Vielfalt News Nr. 68 | 5. Juni 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

wir möchten Sie heute noch einmal zu unserer Veranstaltung am 27. Juni in Osnabrück einladen. Interessierte sollten sich möglichst bald zur kostenlosen Teilnahme anmelden, es sind noch wenige Plätze frei!

Forscher haben eine europäische Pilzart entdeckt, die potenziell als Biodünger für Nutzpflanzen eingesetzt werden kann. Bis 2020 will die EU die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor allem in armen Ländern mit bis zu 800 Millionen Euro unterstützen. Das Bundesamt für Naturschutz hat die neue Rote Liste für Meeresorganismen vorgestellt.

Wir gratulieren heute dem UN-Dekade-Projekt des Monats Mai 2014, der gelungenen Bildungs- und Naturschutzarbeit der Wildland-Stiftung Bayern! Ausgezeichnet als UN-Dekade-Projekt wurde zudem der Workshop "Geheimnisse des Pflanzenreichs", der das Interesse von Kindern für ihre natürliche Umgebung anregt. Der neue UN-Dekade-Beitrag "Berliner Flechtendiversität auf Italienisch" bringt Abiturienten die Welt der Flechten und der Wissenschaft näher.

Unter Termine und Publikationen berichten wir Ihnen heute vom Nationalen Forum am 3. Juni in Berlin, auf dem ein weiteres UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet wurde. Zusätzlich machen wir Sie aufmerksam auf Publikationen zur biologischen und kulturellen Vielfalt sowie zu nachhaltigem Tourismus.

Wussten Sie schon, dass Koalas nicht zum Spaß mit Bäumen kuscheln? Dass die Kartoffel Kulturpflanze des Jahres ist und wie viel Wasser in Ihrer Jeans steckt?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

UN-Dekade-Veranstaltung 27. Juni 2014 in Osnabrück

Am 27. Juni 2014 findet im DBU Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück die erste von drei UN-Dekade Veranstaltungen statt. Jeder, der sich für nachhaltigen Konsum und den Schutz der Biologischen Vielfalt engagiert, ist herzlich willkommen. Interessierte sollten sich möglichst bald zur kostenlosen Teilnahme anmelden, es sind noch wenige Plätze frei!

Es wird interessante Vorträge zum Schwerpunktthema „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ sowie Diskussionen, Angebote zur Weiterqualifizierung und Möglichkeiten zur Darstellung des eigenen Engagements geben. Außerdem wird das UN-Dekade Projekt „Kirschsortenvielfalt – eine Tradition wird wieder entdeckt“ ausgezeichnet. Als prominenter Gast wird die Köchin und UN-Dekade-Botschafterin Sarah Wiener an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Da die Anzahl der Teilnehmenden für die Veranstaltung limitiert ist, bitten wir Sie, sich bis zum 20. Juni verbindlich für die Veranstaltung anzumelden. Bitte senden Sie dazu eine E-Mail mit dem Betreff „UN-Dekade-Konferenz Osnabrück“ an Jan-Niklas Markmeyer unter j.markmeyer@dbu.de. Weitere Informationen zur Anmeldung und Veranstaltung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf eine interessante Veranstaltung mit vielen spannenden Projektbeiträgen und Diskussionen!

