Vielfalt News Nr. 73 | 4. September 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Neuigkeiten zur biologischen Vielfalt. Im Nationalpark Unteres Odertal wurden die ersten von rund 10.000 Jungstören ausgewildert. Nordrhein-Westfalen will mit einer neuen Strategie den Erhalt von heimischen Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen sichern. Wissenschaftler haben eine globale Road Map entwickelt, um Zielkonflikte zwischen Straßenbau und Naturschutz künftig zu begrenzen.

Wir gratulieren heute dem UN-Dekade-Projekt des Monats August 2014, der Förderung von alten Hutewaldeichen als Lebensstätte für bedrohte Käferarten auf einem aktiven Truppenübungsplatz. Stimmen Sie nun wieder ab für Ihren Favoriten des Monats September. Ausgezeichnet wurden in den letzten Wochen außerdem drei neue UN-Dekade-Projekte und ein neuer UN-Dekade-Beitrag: In Berlin steigert Slow Food mit seiner Arche des Geschmacks die Nachfrage nach lokalen und traditionellen Lebensmitteln. Im Dreiländereck von Schweiz, Deutschland und Frankreich sind drei regionale Verbände seit über zehn Jahren gemeinsam für artenreiche Streuobstwiesen aktiv. Im Nationalpark Eifel bieten Ranger-Touren mit gebärdensprachlicher Begleitung ein barrierefreies Naturerlebnis. Auf Rügen vermittelt die Baumwipfelpfad-Comic-Rallye Kindern und Jugendlichen spielerisch die biologische Vielfalt vor Ort.

Unter Termine und Publikationen stellen wir Ihnen heute den Tag der Tropenwälder vor. Zusätzlich möchten wir Sie aufmerksam machen auf einen Online-Speiseplanmanager für Bio-Kost und das Green Radio zu aktuellen Umweltthemen. Wussten Sie schon, dass Beschäftigte in begrünten Büros produktiver sind? Dass Urzeitwürmer die Atmosphäre stabilisiert haben und Elefanten eine der feinsten Nasen haben?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 29.08.2014: Die ersten von etwa 10.000 Jungstören wurden im Nationalpark Unteres Odertal ausgewildert. Hier finden die Tiere, die aus Aufzuchten der Gesellschaft zur Rettung des Störs stammen, gute Lebensbedingungen vor. Das Auswildern der Jungstöre im Unteren Odertal soll dazu beitragen, den vom Aussterben bedrohten Stör im gesamten Ostseegebiet wieder heimisch zu machen. Es ist eine der Maßnahmen in einem groß angelegten und langfristigen Vorhaben, das mit der Förderung des Bundesamtes für Naturschutz in Deutschland begann und heute Projektpartner von Dänemark bis Finnland vereint. Die freigelassenen Jungstöre werden erst in ungefähr 15 Jahren als Elterntiere in ihre Heimatgewässer zurückkehren. Nur die Einbindung von vielen verschiedenen Partnern und Unterstützern kann ihren Schutz über einen solch langen Zeitraum sichern. Erst wenn stabile, sich selbst erhaltende Bestände der Tiere aufgebaut wurden, können die Störe auch nachhaltig befischt werden. „Umso erfreulicher ist die aktive und engagierte Beteiligung der Fischerei an diesem langfristigen Ziel“, freut sich Dr. Jörn Geßner, der das Wiederansiedlungsprogramm am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin koordiniert. Das zeige, dass sich Naturschutz und Nutzungsgedanken nicht ausschließen müssen. Das Projekt für die Wiederansiedlung der Störe in der Nord- und Ostsee wurde am 25. September 2013 als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet.
  • 27.08.2014. Laut Umweltministerium sind inzwischen knapp 45 Prozent der in Nordrhein-Westfalen heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ganz verschwunden. Mit einer neuen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt will das Land dieser Entwicklung nun gegensteuern. Ein umfangreiches Paket mit rund 150 Maßnahmen soll den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen für das nächste Jahrzehnt sichern helfen. „Das wilde NRW ist bedroht“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei der Vorstellung des Strategie-Entwurfs in Düsseldorf. „Wenn wir den Verlust der Artenvielfalt begrenzen wollen, müssen wir für intakte Ökosysteme sorgen“, betonte der Umweltminister. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören Schutzprogramme für besonders gefährdete Arten, die Halbierung des täglichen Flächenverbrauchs bis 2020 von derzeit zehn auf fünf Hektar und die Wiederherstellung naturnaher Agrarlandschaften. Auch die Ausweisung eines zweiten Nationalparks im Gebiet der Senne in Ostwestfalen-Lippe wird angepeilt. Der Strategie-Entwurf geht nun in die Anhörung mit Naturschutz-, Waldbauern- und Jagdverbänden sowie mit Städten und Gemeinden. Voraussichtlich Ende des Jahres will das Landeskabinett die Strategie beschließen. (Quelle: dpa / ksta.de).
