Vielfalt News Nr. 66 | 1. Mai 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie finden jetzt weitere Informationen, das Programm und die Anmeldemöglichkeit für die UN-Dekade-Veranstaltungen hier auf unserer Webseite.

Heute stellen wir Ihnen erneut eine junge Autorin des UN-Dekade-Blogs vor: Svana Rogalla, Studentin und Naturschützerin. Sie berichtet über ihren internationalen Einsatz für die biologische Vielfalt. Neue Studien belegen, dass menschliche Eingriffe in die Natur langfristige Folgen haben und dass gebietsfremde Pflanzen die Biomasseproduktion von Ökosystemen erhöhen. Eine neu entdeckte Echsenart bestätigt, dass Gebirgsgipfel ihre ganz eigene Artenvielfalt aufweisen.

Ein neuer UN-Dekade-Beitrag und zwei neue UN-Dekade-Projekte wurden ausgezeichnet: Die KräuterSchule Sachsen sorgt dafür, dass auch die Jüngsten heimische Wildkräuter kennen und schätzen lernen. Die Regionalmarke EIFEL trägt durch traditionelle, nachhaltige Erzeugungsweisen zur Erhaltung der heimischen Kulturlandschaft bei. Und die NaturRanger bringen Kinder auf Tuchfühlung mit bedrohten Fledermäusen.

Machen Sie jetzt wieder mit bei unserem neuen Fotowettbewerb! Die prämierten Bilder aus den Jahren 2012 und 2013 sind jetzt in einer Wander-Ausstellung zu sehen, die ab Mitte Mai kostenlos zu entleihen ist. Wir machen Sie heute auf die neue Naturbewusstseinsstudie und den Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai aufmerksam. Wussten Sie schon, dass ein amerikanischer Kuckuck ein mafiöses Verhalten an den Tag legt? Dass Raben die Beziehungen anderer durchschauen und dass vermeintliche Tier-Waisen oft keine sind?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

UN-Dekade-Bloggerin: Svana Rogalla

Heute stellen wir Ihnen wieder eine unserer jungen Bloggerinnen vor: Svana Rogalla. Die 23-Jährige studiert Landschaftsökologie in Münster und ist seit 2002 bei der Naturschutzjugend (NAJU) aktiv. Nach dem Motto "Biologische Vielfalt bedeutet Leben und jeder kann zu ihrem Schutz beitragen" setzt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene für die lebendige Vielfalt ein. Mit den NAJU-Gruppen wird sie vor der eigenen Haustür aktiv, beispielsweise für den Schutz von Amphibien. Doch ihr Engagement reicht auch über Deutschland hinaus: Die Naturschützerin setzte sich in Griechenland als Freiwillige für Meeresschildkröten ein und nahm an internationalen Veranstaltungen wie dem Klimacamp "Stop Fear - Start Action" teil. Sie beteiligte sich an der Gründung des Jugend-Netzwerkes GYBN (Global Youth Biodiversity Network), das im Mai 2013 als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet wurde. Als eine der deutschen Jugenddelegierten nahm sie anschließend an der elften Konferenz zum UN-Übereinkommen zur biologischen Vielfalt (COP 11) in Indien teil. Im Bundesvorstand der NAJU ist Svana Rogalla seit 2012 als Beisitzerin für die Bereiche biologische Vielfalt und Internationales zuständig. Dies spiegelt sich auch in ihren Beiträgen auf dem UN-Dekade-Blog wider. Anhand eigener Erfahrungen beschreibt Svana Rogalla, wie junge Menschen ihre Interessen auf der COP 11 vertreten und wie den bedrohten Meeresschildkröten in Griechenland geholfen werden kann. Zudem schreibt sie über die wirtschaftliche Bedeutung von Ökosystemdienstleistungen und über den gerechten Umgang mit genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen. Die Beiträge von Svana Rogalla sowie die Posts der anderen Blogger finden Sie hier.

