Thema pflanzliche Wirkstoffe in Arzneimitteln und Kosmetik in einem Theaterstück auf. Eine Forschergruppe bei Senckenberg am Meer hat eine neue Methode zur effizienten Arterfassung von Tieren in der Nordsee entwickelt. In Bayern setzt sich die BUND-Ortsgruppe Feucht für die Verwendung von torffreien Produkten durch Verbraucher und Kommunen ein, um wertvolle Moore zu schützen.

Unter Termine und Publikationen stellen wir Ihnen heute zwei neue Filmclips zu vorbildlichen Naturschutzprojekten, ein Dialogforum zu biologischer Vielfalt und Religionen sowie die Weltausstellung Expo vor. Wussten Sie schon, dass Sie lebende Weihnachtsbäume mieten können? Welche Alternativen es zu klassischen Geschenken gibt? Oder, dass Frösche ein Navigationstalent haben?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße aus Osnabrück

Dr. Ute Magiera, Angela Krumme, Dr. Natalie Bergholz und Dr. Franziska Ahnert

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 22.11.2014. Die Sieger des 23. Bundeswettbewerbs "Gärten im Städtebau" stehen fest. Deutschlands wichtigster Ideenwettbewerb zur urbanen Gartenkultur ist eine Art deutsche Meisterschaft der 15.200 Kleingärtnervereine, die alle vier Jahre stattfindet. Das Motto in diesem Jahr lautete: "Gemeinsam gärtnern - gemeinsam wachsen". 30 Medaillen wurden verliehen, um besondere soziale, ökologische und städtebauliche Leistungen der ausgezeichneten Kleingärtnervereine zu würdigen. Integration wird in vielen Vereinen ganz selbstverständlich gelebt, Patenschaften mit Kitas, Schulen oder Seniorenheimen verbinden Generationen und wirken weit über den Gartenzaun hinaus. Gerade in den Städten sind die grünen Oasen zudem ein wichtiger Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen und sorgen so dafür, dass die biologische Vielfalt auch im urbanen Raum nicht verloren geht. Jürgen Sheldon, Vorsitzender der Jury des Bundeswettbewerbs, betonte: „Es ist beeindruckend, was unsere Kleingärtner ehrenamtlich auf die Beine stellen. Alle 30 Finalisten sind herausragende Beispiele dafür, wie wichtig die kleinen Gärten für unsere Städte und Gemeinden sind. Wir sind stolz auf unsere Kleingärtner, die zeigen, wie sich auch mit begrenzten Mitteln viel erreichen lässt - für die Gemeinschaft, die Integration oder die biologische Vielfalt.“ (Quelle: Presseinfo BDG).
  • 15.11.2104. Kuba, Haiti und die Dominikanische Republik haben eine engere Zusammenarbeit für die biologische Vielfalt beschlossen. Die zuständigen Umweltminister unterschrieben dazu eine interministerielle Vereinbarung zur Förderung der nachhaltigen Umweltentwicklung in den drei Ländern über einen Zeitraum von drei Jahren. Die neue Vereinbarung stärkt die bereits bestehende Zusammenarbeit von Kuba, Haiti und der Dominikanischen Republik im Rahmen des Karibischen biologischen Korridors. Ziel ist es, die hohe Artenvielfalt zu erhalten und die örtlichen Gemeinden in eine naturverträgliche Entwicklung zu integrieren. Der Karibische biologische Korridor wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen koordiniert und vom Globalen Umweltfond, dem Welternährungsprogramm und der Europäischen Union gefördert. Die Teilnehmer vereinbarten, Wiederherstellungsarbeiten in degradierten Flächen umzusetzen und Arbeitspläne zur Verbesserung der Lebensqualität der örtlichen Bevölkerung zu entwickeln (Quelle: karibik-news).