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 02.06.14. Forscher der Universität Tübingen haben eine bislang unbekannte, mikroskopisch kleine Pilzart entdeckt, Serendipita herbamans. Sie lebt in Symbiose mit den Wurzeln zahlreicher Pflanzen und fördert so deren Wachstum. Symbiose bedeutet, dass Individuen zweier unterschiedlicher Arten vergesellschaftet sind und dies für beide Partner von Vorteil ist. „Diese in Europa heimische Pilzart hat das Potenzial, als Biodünger zur Ertragssteigerung von Nutzpflanzen wie zum Beispiel Weizen oder Mais in der Landwirtschaft beizutragen“, sagt Dr. Sigisfredo Garnica vom Institut für Evolution und Ökologie. Wie Tiere können Pilze keine Photosynthese betreiben und erhalten von den Pflanzen vor allem Kohlenhydrate. Im Gegenzug haben sie sich auf das Zersetzen organischer Stoffe im Boden spezialisiert und machen ihren Wirtspflanzen mineralische Nährstoffe verfügbar. Bisher sind jedoch nur wenige solcher symbiontischen Pilze bekannt, die sich im Labor kultivieren lassen. Die neu entdeckte Pilzart Serendipita herbamans dagegen ist im Labor günstig und dauerhaft kultivierbar und fördert auch hier das Wachstum ihrer Pflanzenpartner. Die Forscher gehen daher davon aus, dass sich der Pilz für die biologische Düngung einsetzen ließe, wenn man Nutzpflanzen gezielt damit infiziert.
  • 26.05.14. Am 22. Mai hat die EU-Kommission eine neue Leitinitiative zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (B4Life) vorgestellt. Vor allem Projekte in armen Ländern sollen bis 2020 mit bis zu 800 Millionen Euro beim Schutz ihrer Ökosysteme und beim Kampf gegen Wildtierhandel unterstützt werden. Dabei umfasst die B4Life-Initiative drei Schwerpunktbereiche. Im ersten Bereich soll der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen durch Kooperationen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft gefördert werden. Im zweiten Bereich werden Projekte zur Erhaltung von Ökosystemen und zur Sicherstellung der Ernährungssicherheit unterstützt. Im dritten Bereich stehen die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und die Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an den finanziellen Vorteilen im Mittelpunkt. Zu den Zielregionen gehören unter anderem das Kongobecken, der westafrikanische Regenwald, die tropischen Anden und die indischen Westghats. Hier ist ein Großteil der Menschen direkt von den lokalen Ökosystemen abhängig. Gleichzeitig sind diese Gebiete laut EU-Kommission „Biodiversitäts-Hotspots", die reich an unterschiedlichen Arten, aber auch besonders stark bedroht sind. Den Wildtierhandel möchte die EU-Kommission mit B4Life eindämmen, da er sowohl die Artenvielfalt gefährdet als auch die betroffenen Länder destabilisiere. Denn oft finanzieren sich Rebellenmilizen teilweise durch den illegalen Handel mit Elfenbein oder Nashornhorn. Die B4Life-Initiative umfasst deshalb Überwachungs- und Schutzmaßnahmen für ausgewählte Gebiete und unterstützt regionale Organisationen beim Kampf gegen Wilderei und gegen den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. (Quelle: DNR).
  • 09.05.14. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat mit der neuen Rote Liste der Meeresorganismen die bisher umfassendste nationale Gefährdungsanalyse für diesen Bereich vorgestellt. Die Situation in der Nord- und Ostsee ist kaum besser als im Binnenland. 30 Prozent der rund 1.700 untersuchten Arten von Fischen, bodenlebenden Wirbellosen und Großalgen der deutschen Küsten- und Meeresgebiete sind gefährdet. „Nur knapp 31 Prozent aller erfassten marinen Arten können nach derzeitiger Kenntnis als ungefährdet gelten“, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Im Binnenland hingegen seien es gut 38 Prozent. „Die Situation der Knorpelfische wie Dornhai und Glattrochen ist kritisch und hat sich weiter verschärft“. Eine Hauptursache für deren Rückgang sei die nach wie vor viel zu hohe Fischereiintensität mit Grundschleppnetzen, die selbst in den Meeresschutzgebieten weitgehend unreguliert stattfindet. Zusätzlich werden die am Meeresgrund vorkommenden Organismen wie Schwämme und Muscheln oder die Lebensgemeinschaften der Sandkorallenriffe beeinträchtigt. Problematisch seien auch die Nährstoffeinträge mit anschließenden Mikroalgenblüten. Sie verringern den Lichteinfall in größere Tiefen und erhöhen die Schwebstofffracht im Wasser, was vielen Großalgen zu schaffen macht sowie den wirbellosen Tierarten, die ihre Nahrung aus dem Wasser filtrieren. Abbau- und Baggerarbeiten zerstören den Lebensraum fest sitzender Arten zudem schlagartig. Auch Sie können jedoch zur Schonung der gefährdeten Meeresorganismen beitragen, indem beim Einkauf die richtige Wahl treffen. Dabei hilft Ihnen beispielsweise der WWF-Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte.