  • 27.08.2014. Die Zerschneidung der Landschaft nimmt weltweit immer stärker zu. Bis zur Mitte des Jahrhunderts werden voraussichtlich 25 Millionen Kilometer neue Straßen den Globus umspannen. Sie sind wichtig für den Fortschritt, zerstören jedoch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Weil sie den Zugang in bisher abgelegene Waldgebiete erleichtern, ermöglichen sie dort auch neue Waldrodungen, vor allem in den Urwäldern Südamerikas und Südostasiens. Wissenschaftler entwarfen daher eine globale Road Map, um den Zielkonflikt zwischen Straßenbau und Naturschutz künftig auf ein Minimum zu begrenzen. „Straßen“, sagt der Forscher William Laurance, „sind wie die Büchse der Pandora: Deshalb müssen wir das Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Schutz der Artenvielfalt ausbalancieren.“ Er und seine Kollegen trugen über zwei Jahre Daten zu den Regionen, in denen Menschen siedeln, Waren produzieren oder Handel treiben und zu den Hotspots der Artenvielfalt zusammen. Sie erstellten aus diesen Informationen eine Weltkarte, auf der farblich abgestuft mögliche Konfliktzonen zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Erhalt der biologischen Vielfalt ins Auge springen. Der Forscher Andrew Balmford zieht Bilanz der Studie: „Es war keine leichte Arbeit, aber ich denke, wir konnten die bedeutendsten Flecken auf dem Globus identifizieren.“ (Quellen: globalmagazin.com, alert-conservation-org).

UN-Dekade-Projekte und -Beiträge

  • Sie haben entschieden! "Nachhaltiges Wohnen in der Huteeiche - altes Holz mit Zukunft für Eremit, Heldbock & Co" ist Sieger der Online-Abstimmung und damit das UN-Dekade-Projekt des Monats August. Von insgesamt 229 Stimmen wurden 117 für die Förderung von alten Hutewaldeichen als Lebensstätte für bedrohte Käferarten abgegeben. Wir gratulieren dem Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt und der Bundeswehr zu diesem Erfolg! Sie pflegen auf dem aktiven Truppenübungsplatz Altmark wertvolle Eichenbestände für den Heldbock und andere geschützte Käferarten. Die Tiere leben in alten, massiven Eichen mit ausladender, besonnter Krone. Weil diese Bäume in der heutigen Kulturlandschaft immer seltener werden, ist der Heldbock (Cerambyx cera) in Deutschland bereits vom Aussterben bedroht. Zur Unterstützung der seltenen Käferarten wird auf einer Fläche von über 7.500 Hektar ein Netz von Eichengruppen in der militärisch genutzten Heidelandschaft geschaffen. Damit sollen die bislang isolierten Populationen der nur sehr gering mobilen Arten miteinander verbunden werden. Am 26. Mai 2014 überreichte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt an das Gefechtsübungszentrum, Bundeswehr-Dienstleistungszentrum und den Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt. Dabei lobte sie die Projektpartner mit den Worten „8.000 Huteeichen brauchen ein Team!“ Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
  • „Um seltene Kulturpflanzen und Nutztierrassen vor dem Aussterben zu bewahren, werden die Bamberger Hörnla, der Bremer Scheerkohl und das Murnau Werdenfelser Rind mit 45 weiteren Sorten und Rassen von Slow Food als Passagiere auf der "Arche des Geschmacks" mitgenommen“, erläuterte die Jurorin Dr. Elsa Nickel bei der Auszeichnung des UN-Dekade-Projektes am 3. Juni 2014 in Berlin. Die Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium weiß: „Unter diesen wohlklingenden Bezeichnungen verbergen sich die Kartoffel des Jahres 2008, der Schnittkohl und eine erhaltenswerte Rinderrasse aus dem Alpen- und Voralpengebiet.“ Frei nach dem Motto "Essen, was man retten will" möchte Slow Food Deutschland e.V. mit seiner Arche die Nachfrage nach lokalen und traditionellen Lebensmitteln, die am Markt nicht bestehen können, steigern. Weltweit wurden bereits 1.450 Kulturpflanzen, Nutztierarten und Lebensmittel in die internationale Arche des Geschmacks aufgenommen. „Slow Food versteht es wirklich gut, Lust darauf zu machen, diese Vielfalt zu erleben, sozusagen zu erschmecken und als Konsumentin oder Konsument gezielt nach den Produkten Ausschau zu halten“, bekräftigt Dr. Elsa Nickel. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann einen Vorschlag für einen potenziellen Arche-Passagier bei Slow Food einreichen. Eine Jury entscheidet dann, ob das Produkt aufgenommen wird. So leistet die Arche des Geschmacks nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, sondern sichert auch das kulinarische Erbe einer Region und fördert unsere Esskultur. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
  • Am 13. Juni 2014 wurde die "Grenzüberschreitende Förderung der Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt" in Binzen von Bürgermeister Andreas Schneucker als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Dabei lobte er die langjährige Zusammenarbeit der Projektpartner Franz Preiss vom NABU Südbaden, Francoise Schmit von SVS/Birdlife Schweiz und Bertrand Scaar vom französischen Vogelschutzverband LPO Alsace. Seit über zehn Jahren sind die drei regionalen Verbände gemeinsam für artenreiche Streuobstwiesen im Dreiländereck von Schweiz, Deutschland und Frankreich aktiv. Sie mähen die Obstwiesen, pflanzten und pflegen rund 4.000 Hochstammobstbäume und säen nektarreiche Blütenpflanzen als Insektennahrung aus. Für den Steinkauz und andere bedrohte Vogelarten schaffen sie Nistmöglichkeiten. Ihre Arbeit trägt Früchte, denn inzwischen brüten über 180 Steinkauzpaare in Südbaden und im Elsass. Begleitend wird die regionale Bevölkerung über die artenreichen Streuobstwiesen informiert und Säfte, Trockenfrüchte und Marmeladen vermarktet, um zur Nutzung und Pflege der wertvollen Lebensräume zu motivieren. Dieses Engagement begeisterte auch Dr. Franziska Ahnert aus der UN-Dekade-Geschäftsstelle: „Biologische Vielfalt macht nicht an unseren Ländergrenzen halt. Deshalb freut es mich, dass das Projekt einen grenzenlosen Artenschutz im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und der Schweiz fördert. Streuobstwiesen sind wertvolle Oasen der biologischen Vielfalt: Für uns Menschen, die die Produkte der Wiesen genießen können, aber auch für unzählige Tiere, die dort einen Unterschlupf finden. Ich gratuliere diesem zukunftsweisenden Modell zur Bewahrung der europäischen Vielfalt!“ Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
  • Seit der Gründung des Nationalparks Eifel führen Rangerinnen und Ranger auf Wanderungen durch das Großschutzgebiet. Ein Teil dieser kostenlosen Führungen wird seit 2007 durch eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher in deutscher Gebärdensprache begleitet. Für schwerhörige Menschen werden außerdem Hörverstärker für Hörgeräte bereitgestellt. Die Rangerinnen und Ranger wurden durch Schulungen und die enge Kooperation des Nationalparks mit dem Gehörlosenheim Euskirchen mit der Gebärdensprache vertraut gemacht. Sie wissen, dass sie auf ihren Führungen langsamer reden müssen, um der Dolmetscherin oder dem Dolmetscher genug Zeit zum Abbilden ihrer Worte zu geben. So werden der Nationalpark Eifel und seine einzigartige biologische Vielfalt für alle Menschen erlebbar – egal ob oder wie gut sie hören können. Dieser engagierte Einsatz für ein barrierefreies Naturerlebnis wurde am 18. Juni 2014 von Jurymitglied Prof. Karl-Heinz Erdmann mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt gewürdigt: „Mit dem Projekt "Inklusion im Nationalpark: Ranger-Touren mit gebärdensprachlicher Begleitung" zeigt der Nationalpark modellhaft, dass Naturerlebnisse für alle möglich gemacht werden können. Mich begeistert die große Professionalität dieses Angebots in der Praxis und die beispielgebende Kooperation mit unterschiedlichen Partnern - wie der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo e.V.), dem Gehörlosenheim Euskirchen, der Louis-Braille-Schule für Blinde in Düren oder der Anna-Freud-Schule Köln“, erläuterte der Mitarbeiter des Bundesamtes für Naturschutz. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