  • 10.11.2014. Am 9. November endete die internationale Artenschutzkonferenz in Quito, Ecuador. Die teilnehmenden Vertreter der 120 Vertragsstaaten der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten fassten auf der Konferenz zahlreiche Beschlüsse. Ein wichtiges Thema war der Kampf gegen die Vergiftung von Zugvögeln. Die Staaten nahmen eine Resolution an, die sich für ein Verbot von bleihaltiger Munition innerhalb von drei Jahren ausspricht. Bleivergiftungen zählen zu den häufigsten Todesursachen für einige Vogelarten. Verabschiedet wurde auch ein Aktionsplan zum Schutz von wandernden Singvogelarten in Afrika und Eurasien. Der Eisbär zählt ebenfalls zu den Tierarten, die künftig besser durch die Staatengemeinschaft geschützt werden. Auch verschiedene Arten von Haien und Rochen, die durch Überfischung und Beifang zunehmend in ihren Beständen gefährdet sind, wurden auf die Schutzliste der Bonner Konvention gestellt. Verabschiedet wurde zudem eine Initiative zum Schutz von in Zentralasien vorkommenden Großsäugern wie der Saiga Antilope, der mongolischen Gazelle und dem asiatischen Esel. Ihre Lebensräume wie Steppen, Gebirge und Wüsten sollen geschützt und ihre Zugwege beim Bau von großen Trassen berücksichtigt werden (Quelle: BMUB).

UN-Dekade-Projekte und -Beiträge

  • Der Automobilhersteller Volkswagen (VW) und der Naturschutzbund (NABU) führen seit 2008 gemeinsam das Umwelt-Programm "Moorschutz ist Klimaschutz" durch. Seit dem 18. September 2014 darf sich dieses Programm nun mit dem Titel „Offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ schmücken. Überreicht wurde die Auszeichnung in München von der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf. VW unterstützt den NABU finanziell bei der Wiedervernässung von trockengelegten Mooren in Deutschland. Gemeinsam leisten sie einen wichtigen Beitrag für den heimischen Arten- und weltweiten Klimaschutz. Dazu richteten sie im Jahr 2011 einen deutschen Moorschutzfonds ein, der auch durch öffentliche Fördergelder ergänzt wird. Mittlerweile wurden drei niedersächsische Moore renaturiert und über 925.000 Tonnen CO2 langfristig gebunden. Seit 2013 engagieren sich auch die VW-Mitarbeiter aktiv für Moore in ihrer Region. Bereits fünf Mal haben sie freiwillige Arbeitseinsätze zur Landschaftspflege in Moorregionen durchgeführt. Dr. Kilian Delbrück, Referatsleiter im Bundesumweltministerium und zuständig für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, lobte das Engagement von VW und NABU: „Intakte Moore sind nicht nur hocheffiziente Kohlenstoffspeicher und damit wichtig für den Klimaschutz, sondern auch ein unverzichtbarer Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen: Torfmoos, Sonnentau, einheimische Orchideen, der Hochmoorbläuling oder auch der Moorfrosch sind in unseren heimischen Mooren zu Hause. Das gemeinsame Umwelt-Programm von Volkswagen Financial Services und dem NABU setzt sich aktiv für die Renaturierung der Moore ein und leistet so einen wertvollen Beitrag für die biologische Vielfalt. Das wird nun mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt honoriert. Meinen herzlichen Glückwunsch dazu an die Volkswagen AG und dem NABU!“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Simon Straetker, Jahrgang 1993, ist einer unserer jungen UN-Dekade-Blogger und laut eigener Aussage ein „leidenschaftlicher Filmemacher und Naturschützer aus Löffingen im Hochschwarzwald.