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 22.04.2014: Wie Inseln weisen auch Gebirgsgipfel eine ganz eigene Artenvielfalt auf. Während auf Inseln das umliegende Meer die Ausbreitung der dort lebenden Arten begrenzt, sind es auf den Bergen die tieferen Lagen, an die die Hochgebirgsarten nicht angepasst sind. Dadurch entstehen auf verschiedenen Gipfeln isolierte, aber nah verwandte Arten. Eine solche neue Art aus der Familie der Eidechsen wurde nun im Hochgebirge von Kenia entdeckt: Adolfus masavaensis. Das Interessante an dieser Entdeckung ist das Verbreitungsmuster der neuen Echsenart. Sie kommt sowohl auf dem Gipfel des Mount Elgon als auch auf den mehrere Kilometer entfernt liegenden Aberdare Bergen vor. Dagegen findet sich auf dem nahe der Aberdares gelegenen Mount Kenya eine andere, verwandte Echsenart (Adolfus alleni). Forscher vermuten, dass die Trennung zwischen den Echsen auf dem Mount Kenya und denen auf den Aberdares konstant war, da zwischen den beiden Gipfeln nur Tiefland liegt. Zwischen den Aberdares und dem weiter entfernten Mount Elgon liegen dagegen weitere Höhenzüge, über die die Tiere offenbar hin und her wandern konnten. „Die Beschreibung der Art zeigt umso mehr, wie wenig wir noch über die Artenvielfalt wissen“, meint Prof. Dr. Wolfgang Wägele, Direktor des Museum Koenig. „Auch wenn wir beispielsweise mit dem BIOTA Projekt über lange Jahre intensivste Forschung in Kenya betrieben haben, kann man immer noch nicht abschätzen, wie viele Arten dort tatsächlich vorkommen.“
  • 26.03.2014: Wiederaufgeforstete Wälder unterscheiden sich selbst nach 100 Jahren noch deutlich von historischen Waldbeständen. Bei einer Studie in der Lüneburger Heide verglichen Forscher ursprüngliche Eichenwälder mit den über 110 Jahre alten Aufforstungen von ehemaligen Ackerflächen. Sie fanden heraus, dass sich die Zusammensetzung der Boden-Mikroorganismen zwischen den historischen und den neueren Waldstandorten erheblich unterscheidet. Der menschliche Eingriff in die Natur hat demnach ungeahnt langfristige Konsequenzen. Auf den Ackerflächen wurde in früherer Zeit die Nährstoffversorgung durch Düngung verbessert und der Boden durch Pflügen gelockert. Es siedelten sich neue Pilzarten an, manche Bodenbakterien vermehrten sich rasant, während andere Arten verschwanden. Diese Änderungen haben weitreichende Auswirkungen. „Pilze und Bakterien steuern die wesentlichen Umbauprozesse im Boden“, betont der Forscher Dr. Andreas Fichtner. „Sie beeinflussen daher die Nährstoffkreisläufe immens.“ Und die Zusammensetzung der mikrobiellen Bodenflora kehrt nach der Aufforstung des Ackers nicht zu ihrem ursprünglichen Zustand zurück. Der ehemalige Ackerboden enthält deutlich mehr Bakterien und Pilze als der Boden der ursprünglichen Wälder. Zudem weist er eine höhere mikrobielle Aktivität auf. Die bessere Verfügbarkeit von Nährstoffen infolge der früheren Düngung und der höheren mikrobiellen Aktivität wirkt sich zwar zunächst positiv auf das Wachstum der aufgeforsteten Bäume aus. Aber diese Bäume „scheinen empfindlicher auf ungünstige Umweltbedingungen zu reagieren“, interpretieren die Forscher. Die Bäume konnten mehr Blätter bilden, über die sie aber auch mehr Wasser an die Umgebung abgeben. Das kann bei Trockenheit zu einem Problem werden. Dazu kommt, dass die Bäume auf den vormals kultivierten Flächen flacher wurzeln, da die oberen Bodenschichten hier vergleichsweise locker und besonders nährstoffreich sind. Dieser oberflächennahe Bereich trocknet bei Regenmangel jedoch viel schneller aus. Die wiederaufgeforsteten Bäume wachsen also zwar schneller, sind aber empfindlicher gegen Dürreperioden. „Noch ist das nur eine These“, gibt Dr. Andreas Fichtner zu. Im norddeutschen Tiefland stehen fast zwei Drittel aller Wälder auf ehemaligen Äckern, Wiesen oder Heideflächen. „Jeder Wald hat seine eigene Geschichte“, so der Forscher. „Wir untersuchen daher gerade, ob unsere Ergebnisse aus der Lüneburger Heide auch an anderen Standorten gelten.“