UN-Dekade-Projekte und -Beiträge

  • Sie haben entschieden! "Treffpunkt Wildland - Umweltbildung und Naturschutz" ist Sieger der Online-Abstimmung und damit das UN-Dekade-Projekt des Monats Mai. Von insgesamt 517 Stimmen wurden 221 für das spielerische Heranführen von Kindern und Erwachsenen an Naturthemen abgegeben. Wir gratulieren der Wildland-Stiftung Bayern zu diesem Erfolg! In Kooperation mit regionalen Partnern entstanden ein Naturerlebnispfad, eine originalgetreue Torfhütte mit kindgerechter Ausstellung und ein Fledermaushotel mit interaktiver Ausstellung, das Fledermäusen, Vögeln und Insekten einen Unterschlupf bietet. Auch Aktionen wie die Errichtung flacher Wiesenseigen für Wiesenbrüter, die Pflanzung seltener Moorpflanzen und Nistkastenbau für die Schleiereule werden angeboten. Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber, der das Projekt am 23. Januar ausgezeichnete, begrüßte die Bildungsarbeit der Stiftung: „Die Ziele beim Natur- und Artenschutz in Bayern können wir nur erreichen, wenn wir die Bevölkerung mitnehmen und überzeugen. Deshalb ist es wichtig, Verständnis bei den Menschen für die Belange der Natur zu wecken. Dabei setzen wir auf das große Engagement der Menschen vor Ort.“ Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
  • Die TV-Moderatorin und UN-Dekade Botschafterin Shary Reeves ist sich sicher: „Die Pflanzenwelt unseres Planeten ist unglaublich vielfältig und steckt voller Geheimnisse, die entdeckt werden wollen. Die Neugier von Kindern ist unerschöpflich. Sie wollen erfahren, was um sie herum wächst und gedeiht. Durch die spielerische Herangehensweise der Botanik-Kurse von Dr. Nadja Biedinger lernen die Kinder biologische Vielfalt kennen und schätzen. Es ist wundervoll, dass diese wertvolle Arbeit die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt verliehen bekommen hat.“ Der Workshop "Geheimnisse des Pflanzenreichs" soll das Interesse von Kindern im Grund- und Vorschulalter für ihre natürliche Umgebung anregen. Er möchte Neugier auf die belebte Welt wecken und vor allem einen wachen Blick für das Kleine und Große schulen. Die ganzjährig stattfindenden Workshops bieten einen breiten Einblick in die Welt der Pflanzen: Themenbereiche wie "Blumen und Blüten", "Blätter und Bäume", "Frühblüher", "Früchte des Herbstes", "Pflanzen in Weihnachtsbräuchen“, "Karnivore Pflanzen" und "Pflanzen für alle Sinne" begleiten die Kinder durch die Jahreszeiten und spannendsten Phänomene des Pflanzenreichs. Die Kurstage werden ergänzt durch Lieder, Geschichten, Spiele, sowie praktisches Arbeiten wie Zeichnen, Sammeln, Sortieren, Erkennen von Pflanzen oder Pflanzenteilen, um einen ganzheitlichen Einstieg in die Materie zu gewährleisten. Für dieses Engagement überreichte Dr. Stefan Neubauer, Leiter für Stadtgrün der Hansestadt Rostock, der Workshop-Gründerin Dr. Nadja Biedinger am 20. Februar 2014 die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt. Mehr über den Workshop lesen Sie hier.
  • Kennen Sie lichene? Das heißt Flechte auf Italienisch. Bei dem am 7. April ausgezeichneten UN-Dekade-Beitrag "Berliner Flechtendiversität auf Italienisch untersuchen" treffen biologische und sprachliche Vielfalt erfolgreich aufeinander. Schülerinnen und Schüler der elften Klassen einer bilingualen Schule in Berlin lernen zugleich Italienisch, wissenschaftliches Arbeiten und die Welt der Flechten kennen. Im Rahmen des auf Italienisch durchgeführten Biologieunterrichts erforschen sie drei Tage lang die Flechtenvielfalt in der Umgebung der Schule, auch in Bezug auf deren Funktion als Bioindikator. Die Ergebnisse werden in einem Online-Magazin der Schule veröffentlicht. Durchgeführt wird das Angebot von einer Biologielehrerin und einer Wissenschaftlerin, deren beider Muttersprache Italienisch ist. Viva italiano e la biodiversitá! Mehr über diesen Beitrag lesen Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Am 3. Juni fand in Berlin das Nationale Forum zum Thema Nachhaltiger Konsum und biologische Vielfalt statt. UN-Dekade-Botschafterin Nina Ruge moderierte die gut besuchte Veranstaltung. Die überzeugte Vegetarierin bemüht sich selbst, "nichts