“ Diese Leidenschaft für Natur und Kamera spiegelt sich auch in "H2OCHSCHWARZWALD", seinem vierminütigem Kurzfilm im Auftrag der Biodiversität wider. Dieser Film zeigt die Schönheit der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt im Hochschwarzwald und die Bedeutung von Wasser als Lebenselixier für diese biologische Vielfalt auf. In Makroaufnahmen werden Blüten und Insekten in Szene gesetzt, im Zeitraffer zischen Sternschnuppen durch den Nachthimmel über dem Schluchsee und mithilfe einer Drohne wird die Schönheit der Region aus luftigen Höhen gezeigt. Das kreative Werk von Simon Straetker wurde am 19. September 2014 als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Überreicht wurde ihm die Auszeichnung während des Jugendkongresses Biodiversität 2014 von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. „Simon Straetker hat mit großem Engagement einen Film gedreht, der die Schönheit des Schwarzwaldes und die Bedeutung seiner Wasserwege in wunderbaren Bildern für die breite Öffentlichkeit eingefangen hat. Ich freue mich über so viel kreativen Einsatz für unsere heimatliche Natur und zeichne Herrn Straetkers Kurzfilm H2OCHSCHWARZWALD gerne als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt aus“, erklärte Dr. Barbara Hendricks bei der Preisübergabe. Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Es ist schon einige Monate her, dass für das Theaterstück "Die Blaue Perle" die Bühne im Altmühlsee-Informationszentrum in Muhr am See erst in eine Apotheke und dann in einen brasilianischen Urwald verwandelt wurde. Am 26. September 2014 wurde das Theaterprojekt der LBV-Umweltstation Altmühlsee als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Landrat Gerhard Wägemann überreichte diese Würdigung an neun der sechszehn am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie an die für die Inszenierung zuständigen LBV-Mitarbeiterinnen. Die Nachwuchs-Schauspieler im Alter von 13 bis 18 Jahren kommen aus unterschiedlichen Schulen der Region (Stephani-Mittelschule Gunzenhausen, Mädchenrealschule Gunzenhausen, Gymnasium Oettingen, Mittelschule Heidenheim, Realschule Wassertrüdingen). Mit der "Blauen Perle" haben sie ein alltägliches Thema aufgegriffen: Heilpflanzen und pflanzliche Wirkstoffe in Arzneimitteln und Kosmetik. Die Bedeutung der biologischen Vielfalt für den Menschen wird bei diesem Bühnenstück auf unterhaltsame Weise veranschaulicht. Das freute auch die Spitzensportlerin und UN-Dekade-Botschafterin Sabine Spitz: „Das ist schon ein starkes Stück, was die Jugendlichen ins Leben gerufen haben. Mit großem Engagement haben die jungen Menschen gemeinsam mit der LBV-Umweltstation Altmühlsee die Geschichte auf die Beine gestellt und vom Drehbuch bis zum Bühnenbild alles selbst entwickelt. Und damit dem Thema der biologischen Vielfalt auf der Bühne eine schöne Ehrung erwiesen! Ich bin begeistert und freue mich, wenn diese Idee fortgesetzt wird!“, so die Mountainbike-Olympiasiegerin. Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Der UN-Dekade-Botschafter und Klimaschützer Arved Fuchs weiß: „Um Veränderungen der Meeresfauna als Folge von Klimawandel und menschlichen Einflüssen zu beobachten, sind schnelle Bestimmungsmethoden nötig.“ Denn es sind bereits über 226.000 Arten aus den verschiedensten Tiergruppen in den Weltmeeren bekannt. Die korrekte Bestimmung der Arten ist jedoch häufig schwierig und zeitaufwendig, besonders bei Jungtieren, Larven, Eiern oder wenn nur Gewebestücke vorliegen. „Genau hier setzt die "Molekulare Arterfassung der Fauna der Nordsee" an“, erklärt der Klimaschützer Arved Fuchs. „Die Arbeitsgruppe um Dr. Michael Raupach hat eine effiziente Bestimmungsmethode für ökologisch und ökonomisch bedeutsame Arten in der Nordsee entwickelt. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für den Schutz der heimischen biologischen Vielfalt. Ich gratuliere den beteiligten Wissenschaftlern herzlich zur verdienten Auszeichnung!