  • Mit der "Baumwipfelpfad-Comic-Rallye" werden Themen der biologischen Vielfalt zeitgemäß und jugendgerecht vermittelt. Junge Besucherinnen und Besucher des Baumwipfelpfades auf Rügen erhalten ein farbiges Booklet mit einer Comicgeschichte. Darin durchstreift ein junger Seeadler auf der Suche nach dem Weg zum Adlerhorst den Wald und lernt dabei die biologische Vielfalt seiner Umgebung kennen. Das Heft enthält Fragen, deren Antworten auf fünfzehn Tafeln entlang des Baumwipfelpfades zu finden sind. Bei richtiger Beantwortung der Hälfte der Fragen können sich die Jugendlichen und Kinder nach der Tour einen kleinen Preis als Belohnung abholen. Ziel des Frage-Antwort-Spiels ist es, dass sich die Kinder mit der jeweiligen Umgebung und Landschaft auseinandersetzen. Die richtigen Antworten beziehen sich konkret auf den regionalen Standort und die hier zu beobachtenden Phänomene. Für diese spielerische Vermittlung der biologischen Vielfalt vor Ort an die junge Generation wurde die Comic-Rallye des Naturerbe Zentrums RÜGEN am 22. Juli als UN-Dekade-Beitrag ausgezeichnet. Mehr Informationen zu dem Beitrag finden Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Am 14. September ist Tag der Tropenwälder. Der vom WWF initiierte Aktionstag weist seit 1989 jährlich auf die drohende Zerstörung der Regenwälder hin. Tropenwälder gelten als Schatztruhe der biologischen Vielfalt – rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben dort. Zugleich sind die Wälder Lebensraum, Lebensgrundlage und Speisekammer für Millionen von Menschen, die direkt im und vom Wald leben. Darüber hinaus produzieren sie Sauerstoff und speichern Kohlendioxid. Sie sind Wasserspeicher, schützen vor Überschwemmungen und bewahren den Boden vor Erosion. Tropische Regenwälder gelten außerdem als größte Apotheke der Welt. Bis jetzt ist nur ein kleiner Teil der dortigen Pflanzen auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel untersucht worden. Doch weltweit hat der Mensch bereits mehr als die Hälfte der Wälder vernichtet und die Entwaldungsrate ist nach wie vor ungebremst. Rund um den Globus gehen jedes Jahr 13 Millionen Hektar Wald verloren – so viel wie 35 Fußballfelder pro Minute. Illegaler Holzeinschlag, Brandrodung oder Umwandlung von Wald in Ackerflächen, Palmölplantagen und Rinderweiden sind die Hauptursachen. Dabei schwindet der meiste Wald in den artenreichen Tropen. Nach Schätzungen des WWF werden jeden Tag bis zu 150 Arten in Folge der Waldzerstörung ausgerottet. Zehntausende tropische Pflanzenarten und seltene Tiere wie Waldelefanten, Orang-Utans und Tiger sind akut bedroht. Die globale Waldzerstörung ist trägt zudem maßgeblich zum Klimawandel bei. Doch jede und jeder von uns kann im Alltag etwas dazu beitragen, den Verlust dieser wertvollen Schatzkammer an biologischer Vielfalt zu verringern. Beispielsweise durch den Griff zu Produkten aus Recyclingpapier beim Einkauf von Hygieneartikeln, Schul- und Büromaterial etc. Am besten vermeiden Sie auch unnötige Wegwerfprodukte aus Papier, wie Coffee-to-go-Becher, Papierteller und Verpackungsmaterial. Bei Holzprodukten zeigt das Siegel FSC an, dass die Produkte aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen. Kaufen Sie am besten nur Holzprodukte, bei denen Holzart und Holzherkunft genau deklariert sind. Auch wer weniger Fleisch isst, unterstützt den Waldschutz, denn die Viehhaltung ist wesentlich an der Abholzung von Wäldern beteiligt. Durch das Vermeiden von Produkten mit Palmöl – oft versteckt unter der Bezeichnung "pflanzliche Fette" oder "Pflanzenöl" – tragen Sie zur Erhaltung artenreicher Urwälder und der dort lebenden Orang-Utans bei. (Quellen: WWF, WWF PM, Robin Wood, Rettet den Regenwald).