zu kaufen, was der Vielfalt auf diesem Planeten schadet". Geschickt befragte sie sowohl das Publikum als auch die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion nach den Chancen und Herausforderungen eines nachhaltigen Konsums. Verbrauchertipps für eine nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt finden sich auch im neuen Faltblatt zum UN-Dekade-Schwerpunktthema "Vielfalt nutzen - die Angebote der Natur", das an alle Teilnehmenden des Forums ausgehändigt wurde. Nach der Präsentation von beispielhaften Projekten wurde die Initiative "Die Arche des Geschmacks" von Slow Food Deutschland e.V. als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Arche fördert die Nachfrage nach Lebensmitteln von bedrohten Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten, um  ihren Erhalt langfristig zu sichern. Gemeinsam mit UN-Dekade-Botschafterin Nina Ruge übergab Dr. Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt an Veronica Veneziano von Slow Food. „Slow Food versteht es wirklich gut, Lust darauf zu machen, diese Vielfalt zu erleben, sozusagen zu ‚erschmecken‘ und als Konsument oder Konsumentin gezielt nach den Produkten Ausschau zu halten. Hier treffen die Anliegen der Nationalen Strategie und der UN-Dekade Biologische Vielfalt in idealer Weise zusammen. Ich freue mich deshalb sehr, dass ich heute die ‚Arche des Geschmacks‘ als UN-Dekade-Projekt auszeichnen darf und wünsche dem Projektteam für die Zukunft weitere gute Ideen und alles Gute!“, bekräftigte Elsa Nickel.
  • Terre des hommes unterstützt seit vielen Jahren Projekte, die zum Erhalt von biologischer und kultureller Vielfalt beitragen. Die Broschüre "Vielfalt als Chance – Kinder haben das Recht auf eine nachhaltige Entwicklung" trägt die in der gemeinsamen Arbeit mit Partnerorganisationen weltweit gesammelten Erfahrungen auf anschauliche Weise zusammen. Im Mittelpunkt der Broschüre stehen die Lebenssituationen der Kinder und ihr Recht auf eine gesunde und vielfältige Umwelt. Die Leser erfahren von den Auswirkungen der Waldrodung auf die traditionelle, medizinische Versorgung in Mosambik sowie vom Vorteil des Anbaus verschiedenster Getreide- und Kartoffelsorten in Peru angesichts der Klimaerwärmung. Dabei wird deutlich, dass die Umweltfrage immer auch eine politische und vor allem eine Gerechtigkeitsfrage ist: Wer darf welches Stück Natur zu welchem Zweck nutzen und damit gegebenenfalls Nutzungsinteressen anderer einschränken – und wer entscheidet darüber? Mit einem Plädoyer für "Vielfalt als Chance" eröffnet die Broschüre eine neue Perspektive, wie nachhaltige Entwicklung global gedacht werden kann, ohne die dabei entstehenden Konflikte zu leugnen. Dank ihrer Anschaulichkeit eignet sich die Broschüre auch für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II zum Einstieg in das Thema kulturelle und biologische Vielfalt. Kinder und Jugendliche sollen darin bestärkt werden, ihr Lebensumfeld in einer Weise zu gestalten, die natürliche und kulturelle Lebensgrundlagen bewahrt. Die Broschüre kann bei logistik@tdh.de bestellt werden oder hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.
  • Kaum ein anderer Wirtschaftssektor ist so sehr auf eine intakte Natur angewiesen wie der Tourismus. Ohne idyllische Bergregionen, unverbaute Küsten, lebendige Korallenriffe und artenreiche Naturlandschaften wären Urlaube lange nicht so attraktiv. Tourismus steht aber auch für steigende Verkehrsemissionen und zunehmenden Flächen- und Ressourcenverbrauch. Wenn die Umweltbelastungen in den Tourismusregionen weiter zunehmen, natürliche Ressourcen verschwendet, Abwässer ungeklärt ins Meer geleitet und Hotelneubauten ohne Rücksicht auf die Natur genehmigt werden, entzieht sich der Tourismus nach und nach seine Grundlage. Die Broschüre "Nachhaltiger Tourismus" regt an, sich im Unterricht mit dem Bereich zu beschäftigen und sein eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Die Frage nach den "Urlaubsmitbringsel", den unerlaubten Souvenirs, wird ebenfalls angesprochen. Die Broschüre kann per Email bei tamina.meissner@wwf.de kostenlos bestellt werden und steht hier als Download bereit.

