Vielfalt News Nr. 69 | 19. Juni 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

noch bis zum 13. Juli können Sie sich mit neuen Beiträgen und Projekten für eine Auszeichnung bei uns bewerben. Wenn Sie Ihre Vorhaben rechtzeitig online einreichen, werden sie bei der Jurysitzung im Herbst berücksichtigt. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Wir stellen Ihnen heute einen weiteren Autor des UN-Dekade-Blogs vor: Christian Schwarzer, Student, Jugendbotschafter und Naturschützer.  Er setzt sich vor allem für Jugendbeteiligung in der Politik ein. Es gibt Neues im Bereich biologische Vielfalt: Im Rahmen der Internationalen Klimainitiative wird der Schutz von peruanischen Tropenwäldern gefördert. Wissenschaftler schätzen die neue EU-Agrarreform als nicht ausreichend für den Schutz der Artenvielfalt ein.

Ausgezeichnet wurden drei neue UN-Dekade-Projekte und zwei UN-Dekade-Beiträge: In Nordrhein-Westfalen haben die Schwelmer Bürgerinnen und Bürger den vielgestaltigen Biotopverbund "Am Tannenbaum" geschaffen. Der Mindelheimer Naturlehrgarten im Unterallgäu ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und lehrreiches Ausflugsziel für Schulklassen. In Baden-Württemberg setzen sich die Seebacher Grundschulkinder in ihrer Natur-AG für den Artenschutz im Nordschwarzwald ein. Die Praxishilfe "Pilze in der Waldpädagogik" zeigt anschaulich, wie Pilze bei Führungen für Grundschulkinder mit Spaß und Spannung vermittelt werden können. Am 28. und 29. Juni macht der Lange Tag der StadtNatur Hamburgs Naturschätze zu Wasser und an Land für alle Altersgruppen erlebbar.

Unter Termine und Publikationen stellen wir Ihnen heute zwei Bücher zur biologischen Vielfalt und Tieren in der Stadt vor. Zusätzlich möchten wir Sie aufmerksam machen auf eine Bürgerbefragung zur europäischen "No-net-loss-Initiative". Wussten Sie schon, dass zertifizierter Kaffee zum Artenschutz beiträgt? Dass Schnecken ihren Heimkehrinstinkt verlieren, wenn sie in 20 Meter Entfernung ausgesetzt werden? Dass es Frösche gibt, die Abflussrohre als Megaphon benutzen?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

UN-Dekade-Blogger: Christian Schwarzer

Heute stellen wir Ihnen wieder einen unserer Blogger vor: Christian Schwarzer, Jugendbotschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Er möchte den Verlust der lebendigen Vielfalt stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken, insbesondere bei der jungen Generation. Dabei ist es ihm wichtig, „dass Jugendliche bei politischen Entscheidungsfindungsprozessen umfassend beteiligt werden und ein Mitspracherecht erhalten.“ Denn junge Menschen haben seiner Ansicht nach das Recht, an der Gestaltung ihrer Zukunft beteiligt zu werden. „Außerdem bringen junge Menschen oft neue Perspektiven, frische Ideen und ambitionierte Vorschläge ein, die sonst nicht berücksichtigt werden würden“, weiß der Jugendbotschafter aus eigener Erfahrung. Geboren 1986 in Leverkusen, studiert Christian Schwarzer inzwischen Geschichte und Politikwissenschaft in Marburg. Er ist ehrenamtlich für verschiedene Umweltorganisationen aktiv und interessiert sich vor allem für internationale Umweltpolitik. Der Student hat bereits an 17 UN-Verhandlungsrunden teilgenommen und dabei sieben Jugenddelegationen geleitet. Das von ihm mitgegründete Jugendnetzwerk "Global Youth Biodiversity Network" wurde im Mai 2013 als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Es hilft Jugendlichen auf der ganzen Welt, gemeinsam ihre Interessen und Positionen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu vertreten.