“ Dr. Michael Raupach und sein Team vom Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung bei Senckenberg am Meer freuten sich sehr über die Auszeichnung am 8. Oktober 2014. Er erklärte die Bedeutung der neuen Methode: „Eine genaue Identifizierung von Arten ist essentiell zur Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Lebensraums oder der Bewertung eines Biotops. Und auch in der Lebensmittelkontrolle ist eine genaue Artbestimmung von hoher Bedeutung – etwa bei der Frage, welcher Fisch im Fischfilet verarbeitet wurde.“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Bundesweit werden durch die Verwendung von torfhaltiger Blumenerde jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Torf von Kommunen und privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern verbraucht. Kritisch an diesem Verbrauch ist vor allem, dass Torfmoos nur sehr langsam wächst, etwa um einen Millimeter pro Jahr. Es dauert daher rund 1.000 Jahre bis ein Kubikmeter Torf neu gebildet wird. Die Zerstörung der Moore hat jedoch gravierende Auswirkungen auf die dort lebenden, hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten, die teilweise bereits vom Aussterben bedroht sind. Zudem speichern intakte Moore viel Treibhausgas und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Sie speichern auch große Mengen an Wasser und verringern damit die Gefahr von Hochwasser. Aus diesen Gründen informiert die BUND-Ortsgruppe Feucht seit etwa fünfzehn Jahren über torfhaltige bzw. torffreie Produkte. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kommunen zur Nutzung von torfreien Alternativen zu motivieren. Ihnen soll aufgezeigt werden, dass sie durch ihr Handeln zum Schutz der Moore als Lebensräume für spezialisierte Arten und als Speicher von Treibhausgasen beitragen können. Dazu wurden eine wetterfeste Wander-Ausstellung und Informationsmaterialien zum Gärtnern ohne Torf entwickelt. Dieses Engagement wurde am 25. September 2014 als UN-Dekade-Beitrag "Kompost statt Torf. Rettet die Moore." ausgezeichnet. Mehr über diesen Beitrag erfahren Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Zwei neue Filmclips zu Naturschutzprojekten, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert werden, sind erschienen. Die Filme zeigen beispielhaft, wie Naturschutz im Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung heute erfolgreich funktionieren kann. Ein dreieinhalb-minütiger Filmbeitrag ist dem WWF-Projekt "Perspektive Lebendige Unterems" gewidmet. In weniger als 20 Jahren haben Vertiefungen und Begradigungen der Unterems zu einer massiven Verschlechterung der hiesigen ökologischen Verhältnisse geführt. Dies geschah, um der Meyer Werft in Papenburg die Auslieferung von immer größeren Kreuzfahrtschiffen zu ermöglichen. In Kooperation mit BUND, NABU, der TU Berlin und im Dialog mit allen Akteuren entwickelte der WWF tragfähige Lösungsszenarien, die nun Gegenstand eines Masterplans des Landes Niedersachsen für die Renaturierung der Unterems sind. Ein weiterer vierminütiger Filmbeitrag hat zwei von der DBU geförderte Projekte für Biberschutz und Bibermanagement im Blick. Das pelzige Tier erobert sich seine früheren Lebensräume in Deutschland zurück. Oft gibt es dabei Konflikte, etwa wenn die neu gebauten Biberdämme Agrarflächen unter Wasser setzen. Der NABU in Laatzen hat deshalb ein integratives Konzept zum Biber- und Auenschutz entwickelt, das landwirtschaftliche Belange berücksichtigt und auf andere Gebiete übertragbar ist. Wie der Biber gezielt für den Schutz von Feuchtgebieten eingesetzt werden kann, demonstrieren dagegen Wissenschaftler der Universität Freiburg: Im Schutzgebiet Wurzacher Ried haben sie untersucht, wie der eingewanderte Biber aktiv zum Schutz einer der bedeutendsten Moorflächen Europas beitragen kann - ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger Naturschutzstrategien. Die beiden Filme finden Sie hier auf Youtube.