  • 11.03.2014: Exotische Pflanzenarten verändern die Produktivität von Ökosystemen. Deutsche und US-amerikanische Biologen zeigen in ihrer gemeinsamen Studie, dass Ökosysteme bei der Besiedlung mit gebietsfremden Pflanzenarten mehr organisches Material (Biomasse) produzieren. Bislang war unklar, ob exotische Pflanzenarten bevorzugt produktivere Ökosysteme besiedeln, oder ob die erhöhte Produktivität eine Folge der Invasion ist. Die Forscher verglichen daher die Auswirkung des Aussäens von heimischen und exotischen Pflanzenarten in drei Graslandregionen in Mitteldeutschland, Montana und Kalifornien. Dabei untersuchten sie auch den Einfluss von pflanzenfressenden Kleinsäugern wie Mäuse oder Erdhörnchen auf die Ausbreitung der exotischen Pflanzenarten. Sie stellten fest, dass sich die Biomasseproduktion durch die Einsaat der exotischen Arten nur gering erhöhte, wenn pflanzenfressende Kleinsäuger freien Zugang hatten. Wurden die Tiere jedoch durch Zäune ausgeschlossen, sah das Ergebnis deutlich anders aus: Die Ökosysteme zeigten sich weniger resistent gegenüber Invasionen und die Biomasseproduktion fiel deutlich höher aus. „Verblüffend war, dass die Erhöhung der Produktivität auf alle drei – klimatisch völlig unterschiedlichen – Regionen zutraf. Hier scheint also etwas Allgemeingültiges vorhanden zu sein: Exotische Pflanzenarten bevorzugen nicht unbedingt produktivere Ökosysteme – ihre exotische Herkunft als solche führt zu einer erhöhten Produktion von Biomasse, die somit Folge und nicht Ursache der Invasion ist“, resümiert Dr. Harald Auge. Warum exotische Pflanzenarten die Biomasseproduktion so massiv steigern, ist bislang noch nicht geklärt. Im Zuge des Klimawandels werden solche und weitere Veränderungen von Ökosystemen voraussichtlich zunehmen, schreiben die Forscher. „Wir vermuten, dass die exotischen Pflanzenarten die einheimischen zunehmend aus dem Ökosystem verdrängen werden – eine Verminderung der Artenvielfalt würde eine weitere einschneidende Veränderung heimischer Ökosysteme bedeuten“, so der Biologe. „Die pflanzenfressenden Kleinsäuger haben uns wirklich überrascht. Ihr Vorhandensein und Appetit sind maßgeblich verantwortlich für die Resistenz von Grasländern gegenüber Invasionen mit exotischen Pflanzenarten“.

UN-Dekade-Projekte und -Beiträge

  • Die Veranstaltung "Kräuterweiterbildung für ErzieherInnen & PädagogInnen" darf sich seit dem 7. April mit dem Titel „Beitrag zur UN-Dekade“ schmücken: Die KräuterSchule Sachsen vermittelt Pädagoginnen und Pädagogen wertvolles Wissen zu Wildkräutern, das später in Kitas, Schulen und außerschulische Informationszentren weitergetragen werden soll. Die Teilnehmenden eignen sich dazu Kenntnisse zu Wild- und Gartenkräutern sowie deren Anpflanzung und Nutzung an. Darüber hinaus werden Ansätze vermittelt, um dieses Wissen spielerisch an Kinder weiterzugeben, etwa durch das Anlegen von Kräuterbeeten und Duftpfaden oder durch gemeinsames Kochen. Die nächste Fortbildung startet am 10. Mai 2014. Das Motto der KräuterSchule Sachsen lautet: Kinder sind unsere Zukunft. Eine der wesentlichen Grundlagen, die ihnen für ihr späteres Leben mitgegeben werden sollte, ist das Wissen um Naturkreisläufe, Nachhaltigkeit und den Wert der Natur. Mehr über diesen Beitrag erfahren Sie hier.