Mit seinen Beiträgen auf dem UN-Dekade-Blog möchte Christian Schwarzer anderen jungen Menschen zeigen, „wie sie sich für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland und weltweit engagieren können.“ Seiner Meinung nach ist dazu neben der praktischen Naturschutzarbeit die Beteiligung an politischen Prozessen besonders wichtig. „Gerade auf der internationalen Ebene sind diese Prozesse aber meist äußerst komplex und ihre Funktionsweise nicht auf den ersten Blick verständlich“, so Christian Schwarzer. „Mit meinen Artikeln möchte ich gerne etwas Licht in das Dunkel bringen und mehr Bewusstsein für die Bedeutung von Jugendpartizipation schaffen.“ Daher erklärt der Jugendbotschafter in seinen Beiträgen das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt, stellt die wichtigsten Institutionen vor und berichtet, wie Beschlüsse auf internationalen Konferenzen verabschiedet werden. Die Beiträge von Christian Schwarzer sowie die Posts der anderen Bloggerinnen und Blogger finden Sie hier.

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 10.06.14: Für den Waldschutz in der peruanischen Amazonasregion setzt sich nun ein neues Projekt der Internationalen Klimainitiative ein, das vom Bundesumweltministerium mit knapp fünf Millionen Euro gefördert wird. Ein Teil des peruanischen Tropenwaldes befindet sich im Besitz indigener Gemeinschaften, die meist unterhalb der Armutsgrenze leben. Die Abholzungsrate in diesen Regenwaldgebieten nimmt jährlich zu und bedroht dadurch den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten und der dort lebenden Menschen. Durch das Projekt sollen indigene Gemeinden, die den Tropenwald in ihrem Gebiet schützen, einen finanziellen Ausgleich für ihren Beitrag erhalten. Dadurch können sie langfristig auch in ihre eigene Entwicklung investieren (Quelle: BMUB). Das Engagement für den Waldschutz notwendig ist, zeigt auch der neue Bericht der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. Demzufolge sei die genetische Vielfalt der weltweit etwa 8.000 Baumsorten bedroht. Diese Vielfalt sei jedoch wichtig, da sie Waldprodukte wie Blattgemüse, Honig, Obst, Samen, Nüsse, Wurzeln, Knollen und Pilze garantiere. Außerdem schütze sie Wälder vor Schädlingen und ermögliche die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen, wie sie etwa durch den Klimawandel entstünden (Quelle: orf.at). Um Wälder wirkungsvoll zu schützen, sind laut dem Bundesamt für Naturschutz Milliarden von Euro notwendig. Daher wird international zunehmend über den Einsatz von privatem Kapital für den Waldschutz diskutiert. Doch viele neue Finanzprodukte mit Waldbezug werden ihrer ökologischen Verantwortung laut der Tropenwaldstiftung OroVerde leider nicht gerecht. Statt artenreicher Naturwälder würden häufig Monokultur-Plantagen mit im Anbaugebiet nicht heimischen Arten wie Teak, Eukalyptus, Kiefer oder Akazie geschaffen. Auch die sozialen Auswirkungen auf die vor Ort lebende Bevölkerung würden nur unzureichend berücksichtigt. Die Broschüre Waldinvestments - Artenreichtum oder Rendite? enthält Empfehlungen, wie Waldinvestments nachhaltiger gestaltet werden können, und Informationen für Anleger, um Geldanlageprodukte in Wald besser einschätzen zu können (Quelle: BfN).