  • Am 25. und 26. Februar 2015 findet im Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn das Dialogforum "Religionen und Naturschutz - Gemeinsam für biologische Vielfalt" statt. BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel erläuterte das Anliegen: „Seit vielen Jahren erleben wir starken Rückgang der biologischen Vielfalt. Das stellt vor allem für die kommenden Generationen einen großen Verlust dar. Religionen vermitteln bereits seit Jahrhunderten Regeln und Verhaltensweisen, die das Ziel haben, die Natur zu achten, mit ihr pfleglich umzugehen, sie zu schützen und nachhaltig zu nutzen.“ Ziel des Dialogforums ist ein intensiver Austausch zwischen den Naturschutzakteuren aus Wissenschaft, Administration und Praxis sowie verschiedener Religionsgemeinschaften. Dabei sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden, wie die biologische Vielfalt gemeinsam erhalten werden kann. Die Vorbereitungsgruppe des Forums mit Vertretungen von Buddhismus, Christentum, Islam und Judentum benannte hierzu erste Ideen, wie eine interreligiöse Woche der biologischen Vielfalt, die Einrichtung interreligiöser Teams im Bereich der Bildung und einen kontinuierlichen Austausch der Religionen für den Naturschutz. Das Dialogforum wird vom Abrahamischen Forum in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Rat und dem Umweltreferat der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vorbereitet. Interessenten an dem Dialogforum können sich an das Abrahamische Forum wenden. Sie erhalten Mitte Januar 2015 eine Einladung zu der Tagung. Die Kontaktadresse lautet yk@interkultureller-rat.de (Quelle: BfN).
  • Von Mai bis Oktober 2015 findet in Mailand die Weltausstellung Expo statt. Das Thema heißt: "Feeding the Planet, Energy for life" – den Planeten ernähren, Energie fürs Leben. Ein Dialog zwischen internationalen Akteuren soll Fragen beantworten wie: Ist es möglich, Wasser und Nahrung für die gesamte Welt­bevölkerung zu garantieren? Gibt es neue Lösungen, ohne die biologische Vielfalt der Erde zu beeinträchtigen? 144 Länder beteiligen sich an der Ausstellung. Das 110 Hektar große Messegelände ist wie eine klassische römische Stadt angelegt, mit symmetrischen Straßen, Kanal und künst­lichem See, der von Pavillons umgeben ist. An der Südseite des Sees befindet sich ein Frei­luft­theater mit 9.000 Plätzen. Urlauber können die Ausstellungen in den Pavillons erkunden, bei Kochvorführungen zusehen oder an Verkostungen teilnehmen. Das Tages­ticket für einen Erwachsenen kostet online 32 Euro (Quelle: test.de).

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... Sie einen lebendigen Weihnachtsbaum mieten können? Der sogenannte HAPPY TREE kommt alle Jahre wieder: Außerhalb der Feiertage lebt er mit seinen Artgenossen auf einer Plantage in Ihrer Nähe. Zu Weihnachten können Sie Waldemar, Baumgard oder Tanneliese dann wieder bei sich willkommen heißen. Der Baum wird Ihnen zugestellt und Anfang Januar auch wieder abgeholt. Sie können dann zusammen mit ihm die Feiertage verbringen und müssen Ihren Baum dabei nur ein wenig pflegen. Wie, das verrät Ihnen HAPPY TREE natürlich. In diesem Jahr funktioniert das Baummieten leider nur in Köln und Düsseldorf, aber eine Ausweitung des Angebots ist geplant! Mehr erfahren Sie bei HAPPY TREE.
  • ... sehr gute Alternativen zu klassischen Weihnachtsgeschenken gibt? An Weihnachten dreht sich viel um Konsum. Viele Produkte richten bei ihrer Herstellung jedoch Schäden für Mensch und Umwelt an. Es gibt aber auch Weihnachtsgeschenke, die Gutes in der Welt bewirken. Utopia stellt Ihnen zum Beispiel fünfzehn solcher Geschenke vor, darunter Insektenhotels, Bienenpatenschaften, Schafe für Familien in Äthiopien, Mietgärten und das Klimasparbuch - ein kleines Ratgeber- und Gutscheinbuch für klimafreundliche Läden, Restaurants und Unternehmen in verschiedenen deutschen Städten. Auch unsere Jugendbotschafterin Zarah Thiel hat sich in ihrem Blogbeitrag mit Alternativen zur alljährlichen Geschenkejagd beschäftigt. Sie empfiehlt dabei, Zeit statt Zeug zu schenken, also lieber gemeinsame Ausflüge, Erlebnisse oder praktische Hilfe zu verschenken. Eine weitere Alternative ist es, Weihnachtsgeschenke selbst zu machen. Ideen dazu finden sich beispielsweise hier.