  • Naturnah bewirtschaftete Wälder, Weiden mit seltenen Schafrassen und artenreiche Streuobstwiesen: Solch eine idyllische und vielfältige Landschaft fördert die Regionalmarke EIFEL, unter der lokale Unternehmen hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten. Die Marke steht seit 2001 in den Bereichen Holz, Lebensmittel und Tourismus für geprüfte Qualität und garantiert die Herkunft aus dem Naturraum Eifel. Durch kurze Wege zwischen Produzenten und Endverbrauchern wird die Umwelt entlastet. Zudem steht das Gütesiegel für nachvollziehbare Erzeugungsweisen: Die Verbraucherinnen und Verbraucher können jeden Schritt von der Weide bis auf den Teller nachvollziehen. Durch einen bewussten Konsum können sie sich täglich für die biologische Vielfalt in der Eifel einsetzen. Beispielsweise, indem sie Apfelsaft aus regionalen Sorten und Ziegen- oder Schafskäse von bedrohten Rassen kaufen. Dieser Einsatz der Regionalmarke EIFEL GmbH und ihrer Partner für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten, die dem heimischen Artenreichtum zugute kommen, wurde am 12. Februar mit der Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt honoriert. Die bekannte Moderatorin und UN-Dekade-Botschafterin Nina Ruge zeigte sich begeistert: „Hier ziehen Landwirte, Unternehmer, Gastronomen, Naturschützer und der Tourismus an einem Strang und haben mit ihrem Know-how diese regionale Marke ins Leben gerufen. Ich bewundere diesen Erfolg und freue mich über die Auszeichnung der Akteure. Ich wünsche mir, dass dieses ausgezeichnete Projekt viele Nachahmer findet.“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.

  • Am 8. Februar wurde das Projekt "Mit Fledermäusen auf Du und Du" der NaturRanger e. V. als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Die beliebte Moderatorin und UN-Dekade-Botschafterin Anja Backhaus beschreibt das Projekt mit den folgenden Worten: „In alten Vampirgeschichten werden Fledermäuse oft mit gruseligen Blutsaugern verbunden. Leider haftet dieses schlechte Image immer noch an den Tieren. Viele schaudert es, wenn Fledermäuse nachts im Tiefflug vorbei flattern. Dabei sind sie von Nahem betrachtet sehr niedlich und natürlich saugen sie niemandem das Blut aus. Das Projekt ´Mit Fledermäusen auf Du und Du‘ hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich die seltenen Tiere und die Menschen wieder annähern. Auf Fledermaus-Safaris, bei Übernachtungen im Fledermaus-Hotel oder als Ranger lernen Kinder und Jugendliche den Jäger der Nacht von einer ganz anderen Seite kennen: Als artenreiche Säugetiere und wichtige biologische Schädlingsbekämpfer, die stark vom Aussterben bedroht sind. Dieses großartige Engagement wird mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt belohnt. Ich wünsche dem Projekt für die Zukunft alles Gute und hoffe auch in Zukunft noch viele Fledermäuse lautlos in der Abenddämmerung dahinflattern zu sehen.“ Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Heute, am 1. Mai startet wieder der jährliche Fotowettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Unter dem Motto "Klick in die Vielfalt 2014 - Mein Lieblingsplatz in der Natur" können Sie sich dieses Jahr bis zum 31. Juli hier beteiligen. Fangen Sie mit Ihren Fotos die Orte in Deutschland ein, an denen Sie eine besondere Verbundenheit zur Natur spüren. Beobachten Sie Vögel oder andere Wildtiere, bewundern Sie prächtige Blüten und saftiges Grün oder lauschen Sie dem Klang der Frösche und Insekten. Zeigen Sie uns, wie Sie oder andere Menschen in der Natur Erholung oder Inspiration finden. Der einmalige Ausblick über blühende Wiesen ins Tal, Spaziergänger am Ufer ihres Lieblingsflusses oder Ausflügler in ihrer persönlichen Naturoase – solche und ähnliche Motive sind gefragt. Senden Sie uns Fotos, die die positive Beziehung von Menschen zu ihren Lieblingsplätzen in der Natur auf kreative und ansprechende Weise widerspiegeln. Die beiden UN-Dekade-Botschafter und Profi-Naturfotografen Norbert Rosing und Florian Möllers wählen aus allen Einsendungen die besten 30 Fotos aus. Diese Bilder werden auf der UN-Dekade-Webseite präsentiert und mit jeweils 100 Euro prämiert. Eine Jury wählt aus diesen 30 Fotos anschließend zwei Siegerfotos aus, die ein Preisgeld von je 500 Euro erhalten.