  • Für alle, die eine gesunde und ökologische Außer-Haus-Verpflegung für Kinder und Jugendliche in Kindergärten, Schulen oder Horten anbieten möchten, gibt es nun eine hilfreiche Unterstützung: Das Internetportal Biospeiseplan.de zeigt Ihnen anschaulich, wie Sie auf Bio-Kost umstellen können. Hier finden Sie ernährungsphysiologisch ausgewogene und saisonal abgestimmte Sechs-Wochen-Speisepläne, die entsprechend des Alters und der Anzahl Ihrer Gäste berechnet sind. Die Speisepläne sind hinterlegt mit praxiserprobten Rezepten und entsprechenden Einkaufslisten sowie Kostenkalkulationen. Für alle staatlichen, städtischen, kirchlichen und gemeinnützigen Einrichtungen sowie freie Träger ist die Rezeptdatenbank kostenfrei. Sie finden dort außerdem wissenswerte Hintergrundinformationen und Tipps für Küche und Einkauf. Mehr über die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt erfahren Sie auch auf der Webseite zum aktuellen UN-Dekade-Schwerpunkkthema.
  • Interessieren Sie sich für die Hintergründe aktueller umweltpolitischer Debatten? Für das, woran Forscherinnen und Forscher gerade arbeiten? Für neue Lösungen im Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz? Solche Informationen zu aktuellen Themen aus Umwelt und Nachhaltigkeit können Sie jeden Donnerstag im Green Radio hören. Green Radio ist ein Gemeinschaftsprojekt vom deutschlandweiten Onlineradio detektor.fm und dem Umweltbundesamt (UBA). Das Ergebnis hören Sie jeden Donnerstag auf detektor.fm und jederzeit auf der UBA-Webseite oder Ihrem mp3-Player.

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... Büro-Pflanzen Ihre Produktivität erblühen lassen? Das fanden Forscher nun bei Untersuchungen in zwei großen Bürogebäuden in Großbritannien und den Niederlanden heraus. Über mehrere Monaten hinweg, stellten sie Pflanzen in die Büros und entfernten diese wieder. Während der begrünten Phase waren von jedem Arbeitsplatz aus mindestens zwei Gewächse sichtbar. Parallel befragten die Forscher die Beschäftigten nach der Arbeitsatmosphäre und analysierten ihre Produktivität. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Beschäftigten an Arbeitsplätzen mit Pflanzendekoration 15 Prozent mehr Arbeitsleistung erreichen. Die gesteigerte Leistung liegt den Forschern zufolge daran, dass die Angestellten durch den Effekt der Pflanzen körperlich, geistig und emotional besser auf die Arbeit eingestellt waren. Sie berichteten von gesteigerter Zufriedenheit, besserer Luftqualität und mehr Konzentrationsfähigkeit. Leider entspreche das grüne Büro nicht dem Trend des Zeitgeistes, bei dem die Funktionalität des Arbeitsplatzes im Vordergrund stehe. „Arbeitgeber sollten ihre Neigung zu nüchternen Büros überdenken“, so Forscher Marlon Nieuwenhuis, „nicht nur zum Wohl der Beschäftigten, sondern auch im Hinblick auf den Erfolg des Unternehmens.“ (Quelle: bdw).
  • ... Urzeitwürmer die Atmosphäre stabilisiert haben? Vor rund 540 Millionen Jahren begann auf der Erde eine bis heute andauernde Phase mit relativ stabilen Sauerstoffkonzentrationen in der Atmosphäre. Damals brachte die Evolution auch die ersten größeren Organismen hervor, die den Meeresboden durchwühlten, zum Beispiel Würmer. Diese Tiere griffen in die Stoffkreisläufe der Ozeane ein, was letztendlich auch die Atmosphäre beeinflusste. Aufgrund vom Modellierungen vermuten Wissenschaftler, dass die tierischen Aktivitäten in den Sedimenten der Ozeane einen stabilisierenden Effekt auf die Sauerstoffkonzentrationen der Atmosphäre hatten. (Quelle: idw).