  • 05.06.14: Die Agrarreform der EU für die Jahre 2014 bis 2020 wird von Wissenschaftlern als nicht ausreichend für den Schutz der Artenvielfalt bewertet. Die Reform sollte neben der Lebensmittelsicherheit und der Förderung ländlicher Gebiete eigentlich auch den Klima- und Umweltschutz unterstützen. Laut einer internationalen Studie unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) werde sie den Schutz der biologischen Vielfalt jedoch nicht verbessern, sondern sogar weiter verschlechtern. Ursache dafür seien die vielen Ausnahmeregeln, die zu einem weiteren Verlust an ökologisch wertvollen Agrarlandschaften und ihrer Artenvielfalt führen würden. So würde etwa die Pflicht zu einer abwechslungsreichen Fruchtfolge für rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe entfallen. Auch eine weitere Reduktion der Grünlandfläche würde zugelassen. Die Autoren plädieren daher an die EU-Mitgliedstaaten, mehr zu tun, als in der Reform gefordert ist. Sie empfehlen beispielsweise die Förderung von kleinen, nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben und von Kulturen und Bewirtschaftungsmethoden, die nachweislich positive Effekte auf die Artenvielfalt haben (Quelle: idw). Dass die Landwirtschaft auch selbst vom Schutz der Artenvielfalt profitieren kann, zeigen zwei weitere Studien. Weltweit hängen 35 Prozent der Agrarproduktion von wilden Bestäuberinsekten ab. Französische Forscher fanden heraus, dass sich die Intensivierung der Landwirtschaft immer weniger auf die Steigerung der Pflanzenproduktivität auswirkt, je mehr diese Pflanzen von der Bestäubung durch wilde Insekten abhängen. Ein Forscherteam aus Deutschland und den USA stellte fest, dass das Fehlen von Bienen und anderen wildlebenden Insekten als Bestäuber von Nutzpflanzen den Ernteeintrag stärker mindern kann als ausbleibende Düngung oder stark reduzierte Bewässerung. Die Herausforderung bestehe laut den Forschern nun darin, neue Lösungsansätze zur Ertragssteigerung zu entwickeln, die auf Ökosystemleistungen beruhen und dabei die biologische Vielfalt nutzen, wie z.B. die Bestäubung oder die Schädlingskontrolle. Damit sollen auch die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Natur begrenzt werden (Quellen: idw und idw).

UN-Dekade-Projekte und -Beiträge

  • Vor über 20 Jahren wurde eine vormals landwirtschaftliche Fläche von 5,7 Hektar bei Schwelm in Nordrhein-Westfalen an ehrenamtliche Naturschützer übergeben, die sich dort bereits engagierten. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden entwickelte die AG Umweltschutz Schwelm e.V. aus einem Kartoffelacker und Gerstenfeld den vielgestaltigen Biotopverbund "Am Tannenbaum". Es entstanden Grünland, das teils mit der bedrohten Rinderrasse Rotes Höhenvieh beweidet wird, sowie Vogelschutzhecken, Waldränder, Feldgehölze, Wasserbecken und eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten. Auf diesem artenreichen Gelände werden die Schul- und Kindergartenkinder des Ortes an die lebendige Vielfalt herangeführt, beispielsweise mit der fahrbaren Umweltschule. Auch die Anpflanzungen auf dem Gelände wurden mit Schülerinnen und Schülern aus Schwelm verwirklicht, wodurch ihre Verbundenheit mit der Natur vor ihrer Haustür gestärkt wurde. Dieses Engagement der Schwelmer Bürgerinnen und Bürger wurde am 26. Februar mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt gewürdigt. Die Mountainbikerin und UN-Dekade-Botschafterin Sabine Spitz zeigt sich begeistert: „Dies ist ein schönes Beispiel, wie Mensch und Natur sich einvernehmlich einen Lebensraum teilen können. Nach 30 Jahren hat sich die Natur mit der Unterstützung von engagierten Menschen eine vormals monotone Ackerfläche zurückerobert. Die Vielfalt hat Einzug gehalten und wird naturverträglich genutzt. Ich gratuliere den Menschen, die für weitere Generationen dieses Projekt ins Leben gerufen haben, und wünsche noch eine erfahrungsreiche Zeit!“ Mehr über dieses vorbildliche Projekt erfahren Sie hier.