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • Koalas sich beim Kuscheln mit Bäumen abkühlen? Die flauschigen Beuteltiere umarmen den Baumstamm, auf dem sie sitzen, nicht aus Bequemlichkeit. Wie australische Forscher herausgefunden haben, kann das Anschmiegen an Bäume bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius für Koalas lebensrettend sein. Um nicht zu überhitzen, schwitzen die Tiere bei hohen Temperaturen genauso wie wir Menschen – allerdings ist es für wildlebende Koalas schwer, den hohen Wasserverlust bei Trockenheit durch Tau und Regentropfen auszugleichen. Dies kann schlimmstenfalls zu einer tödlichen Dehydration führen. Die Lösung: Die Tiere kuscheln mit Baumstämmen, wobei Akazien interessanterweise besonders beliebt sind. „Die Stämme dieser Bäume waren bis zu 8,9°C kühler als die umgebende Luft", so die forschungsleitende Natalie Briscoe von der University of Melbourne. Daher seien die Tiere bei hohen Temperaturen seltener auf Eukalyptusbäumen, welche nur geringfügig kühler als die Umgebung sind, anzutreffen. Sie bevorzugen dagegen Akazien, obwohl diese im Gegensatz zum Eukalyptus nicht auf ihrem Speiseplan stehen. Deshalb seien schattenspendende Laubbäume und solche mit kühlender Rinde sehr wichtig für viele wildlebende Tiere, selbst wenn sie keine unmittelbare Futterquelle darstellen, so die Forscher. (Quelle: wissenschaft.de - Nadja Podbregar).
  • … Lady Balfour keine Hofdame aus dem 18. Jahrhundert, sondern eine schottische Kartoffelsorte ist? Die Kulturpflanze des Jahres – die Kartoffel – wird seit über 10.000 Jahren angebaut und ist vielfältiger, als die meisten denken. Denn mit konventionellen Sorten wie „Laura“, „Linda“ und „Sieglinde“ ist die Auswahl noch lange nicht erschöpft: In Peru, einem Herkunftsland der beliebten Knolle, werden über 3.000 verschiedene Sorten unter teils extremen klimatischen Bedingungen angebaut. Das UN-Dekade-Projekt "Kartoffelspuren – Vielfalt neu entdecken" fördert daher den traditionellen Anbau und den Erhalt seltener Kartoffelsorten in diesem südamerikanischen Land. Auch die Einsatzmöglichkeiten der Erdäpfel sind vielfältig. Neben Salzkartoffeln, Pommes Frites, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln oder Wodka lassen sich aus den Alleskönnern sogar Plastiktüten herstellen. (Quelle: idw)
  • … Sie mit dem Kauf einer Jeanshose etwa 8.000 Liter Wasser verbrauchen? So viel sogenanntes "virtuelles Wasser" wird nämlich für deren Produktion benötigt, zum größten Teil für den Anbau der benötigten Baumwolle. Einen ähnlichen "Wasserfußabdruck" haben alle Produkte, die wir im Alltag konsumieren. Von Lebens- und Genussmitteln wie Gemüse, Fleisch, Schokolade und Wein bis hin zu Luxusgütern wie Leder wird bei der Herstellung eine nicht unbeträchtliche Menge Wasser eingesetzt. Dadurch steigt unser täglicher Wasserverbrauch neben dem unmittelbaren Gebrauch beim Duschen, Waschen und Kochen von etwa 130 Litern auf über 4.000 Liter Wasser täglich. Ein großer Teil dieses Wassers ist „grün“, also natürliches Regenwasser. Auf Ökoplantagen genügt dieses, während konventionelle Anbauflächen zusätzlich künstlich bewässert werden. Wenn Sie auf Ihren virtuellen Wasserverbrauch achten, können Sie zum Schutz dieser kostbaren Ressource beitragen. (Quelle und weitere Informationen: Utopia). Mit der Sonderbriefmarke "Wasser ist Leben" werden übrigens Projekte unterstützt, die einen nachhaltigen Umgang mit Wasser vermitteln. Ein Drittel des Erlöses jeder verkauften Marke für 90 Cent fließt in diese Projekte.