  • Die ästhetischen und spannenden Bilder aus dem Fotowettbewerb „Klick in die Vielfalt“ der Jahre 2012 und 2013 sind jetzt in einer Wander-Fotoausstellung zu sehen. Die Ausstellung kann ab Mitte Mai ohne Leihgebühren für einen Zeitraum von vier bis acht Wochen entliehen werden. Atmosphärische Landschaftsbilder, faszinierende Nahaufnahmen von Insekten und Blüten oder Schnappschüsse von Vögeln im Flug: Die vielfarbigen Bilder aus dem Jahr 2012 zeigen die Schönheit der heimischen Lebensräume Wald, Feuchtgebiete, Feld und Wiesen. Die Fotos aus dem Jahr 2013 machen die Berührungspunkte der biologischen Vielfalt mit uns Menschen sichtbar. Gewaltige Bagger, Windkrafträder und gefurchte Äcker zeigen die Auswirkungen unserer Nutzung. Zu sehen ist aber auch, wie die Natur verlassene Gebäude und Flächen zurückerobert, wie Tiere Unterkunft oder Nahrung in unseren Städten finden und wie Kinder die Geheimnisse der Natur erforschen. Als Begleitmaterial zur Ausstellung werden Faltblätter mit einem entsprechenden Aufsteller zur Verfügung gestellt. Im Faltblatt finden Sie Hintergrundinformationen und Tipps, um im Alltag selbst aktiv zu werden, sowie ein Quiz mit attraktiven Preisen. Für den Entleiher fallen keine Leihgebühren, sondern nur Transportkosten an. Alle weiteren Informationen sowie unsere Kontaktdaten finden Sie hier.
  • Am 28. April wurde die neue Naturbewusstseinsstudie vorgestellt. Für diese Studie wurde im Herbst 2013 eine bundesweit repräsentative Stichprobe von 2.007 Personen ab 18 Jahren befragt. Die Naturbewusstseinsstudie 2013 befasst sich erstmals intensiver mit dem Thema Wildnis. Argumente für Wildnisgebiete finden bei den Befragten breite Zustimmung: Durchgängig werden Wildnisgebiete als wichtige Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen betrachtet und als Freiräume in unserer technisierten Welt gesehen. Zwei Drittel der Befragten ist bewusst, dass es Wildnis nicht nur in Afrika oder Südamerika, sondern auch in Deutschland gibt. Auf die Frage, wo sich mehr Wildnis in Deutschland entwickeln soll, wünschen sich die Befragten vor allem mehr Wildnis in Wäldern. Bundesumweltministerin Hendricks bekräftigt: „Wilde Natur ist nicht nur für Tiere und Pflanzen unverzichtbar, sondern auch für uns Menschen. Die Deutschen sind Naturliebhaber. Das gibt uns Rückenwind für unsere Ziele, der Natur wieder mehr Flächen zurückzugeben. Die Studie zeigt auch, wie wichtig den Menschen natürliche Flussauen, Wiesen und Weiden sind. Das ist ein Grund mehr, sich für diese wichtigen Lebensräume einzusetzen, die uns neben ihrer Schönheit auch viele andere Vorteile bringen wie sauberes Wasser, Artenvielfalt oder Klimaschutz.“ Drei Viertel der Befragten kennen den Begriff "biologische Vielfalt", aber nur 40 Prozent auch seine Bedeutung. Dennoch herrscht Konsens, dass die biologische Vielfalt als Erbe für unsere Kinder und zukünftige Generationen erhalten werden soll. Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass nur die Hälfte der Befragten hier Einflussmöglichkeiten durch einen naturverträglichen Konsum sieht. Bei der anderen Hälfte gilt ein solcher Konsum dagegen als zeitaufwändig, zu teuer oder schwierig auszumachen. Vielen Menschen fehlt der greifbare Gegenwert zum relativ hohen Preis, da ihnen die positiven Auswirkungen auf den Naturhaushalt zu diffus und zu fern erscheinen. Die komplette Studie finden Sie hier.