  • Als blütenreiches Naherholungsgebiet am Stadtrand sowie als beliebtes und zugleich lehrreiches Ausflugsziel für Schulklassen dient der im Landkreis Unterallgäu geschaffene Mindelheimer Naturlehrgarten. Sein Rundweg umfasst Hochbeete mit heimischen Pflanzen, artenreiche Kräuterbeete und weitere Beispiele für naturnahes Gärtnern sowie eine naturnahe Wiese mit seltenen Wildblumen, einen Teich, Bach, Waldlehrpfad und eine Streuobstwiese samt Obstpresse. Die Kinder freuen sich besonders über den Abenteuer- und Wildnisbereich mit Weidenhöhle, Wasserbaustelle und Kletterbalken. An den Wochenenden kommen bis zu 150 Besucherinnen und Besucher, pro Jahr finden rund 30 Führungen statt. Diese anschauliche Vermittlung der Schönheit der Natur und einer naturnahen Gestaltung von städtischen Gärten wurde am 20. März mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt gewürdigt. Die Schauspielerin und UN-Dekade-Botschafterin Maren Eggert freute sich über die Würdigung des Naturlehrgartens: „Die engagierte Ortsgruppe des Bund Naturschutz hat hier ein Refugium für Flora und Fauna geschaffen, das sowohl Schulkinder, Familien und Erwachsene zum Lernen im Freien einlädt. Ich wünsche dem Team des Naturlehrgartens, dass diese außergewöhnliche Pflanzen- und Tiervielfalt sich auch als Reiseziel für Urlauber entwickeln wird.“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Am 21. März wurde die Natur-AG der Grundschule Seebach als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde den Beteiligten vom Leiter des Nationalparks Schwarzwald, Dr. Wolfgang Schlund, überreicht. Seit sechs Jahren wird die Natur-AG von Lehrer Andreas Twardon als freiwilliges Nachmittagsangebot für die Schulkinder organisiert. Unterstützt wird er dabei von der Naturschutzstation Ruhestein. In ihrer AG erfahren die Kinder durch Naturerlebnisse und gemeinsame Artenschutzaktionen mehr über die heimischen Lebensräume des Nordschwarzwalds. Obstbäume pflanzen, Insektenhotels bauen und Steinriegel für Reptilien aufstellen: Auf spielerische Weise kommen sie in direkten Kontakt mit Tieren und Pflanzen und lernen so die Bedeutung der biologischen Vielfalt kennen und schätzen. Andreas Twardon betont: „Für mich ist es keine Pflicht, die Natur-AG zu leiten, sondern eher ein Vergnügen. Das hat gleich mehrere Gründe: Ein ganz wichtiger ist die Begeisterung der Kinder, die ich bei jedem gemeinsamen Nachmittag spüren kann. Wir sind zusammen draußen, erleben miteinander die Natur und können gemeinsam etwas bewegen und uns für die Natur einsetzen.“ Die Kinderbuchautorin und UN-Dekade-Botschafterin Cornelia Funke lobt das Engagement: „Die Kinder der Grundschule Seebach gehen auch nachmittags gern zur Schule. Der Grund ist die inspirierende Zusammenarbeit der Grundschule mit dem Naturschutzzentrum, die Kindern Wege vermittelt, sich als Beschützer für Tiere und Pflanzen zu engagieren. Das freiwillige Engagement der Kinder hat die Jury sehr beeindruckt und ich hoffe sehr, dass dieses Beispiel vielen Schulen als Anregung dient! Herzlichen Glückwunsch zur heutigen Auszeichnung aus Los Angeles!“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.