  • ... manche Frösche ein eingebautes Navi haben? Frösche gelten als ortstreu und wenig schlau, beides lässt keinen ausgeprägten Orientierungssinn vermuten. Doch diese Ansicht wurde nun von Forschern wiederlegt, die Glanzschenkel-Baumsteigerfrösche im Amazonas-Regenwald untersuchten. Diese farbenfrohen Gesellen meistern eine besondere Herausforderung bei der Aufzucht ihrer Jungen: Sie tragen ihre Kaulquappen über Stunden oder gar Tage auf dem Rücken zu Wasserstellen, die teils weit verstreut liegen – und legen dabei mitunter einige hundert Meter durch das Unterholz zurück. Dennoch fanden sie pfeilgenau ihren Weg. Die Forscher vermuten, dass sich die Tiere im Laufe ihres Lebens eine mentale Karte der Umgebung anlegen. Diese nutzen sie, um den direkten Weg nach Hause zu finden (Quelle: Spektrum).

Copyrightangaben

© der angezeigten Bilder: DBU Zentrum für Umweltkommunikation, Obst-Gen-Garten Bad Schönborn, Volkswagen Financial Services, Kindergarten St. Barbara und Christel Schiefer.

Das UN-Dekade-Team aus Osnabrück verabschiedet sich (v.l.n.r.): Dr. Ute Magiera, Angela Krumme, Dr. Natalie Bergholz und Dr. Franziska Ahnert. © DBU Zentrum für Umweltkommunikation
Das UN-Dekade-Team aus Osnabrück verabschiedet sich (v.l.n.r.): Dr. Ute Magiera, Angela Krumme, Dr. Natalie Bergholz und Dr. Franziska Ahnert. © DBU Zentrum für Umweltkommunikation
Gärten dienen nicht nur als Oasen der biologischen Vielfalt in der Stadt, sie sind auch wichtige Orte der Begegnung. Zu diesen Orten gehört auch das UN-Dekade-Projekt Obst-Gen-Garten Bad Schönborn. © Obst-Gen-Garten Bad Schönborn
Gärten dienen nicht nur als Oasen der biologischen Vielfalt in der Stadt, sie sind auch wichtige Orte der Begegnung. Zu diesen Orten gehört auch das UN-Dekade-Projekt Obst-Gen-Garten Bad Schönborn. © Obst-Gen-Garten Bad Schönborn
Vogelnest in einer Hainbuchenhecke © Thomas Wagner, BDG
Vogelnest in einer Hainbuchenhecke © Thomas Wagner, BDG
Ein Schwerpunkt auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Ecuador war der Schutz der Zugvögel vor den vielfältigen Gefahren auf ihrem alljährlichen Flugweg zwischen Brutgebiet und Winterquartier. © Werner Sterwerf
Ein Schwerpunkt auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Ecuador war der Schutz der Zugvögel vor den vielfältigen Gefahren auf ihrem alljährlichen Flugweg zwischen Brutgebiet und Winterquartier. © Werner Sterwerf
Olaf Tschimpke und Gerhard Künne nahmen von Ulrike Scharf die UN-Auszeichnung „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ entgegen. © Volkswagen Financial Services
v.l.n.r.: Olaf Tschimpke (NABU-Präsident) und Gerhard Künne (Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Leasing GmbH) nahmen von Ulrike Scharf (Bayerische Umweltministerin) die UN-Auszeichnung „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ entgegen. © Volkswagen Financial Services
Nebelleuchten im Moor © Andreas Köck
Nebelleuchten im Moor © Andreas Köck
Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergibt die UN-Dekade-Auszeichnung an den Nachwuchsfilmemacher Simon Straetker. © Peter Himsel
Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergibt die UN-Dekade-Auszeichnung an den Nachwuchsfilmemacher Simon Straetker. © Peter Himsel
Sonnenaufgang auf dem Feldberg © Simon Straetker
Sonnenaufgang auf dem Feldberg © Simon Straetker
Neun der 16 beteiligten „Nachwuchs-Schauspieler“ mit Landrat Gerhard Wägemann, LBV-Vorsitzendem Ludwig Sothmann, Heidrun Albrecht, Martina Widuch und Bürgermeister Dieter Rampe. © LBV-Umweltstation