  • Am 22. Mai ist der Tag der biologischen Vielfalt, ein internationaler Aktionstag anlässlich des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt. In den Ländern auf der Nordhalbkugel bietet dieser Termin viele Möglichkeiten zu Aktionen in der neu erblühten Natur, beispielsweise durch den deutschen Wandertag zur biologischen Vielfalt. In diesem Jahr steht der internationale Tag der biologischen Vielfalt unter dem thematischen Schwerpunkt "Island Biodiversity". Denn Inseln und ihre angrenzenden Meeresbereiche beherbergen oft viele endemische Arten, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.

 „Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... eine Kuckucksart andere Vögel durch Vergeltung zur Aufzucht ihrer Nachkommen zwingt? Das Vorgehen vergleichen Wissenschaftler mit dem der Mafia: Aus Furcht vor einer möglichen Verwüstung ihres Lokals zahlen die Restaurantbesitzer das geforderte Schutzgeld. Eine ähnliche Furcht vor Vergeltung bringt Vogeleltern dazu, die Nachkommen des in Nordamerika lebenden Braunkopf-Kuhstärlings aufzuziehen. Denn diese Kuckucksart zerstört die Gelege der Vögel, die die fremden Eier aus dem Nest werfen. Die betroffenen Vögel lernen schnell, dass sie das fremde Ei beim nächsten Mal behalten sollten, wenn sie einen Vergeltungsschlag vermeiden wollen. Als Konsequenz akzeptieren sie die Kuckuckskinder, solange sie neben ihnen auch ihre eigenen Jungen aufziehen können. Dass Kuckucks-Küken nicht nur ein Nachteil sein müssen, zeigt eine andere Studie: Die Küken des im Mittelmeerraum lebenden Häherkuckucks schützen die Kinder ihrer Pflegeeltern sogar vor Fressfeinden. Diese Kuckuckskinder befördern den Nachwuchs ihrer Adoptiveltern nicht aus dem Nest, sondern dulden ihn neben sich. Die Wirtsvogel-Eltern ziehen also ihre eignen Jungen gemeinsam mit einem Kuckucks-Küken groß. Zum Erstaunen der Forscher ziehen sie dabei unterm Strich mehr Jungvögel erfolgreich groß, als die Vogeleltern ohne Kuckuckskind. Das liegt offenbar daran, dass der kleine Kuckuck ein Sekret abgibt, das auf räuberische Säugetiere und Raubvögel abstoßend wirkt. Dadurch werden sowohl das Kuckucks-Küken als auch seine hilflosen Nestgenossen vor Nesträubern geschützt.
  • ... Kolkraben fähig sind, die Beziehungen anderer Raben zueinander einzuschätzen? Wie viele sozial lebende Tiere zeigen Raben unterschiedliche soziale Beziehungen – sie können Freunde, Verwandte oder Paarpartner haben und sie bilden strikte Gruppenhierarchien aus. Durch Tests fanden Forscher nun heraus, dass die Vögel die Rangbeziehungen, die andere Gruppenmitglieder untereinander haben, verstehen. Dies ist eine Fähigkeit, die bislang nur von Primaten bekannt war. Interessanterweise kannten die untersuchten Raben nicht nur die Beziehungen der Tiere in ihrer eigenen Gruppe, sondern auch jene der Nachbargruppe. Daraus folgern die Forscher, dass Raben rein auf der Basis von Beobachtungen anderer auf deren Beziehungen schließen können. Zudem erbringen diese Ergebnisse den erstmaligen Nachweis, dass Tiere sich für Beziehungen anderer interessieren können, auch wenn diese Beziehungen sie nicht unmittelbar betreffen. Mehr über diese Studie lesen Sie hier.