  • Ein neuer UN-Dekade-Beitrag wurde am 9. April ausgezeichnet: Die Praxishilfe "Pilze in der Waldpädagogik" zeigt anschaulich, wie Pilze bei Führungen für Grundschulkinder mit Spaß und Spannung zielgruppengerecht thematisiert werden können. Der praktische Leitfaden richtet sich vor allem an Försterinnen und Förster, Pilzkundlerinnen und -kundler sowie Pädagoginnen und Pädagogen. Ihnen wird erklärt, wie sie den Kindern auf spielerische Art und mit allen Sinnen die Vielfalt, Ästhetik und ökologische Bedeutung der Pilze sowie deren Nutzen für den Menschen vermitteln können. Artenkenntnisse werden dabei nicht vorausgesetzt. Die Handreichung steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Mehr über diesen Beitrag erfahren Sie hier.
  • Der am 15. April ausgezeichnete UN-Dekade-Beitrag "Langer Tag der StadtNatur Hamburg" macht Hamburgs Naturschätze jedes Jahr an einem Juni-Wochenende erlebbar. Seit 2011 werden 26 Stunden lang rund 90 Naturaktivitäten zu Wasser und an Land für alle Altersgruppen angeboten. Dazu gehören sportliche, künstlerische und experimentelle Angebote sowie fachkundige Führungen zu Hamburgs teilweise unbekannten Naturschönheiten. Die Erlebnisse sind für viele Besucherinnen und Besucher ein Anreiz, künftig lieber Hamburgs Natur zu erkunden, anstatt weite Fahrten aufs Land zu machen. Der nächste Lange Tag der StadtNatur Hamburg, zu dem Sie herzlich eingeladen sind, findet am 28. und 29. Juni 2014 statt. Mehr über diesen Beitrag erfahren Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Hier die graue Steinwüste, dort das üppige Grün – Stadt und Land gelten als Gegensätze schlechthin. Doch immer mehr Tiere erobern das unwirtliche Terrain. Der Autor Bernhard Kegel hat ihre Fährte in seinem Buch "Tiere in der Stadt - eine Naturgeschichte" aufgenommen. „Die Städte sind zu einer, vielleicht sogar der entscheidenden Schnittstelle zwischen Natur und Mensch geworden", schreibt er. Viele Städter bekommen Pflanzen und Tiere fast nur noch vor ihrer Haustür zu Gesicht. Dort bekommen sie beispielsweise Füchse, Wildschweine, Ratten, Amseln und Reiher zu sehen. Eine erstaunliche Erkenntnis: Welches Tier sich für das neue Leben im Biotop Stadt entscheidet, hängt nicht nur von der Art ab, sondern auch vom Individuum. Wie bei den Menschen gibt es ausgesprochene Abenteurer, die den Sprung ins Neue wagen. Das Auswandern fällt einem Tier umso leichter, je karger und bedrohlicher das Leben am alten Standort war (Quelle: bdw).
  • Beim Stichwort Artensterben denkt man zuerst an Nashorn oder Panda. Dabei wäre es für unser tägliches Leben sehr viel dramatischer, wenn Biene oder Regenwurm verschwinden würden! Mit einem Weniger, aber auch einem Mehr von Natur umzugehen, ist die Herausforderung der Zukunft. Carsten Neßhöver zeigt in seinem Buch "Biodiversität - Unsere wertvollste Ressource" anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Fakten auf, warum biologische Vielfalt so wertvoll ist und was wir tun müssen, um sie zu schützen (Quelle: Herder Verlag).
  • Die EU-Biodiversitätsstrategie 2020 hat sich das Ziel gesetzt, den Verlust an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen. Eine Maßnahme der Strategie sieht vor, dass es keinen Nettoverlust an biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen geben darf. Bis spätestens 2015 soll die Europäische Kommission einen entsprechenden Vorschlag für eine "No-net-loss-Initiative" vorlegen. Im Zuge der aktuellen Arbeit wird nun die Öffentlichkeit dazu befragt. Bis zum 15. September 2014 können unter ec.europa.eu Stellungnahmen in englischer Sprache eingereicht werden. Unter diesem Link finden Sie auch diverse Hintergrundinformationen.