  • ... der muskulöse Rüssel der Elefanten auch eine der feinsten Nasen ist? Der Rüssel ist ein echtes Allzweckwerkzeug: Mit ihm ertasten Elefanten feinste Strukturen, tragen aber auch schwere Lasten und erschnüffeln ihre Umgebung. Wie extrem fein der Geruchsinn der Dickhäuter ist, belegten Forscher nun durch eine Genanalyse. Entscheidend sind die Geruchsrezeptoren in der Nase, deren Baupläne jeweils auf bestimmten Riechgenen liegen. Man geht davon aus, dass die Anzahl der Rezeptoren und ihrer Gene ungefähr verrät, wie gut ein Tier Düfte wahrnehmen kann. Beim Vergleich von 13 Säugetieren hatte der Afrikanische Elefant buchstäblich die Nase vorn: „Sein Genom enthielt 2.000 funktionierende und mehr als 2.200 deaktivierte Riechgene – das ist mit Abstand das größte Repertoire unter allen untersuchten Tierarten“, berichten die Forscher. Es sind immerhin doppelt so viele Riechgene wie beim Hund und fünf Mal mehr als beim Menschen. Der Elefant übertrifft selbst die Ratten, die bisher als die Supernasen unter den Säugetieren galten. Berichten zufolge können Afrikanische Elefanten sogar Massai und Kamab, zwei in Kenia lebende Volksstämme, an ihrem Geruch unterscheiden. (Quelle: bdw).

Naturpark Habichtswald in Nordhessen. © Franziska Matthias
Naturpark Habichtswald in Nordhessen. © Franziska Matthias
Junger Europäischer Stör (Acipenser sturio), auch Baltischer Stör genannt, für ein Auswilderungsprogramm. © Philipp Freudenberg
Junger Europäischer Stör (Acipenser sturio), auch Baltischer Stör genannt, für ein Auswilderungsprogramm. © Philipp Freudenberg
Im Rahmen des UN-Dekade-Projektes für den Europäischen Stör werden auch Jungstöre in der Elbe ausgesetzt. © M. Ebert
Im Rahmen des UN-Dekade-Projektes für den Europäischen Stör werden auch Jungstöre in der Elbe ausgesetzt. © M. Ebert
Dem Waldbewohner Wildkatze geht es heute besser als vor sechs Jahren. Das liegt vor allem am Einsatz der Naturschützer, beispielsweise in dem UN-Dekade-Projekt "Rettungsnetz für die Wildkatze". © Thomas Stephan/BUND
Dem Waldbewohner Wildkatze geht es heute besser als vor sechs Jahren. Das liegt vor allem am Einsatz der Naturschützer, beispielsweise in dem UN-Dekade-Projekt "Rettungsnetz für die Wildkatze". © Thomas Stephan/BUND
Der Lebensraum Grünland schrumpfte in NRW seit 1970 durch Bebauung, Zersiedelung und Landwirtschaft um mehr als 40 Prozent. In den Jahren 2009 bis 2013 gingen bundesweit sieben Prozent (82.000 Hektar) des für den Arten- und Klimaschutz wertvollen Grünl
Der Lebensraum Grünland schrumpfte in NRW seit 1970 durch Bebauung, Zersiedelung und Landwirtschaft um mehr als 40 Prozent. In den Jahren 2009 bis 2013 gingen bundesweit sieben Prozent (82.000 Hektar) des für den Arten- und Klimaschutz wertvollen Grünlands verloren. Für seine Erhaltung setzen sich auch einige UN-Dekade-Projekte wie das "Günztal Weiderind" ein. © Susanne Mölle, Kempten
Auszeichnung von "Nachhaltiges Wohnen in der Huteeiche" (v.l.n.r.): Norbert Malacek (Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Burg), Prof. Dr. Beate Jessel (Bundesamt für Naturschutz), Rainer Aumann (Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt) und Oberstleut
Auszeichnung von "Nachhaltiges Wohnen in der Huteeiche" (v.l.n.r.): Norbert Malacek (Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Burg), Prof. Dr. Beate Jessel (Bundesamt für Naturschutz), Rainer Aumann (Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt) und Oberstleutnant Michael Knoke (Gefechtsübungszentrum Altmark). © Marcus Rott, Bundeswehr
Auszeichnung des UN-Dekade-Projektes „Die Arche des Geschmacks“ (v.l.n.r.): Dr. Elsa Nickel (Bundesumweltministerium), Nina Ruge und Veronica Veneziano (Slow Food Deutschland e.V.).