Neun der 16 beteiligten „Nachwuchs-Schauspieler“ mit Landrat Gerhard Wägemann (rechts), LBV-Vorsitzendem Ludwig Sothmann (Mitte), Heidrun Albrecht (Leiterin der LBV-Umweltstation Altmühlsee, Dritte von links), Martina Widuch (Initiatorin des Projekts „Die Blaue Perle“, Zweite von links) und Bürgermeister Dieter Rampe (links). © LBV-Umweltstation
Dr. Michael Raupach und Prof. Dr. Pedro Martinez Arbizu mit den Auszeichnungen.© Thorben Hofmann (DZMB/Senckenberg am Meer)
Dr. Michael Raupach (Leitung AG Molekulare Taxonomie mariner Organismen; links) und Prof. Dr. Pedro Martinez Arbizu (Leitung DZMB/Senckenberg am Meer; rechts) mit den Auszeichnungen. © Thorben Hofmann (DZMB/Senckenberg am Meer)
UN-Dekade-Botschafter und Polarforscher Arved Fuchs setzt sich für den Klimaschutz ein. Sein Motto: "Klimaschutz und Biodiversität werden zum zukunftsbestimmenden Element zwischen den Völkern. Nur gemeinsam können wir die Probleme lösen." © Arved Fu
UN-Dekade-Botschafter und Polarforscher Arved Fuchs setzt sich für den Klimaschutz ein. Sein Motto: "Klimaschutz und Biodiversität werden zum zukunftsbestimmenden Element zwischen den Völkern. Nur gemeinsam können wir die Probleme lösen." © Arved Fuchs
Messe-Stand des Bund Naturschutz OG Feucht auf der Messe Freizeit- und Garten 2013 in Nürnberg. © Bund Naturschutz OG Feucht
Messe-Stand des Bund Naturschutz OG Feucht auf der Messe Freizeit- und Garten 2013 in Nürnberg. © Bund Naturschutz OG Feucht
Auch das Projekt "Schöpfung" des Kindergartens St. Barbara verbindet Religion und biologische Vielfalt © Kindergarten St. Barbara
Auch das Projekt "Schöpfung" des Kindergartens St. Barbara verbindet Religion und biologische Vielfalt: Kindergartenkindern werden konkrete Handlungsoptionen für den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und ihrer Umwelt angeboten. © Kindergarten St. Barbara
Der Biber findet beispielsweise einen Lebensraum in den renaturierten Auenwäldern des UN-Dekade-Projektes "Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe". © Großprojekt "Mittlere Elbe"
Der Biber findet beispielsweise einen Lebensraum in den renaturierten Auenwäldern des UN-Dekade-Projektes "Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe". © Großprojekt "Mittlere Elbe"
Auch in der von der UN-Dekade ausgezeichneten Goitzschen Wildnis in einem ehemaligen Tagebaugebiet haben sich Biber wieder angesiedelt. © Heidecke/Goitzsche Wildnis
Auch in der von der UN-Dekade ausgezeichneten Goitzschen Wildnis in einem ehemaligen Tagebaugebiet haben sich Biber wieder angesiedelt. © Heidecke/Goitzsche Wildnis
Mehr über den Biber erfahren Kinder und Jugendliche über das UN-Dekade-Projekt und mobile Naturpädagogik-Angebot "Bibermobil". © Alfred Leiß
Mehr über den Biber erfahren Kinder und Jugendliche über das UN-Dekade-Projekt und mobile Naturpädagogik-Angebot "Bibermobil". Der NABU Wetterau setzt den charismatischen Biber als Flagschifftierart für pflanzliche und tierische Lebensgemeinschaften an Fließgewässern und Auen ein. © Alfred Leiß
Über die Alternative HAPPY TREE freuen sich potentielle Weihnachtsbäume. © Christel Schiefer
Über die Alternative HAPPY TREE freuen sich potentielle Weihnachtsbäume. © Christel Schiefer
Nikolaus
Nikolaus
Frösche gucken navigationstechnisch doch nicht in die Röhre. © Desiree Schwers
Frösche gucken navigationstechnisch doch nicht in die Röhre. © Desiree Schwers
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