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... die Zertifizierung von Lebensmitteln zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann? Das haben Agrarökologen in ihrer Studie nun für tropische Kaffee- und Kakaoplantagen belegen können. Laut ihren Untersuchungen ist die Zertifizierung ein geeignetes Mittel, um eine umweltfreundliche Produktion in den artenreichen tropischen Regionen zu erreichen. Auch die Landwirte vor Ort profitierten von der Zertifizierung, da sie ihnen ein höheres Einkommen als Ausgleich für den Verzicht auf eine intensive Nutzung ermögliche. Als erfolgreiche Beispiele nennen die Forscher den Anbau von Vogel-freundlichem Kaffee in Lateinamerika und Öko-Labels wie Rainforest Alliance. So zahlen die Einwohner Nordamerikas einen höheren Kaffeepreis, damit im Anbaugebiet schattenspendende Baumarten erhalten werden, die den nordamerikanischen Zugvögeln als Winterquartiere dienen. Allerdings besteht laut den Forschern Verbesserungsbedarf bei der bisherigen Zertifizierungspraxis, die sich nur auf eine Anbaufläche oder einen Betrieb beschränkt. Weil das Überleben der dort lebenden Arten auch von der Struktur der umgebenden Landschaft abhängt, empfehlen die Forscher, die Zertifizierung zukünftig nicht nur auf lokale Standards zu beschränken.
  • ... Sie gefräßige Schnecken in Ihrem Garten ganz einfach wieder loswerden können? Wenn Sie die Tiere mindestens 20 Meter weit entfernt von Ihrem Garten wieder aussetzen, verlieren sie ihren Heimkehrinstinkt. Sie bleiben dann im neuen Gebiet und lassen Ihr Salatbeet künftig in Ruhe. Das gilt laut britischen Forschern zumindest für die Gefleckte Weinbergschnecke. Es sei denn, Ihre Nachbarn tragen die Schnecken wieder zu Ihnen zurück (Quelle: GEO).
  • ... es Frösche gibt, die eine Art Megaphon benutzen? Baumfrösche in Taiwan nutzen Abwasserrohre als Schallverstärker, um ihre Weibchen zu beeindrucken: Sie quaken aus dem Inneren der nach oben offenen Abflussrohre - offenbar, um ihre Balzrufe lauter klingen zu lassen. Dieser froschige Megaphon-Effekt ist laut Forschern das erste Beispiel für ein Tier, das menschengemachte Strukturen zur Verbesserung seiner akustischen Kommunikation nutzt. Allerdings ist noch unklar, ob die Röhren-Romeos tatsächlich mehr Erfolg bei den Weibchen haben (Quelle: Scinexx).
© Bernd Stemmer
© Bernd Stemmer
Christian Schwarzer in einem Workshop zur Jugendpartizipation auf dem Jugend-Klima-Gipfel im Jahr 2011 in Berlin. © Christian Schwarzer
Christian Schwarzer in einem Workshop zur Jugendpartizipation auf dem Jugend-Klima-Gipfel im Jahr 2011 in Berlin. © Christian Schwarzer
Jugendbotschafter Christian Schwarzer (2.v.l.) auf der 11. Vertragsstaatenkonferenz in Indien. © GYBN
Jugendbotschafter Christian Schwarzer (2.v.l.) auf der 11. Vertragsstaatenkonferenz in Indien. © GYBN
Wälder sind wertvolle Lebensräume und wichtig für den Klimaschutz und die Versorgung von Menschen mit Nahrung und Rohstoffen. © Sandra Reiss
Wälder sind wertvolle Lebensräume und wichtig für den Klimaschutz und die Versorgung von Menschen mit Nahrung und Rohstoffen. © Sandra Reiss
Ihre genetische Vielfalt garantiert die Produktivität und Anpassungsfähigkeit der Wälder weltweit. © Karl Goldhamer
Ihre genetische Vielfalt garantiert die Produktivität und Anpassungsfähigkeit der Wälder weltweit. © Karl Goldhamer
Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und eine stärkere Intensivierung prägen die Landwirtschaft in Westeuropa. © André Künzelmann/UFZ
Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und eine stärkere Intensivierung prägen die Landwirtschaft in Westeuropa.