Auszeichnung des UN-Dekade-Projektes „Die Arche des Geschmacks“ (v.l.n.r.): Dr. Elsa Nickel (Bundesumweltministerium), Nina Ruge und Veronica Veneziano (Slow Food Deutschland e.V.).
Arche-Passagier: Das Bamberger Hörnla zählt zu den ältesten Kartoffelsorten Deutschlands. © Stefan Abtmeyer
Arche-Passagier: Das Bamberger Hörnla zählt zu den ältesten Kartoffelsorten Deutschlands. © Stefan Abtmeyer
Auszeichnung "Grenzüberschreitende Förderung der Streuobstwiesen" (v.l.n.r.): Bertrand Scaar (LPO Alsace), Francoise Schmit (SVS/Birdlife Schweiz), Binzens Bürgermeister Andreas Schneucker und Franz Preiss (NABU). © NABU Bezirksverband Südbaden
Auszeichnung "Grenzüberschreitende Förderung der Streuobstwiesen" (v.l.n.r.): Bertrand Scaar (LPO Alsace), Francoise Schmit (SVS/Birdlife Schweiz), Binzens Bürgermeister Andreas Schneucker und Franz Preiss (NABU). © NABU Bezirksverband Südbaden
Der Steinkauz ist ein typischer Bewohner der Streuobstwiesen in Südbaden. © NABU Südbaden
Der Steinkauz ist ein typischer Bewohner der Streuobstwiesen in Südbaden. © NABU Südbaden
Eine Dolmetscherin des Gehörlosenheims Euskirchen übersetzt die Erläuterungen des Rangers während der Führung. © Nationalpark Eifel
Eine Dolmetscherin des Gehörlosenheims Euskirchen übersetzt die Erläuterungen des Rangers während der Führung. © Nationalpark Eifel
Die Baumwipfelpfad-Comic-Rallye des Naturerbe Zentrums RÜGEN. © Naturerbe Zentrum RÜGEN
Die Baumwipfelpfad-Comic-Rallye des Naturerbe Zentrums RÜGEN. © Naturerbe Zentrum RÜGEN
Die Tropenstiftung OroVerde setzt sich vielseitig für den Schutz der Regenwälder ein – beispielsweise mit dem UN-Dekade-Projekt "Schüler schützen Regenwälder". © OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Die Tropenstiftung OroVerde setzt sich vielseitig für den Schutz der Regenwälder ein – beispielsweise mit dem UN-Dekade-Projekt "Schüler schützen Regenwälder". © OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Naturnaher Buchenwald
Naturnaher Buchenwald
Umweltbildung zum Thema Regenwald: Durch das UN-Dekade-Projekt "Weil wir es wert sind" werden Jugendliche motiviert, sich für den Erhalt des Tropenwaldes zu interessieren und engagieren. © OroVerde
Umweltbildung zum Thema Regenwald: Durch das UN-Dekade-Projekt "Weil wir es wert sind" werden Jugendliche motiviert, sich für den Erhalt des Tropenwaldes zu interessieren und engagieren. © OroVerde
Eine nachhaltige Lebensweise erhält die biologische Vielfalt. © Rat für Nachhaltige Entwicklung. Foto: André Wagenzik
Eine nachhaltige Lebensweise erhält die biologische Vielfalt. © Rat für Nachhaltige Entwicklung. Foto: André Wagenzik
Büro-Dschungel: Pflanzen im Büro lassen die Produktivität erblühen.
Büro-Dschungel: Pflanzen im Büro lassen die Produktivität erblühen.
Fossil eines Priapoliden-Wurms Ottoia, gefunden im Burgess Schiefer des kanadischen Yoho-Nationalparks. © Foto: Martin Brasier, University of Oxford
Fossil eines Priapoliden-Wurms Ottoia, gefunden im Burgess Schiefer des kanadischen Yoho-Nationalparks. © Foto: Martin Brasier, University of Oxford
Genauere Analysen ergaben, dass Elefant und Nagetiere im Laufe der Zeit besonders viele neue Riechgene hinzugewonnen haben. Bei den Primaten dagegen wurden im Laufe der Evolution immer mehr deaktiviert. © Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Genauere Analysen ergaben, dass Elefant und Nagetiere im Laufe der Zeit besonders viele neue Riechgene hinzugewonnen haben. Bei den Primaten dagegen wurden im Laufe der Evolution immer mehr deaktiviert. © Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
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