© Christoph Böhme
© Christoph Böhme
Die Köchin und UN-Dekade-Botschafterin Sarah Wiener war am 27. Juni bei der UN-Dekade-Veranstaltung in Osnabrück. © Sarah Wiener
Die Köchin und UN-Dekade-Botschafterin Sarah Wiener war am 27. Juni bei der UN-Dekade-Veranstaltung in Osnabrück. © Sarah Wiener
Weizenfeld; gereinigte Wurzeln (oben); Serendipita herbamans in Rindenzellen: lichtmikroskopische Aufnahme(Mitte); transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme (unten). © Abbildungen: Kai Riess
Weizenfeld; gereinigte Wurzeln (oben); Serendipita herbamans in Rindenzellen: lichtmikroskopische Aufnahme(Mitte); transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme (unten). © Abbildungen: Kai Riess
Pilze haben vielfältige ökologische Funktionen. Sie zersetzen totes organisches Material und unterstützen lebende Pflanzen in ihrer Entwicklung. Sie können aber auch als Schädlinge wirken. © Heidi Ortner
Pilze haben vielfältige ökologische Funktionen. Sie zersetzen totes organisches Material und unterstützen lebende Pflanzen in ihrer Entwicklung. Sie können aber auch als Schädlinge wirken. © Heidi Ortner
In Bolivien ist ein Großteil der Menschen direkt von den lokalen Ökosystemen abhängig. © Christiane Urban / terre des hommes
In Bolivien ist ein Großteil der Menschen direkt von den lokalen Ökosystemen abhängig. © Christiane Urban / terre des hommes
BfN stellt neue Rote Liste der Meeresorganismen vor. © BfN
BfN stellt neue Rote Liste der Meeresorganismen vor. © BfN
Moor-Pflanzaktion Wildland-Stiftung Bayern für Kinder mit einem Landwirt. © Wildland-Stiftung Bayern
Moor-Pflanzaktion Wildland-Stiftung Bayern für Kinder mit einem Landwirt. © Wildland-Stiftung Bayern
Der Höhepunkt des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs" für Kinder im Grund- und Vorschulalter ist ein Besuch im Botanischen Garten der Universität Rostock. © Dr . Dethardt Götze
Der Höhepunkt des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs" für Kinder im Grund- und Vorschulalter ist ein Besuch im Botanischen Garten der Universität Rostock. © Dr . Dethardt Götze
Auszeichnung des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs": Kinder und Erzieherinnen der Kita "Kastanienhaus" mit Dr. Stefan Neubauer (Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege) und der Workshop-Leiterin Dr. Nadja Biedinger. © Petra Kiehl (
Auszeichnung des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs": Kinder und Erzieherinnen der Kita "Kastanienhaus" mit Dr. Stefan Neubauer (Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege) und der Workshop-Leiterin Dr. Nadja Biedinger. © Petra Kiehl (Universität Rostock)
Beobachtung der epiphytischen Flechten in der Nähe der Schule. © Dr. Luciana Zedda
Beobachtung der epiphytischen Flechten in der Nähe der Schule. © Dr. Luciana Zedda
Auszeichnung des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs": Kinder und Erzieherinnen der Kita "Kastanienhaus" mit Dr. Stefan Neubauer (Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege) und der Workshop-Leiterin Dr. Nadja Biedinger. © Petra Kiehl (
Auszeichnung des Workshops "Geheimnisse des Pflanzenreichs": Kinder und Erzieherinnen der Kita "Kastanienhaus" mit Dr. Stefan Neubauer (Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege) und der Workshop-Leiterin Dr. Nadja Biedinger. © Petra Kiehl (Universität Rostock)
Das Faltblatt "Vielfalt nutzen - die Angebote der Natur" kann kostenlos in der gedruckten Version bestellt bzw. als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Das Faltblatt "Vielfalt nutzen - die Angebote der Natur" kann kostenlos in der gedruckten Version bestellt bzw. als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Kinder haben ein Recht auf eine gesunde und vielfältige Umwelt. © Jhonny Herbas / terre des hommes
Kinder haben ein Recht auf eine gesunde und vielfältige Umwelt. © Jhonny Herbas / terre des hommes
Verschiedene Kartoffelsorten in Peru. © Recknagel / terre des hommes
Verschiedene Kartoffelsorten in Peru. © Recknagel / terre des hommes
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