© André Künzelmann/UFZ
Die Landwirtschaft in Siebenbürgen ist noch größtenteils traditionell aber im Wandel begriffen. © Tibor Hartel/Sapientia Hungarian University of Transylvania, Cluj-Napoca, Romania
Die Landwirtschaft in Siebenbürgen ist noch größtenteils traditionell aber im Wandel begriffen. © Tibor Hartel/Sapientia Hungarian University of Transylvania, Cluj-Napoca, Romania
Eine Scheinlappenbiene verlässt eine Mandelblüte. © Alexandra-Maria Klein
Eine Scheinlappenbiene verlässt eine Mandelblüte. © Alexandra-Maria Klein
Die Ehrenamtlichen und ihre Familien feiern im Jahr 2011 das 30-jährige Jubiläum auf dem Gelände "Am Tannenbaum". © Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V.
Die Ehrenamtlichen und ihre Familien feiern im Jahr 2011 das 30-jährige Jubiläum auf dem Gelände "Am Tannenbaum". © Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V.
Der Kreisgruppenvorsitzende des Bundes Naturschutz Ortsgruppe Mindelheim, Helmut Scharpf (Mitte), und der Projektleiter des Naturgartens Mindelheim, Walter Feil (rechts), bei der Auszeichnung des Projekts. © Bund Naturschutz Ortsgruppe Mindelheim
Der Kreisgruppenvorsitzende des Bundes Naturschutz Ortsgruppe Mindelheim, Helmut Scharpf (Mitte), und der Projektleiter des Naturgartens Mindelheim, Walter Feil (rechts), bei der Auszeichnung des Projekts. © Bund Naturschutz Ortsgruppe Mindelheim
Auszeichnung des UN-Dekade-Projekts "Natur-AG der Grundschule Seebach" © Hilmar Walter
Auszeichnung des UN-Dekade-Projekts "Natur-AG der Grundschule Seebach" © Hilmar Walter
Die Grundschulkinder der AG Natur hängen Nistkästen am Waldrand auf. © Grundschule Seebach
Die Grundschulkinder der AG Natur hängen Nistkästen am Waldrand auf. © Grundschule Seebach
Praxishilfe "Pilze in der Waldpädagogik": Wettlauf in der Aktivität "Schneckenspurt bedroht Pilzgeburt". © Walderlebniszentrum Roggenburg
Praxishilfe "Pilze in der Waldpädagogik": Wettlauf in der Aktivität "Schneckenspurt bedroht Pilzgeburt". © Walderlebniszentrum Roggenburg
Natur zum Begreifen beim Langen Tag der StadtNatur Hamburg. © Ludmila Wieczorek
Natur zum Begreifen beim Langen Tag der StadtNatur Hamburg. © Ludmila Wieczorek
Passanten beobachten Wildschweine in Berlin. © Florian Möllers, www.florianmoellers.com
Passanten beobachten Wildschweine in Berlin.
© Florian Möllers, www.florianmoellers.com
Stockente im Nest in einem Blumenkasten. © Florian Möllers, www.florianmoellers.com
Stockente im Nest in einem Blumenkasten.
© Florian Möllers, www.florianmoellers.com
Artenvielfalt auf einer Wildblumenwiese. © qphotomania - Fotolia.com
Artenvielfalt auf einer Wildblumenwiese. © qphotomania - Fotolia.com
Artenarmer "Sonnenkaffee" ohne schattenspendende Bäume aus Nicaragua. © Robert Rice
Artenarmer "Sonnenkaffee" ohne schattenspendende Bäume aus Nicaragua. © Robert Rice
Schnecke auf einer Solaranlage. © Sascha Heinsohn
Schnecke auf einer Solaranlage.© Sascha Heinsohn
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