  • ... die wenigsten Jungtiere, die jetzt im Frühling gefunden werden, richtige Notfälle sind? Nach dem milden Winter haben viele Wildtiere bereits Nachwuchs. Wenn man plötzlich auf vermeintliche Tier-Waisen stößt, denen man helfen möchte, kann man jedoch viel falsch machen, warnt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. Jungvögel landen häufig nach dem ersten Flugversuch piepsend auf dem Boden. Sie sind Flugschüler, aber in der Regel keine Vogel-Waisen. Meist kümmern sich die Vogel-Eltern um den Bruchpiloten. Am besten ist es, Jungvögel, die auf dem Boden hocken, zu beobachten und Katzen auf Abstand zu halten. Nackte Jungvögel kann man bedenkenlos ins Nest zurücksetzen, denn Vogeleltern stören sich nicht an menschlichem Geruch. Junghasen verharren zu ihrem eigenen Schutz regungslos und einsam auf dem Ackerboden. Doch die Häsin hat ihren Nachwuchs nicht verlassen, sondern kommt erst im Schutz der Dunkelheit, um zu säugen. Dadurch macht sie keine Fressfeinde auf ihren Nachwuchs aufmerksam. Auch Rehkitze werden im Frühsommer durch diesen "Abwesenheitstrick" geschützt. Offene Verletzungen bei Wildtieren sind dagegen in der Tat Notfälle. „Jetzt sollten der zuständige Jäger, ein Tierarzt oder die Polizei verständigt werden“, empfiehlt Eva Goris.

Ölkäfer oder Maiwurm, aufgenommen auf einer Pfälzer Wiese im Mai 2010. © Wolfgang Bohnhardt
Ölkäfer oder Maiwurm, aufgenommen auf einer Pfälzer Wiese im Mai 2010. © Wolfgang Bohnhardt
Svana Rogalla (links) beim Aufbau eines Krötenzauns mit der NAJU-Gruppe aus Hamm. © D. Borowski
Svana Rogalla (links) beim Aufbau eines Krötenzauns mit der NAJU-Gruppe aus Hamm. © D. Borowski
Die neue Art Adolfus masavaensis – aus dem Aberdare Gebirge. © W.R. Branch
Die neue Art Adolfus masavaensis – aus dem Aberdare Gebirge. © W.R. Branch
Historisch oder aufgeforstet? Auch für Wälder in Deutschland macht das einen großen Unterschied, wie Forscher nun anhand der mikrobiellen Bodenfauna belegten. © Sandra Reiss
Historisch oder aufgeforstet? Auch für Wälder in Deutschland macht das einen großen Unterschied, wie Forscher nun anhand der mikrobiellen Bodenfauna belegten. © Sandra Reiss
Durch den Ackerbau greift der Mensch in vielfältiger Weise in das Ökosystem ein: Er ersetzt die ursprüngliche Vegetation, verbessert die Nährstoffversorgung durch regelmäßige Düngung, pflügt abgeerntete Pflanzen unter und lockert dabei den Boden a
Durch den Ackerbau greift der Mensch in vielfältiger Weise in das Ökosystem ein: Er ersetzt die ursprüngliche Vegetation, verbessert die Nährstoffversorgung durch regelmäßige Düngung, pflügt abgeerntete Pflanzen unter und lockert dabei den Boden auf. © Erich Harzenetter
Invasive gebietsfremde Pflanzenarten, wie hier die Orientalische Zackenschote (Bunias orientalis), sind oft schnellwüchsig und konkurrenzstark. © Dr. Harald Auge
Invasive gebietsfremde Pflanzenarten, wie hier die Orientalische Zackenschote (Bunias orientalis), sind oft schnellwüchsig und konkurrenzstark. © Dr. Harald Auge
Pflanzenfressende Kleinsäuger wie Mäuse und Erdhörnchen tragen laut einer Studie maßgeblich zur Resistenz von Grasländern gegenüber Invasionen mit exotischen Pflanzenarten bei. © Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Pflanzenfressende Kleinsäuger wie Mäuse und Erdhörnchen tragen laut einer Studie maßgeblich zur Resistenz von Grasländern gegenüber Invasionen mit exotischen Pflanzenarten bei. © Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Das sichere Bestimmen und Sammeln von Wildkräutern sowie ihre Verarbeitung bzw. Zubereitung lernen die Teilnehmenden der Kräuterweiterbildung. © KräuterSchule Sachsen
Das sichere Bestimmen und Sammeln von Wildkräutern sowie ihre Verarbeitung bzw. Zubereitung lernen die Teilnehmenden der Kräuterweiterbildung. © KräuterSchule Sachsen
Freuen sich über die Auszeichnung: Markus Pfeifer (3. v. l.), Geschäftsführer der Regionalmarke EIFEL mit den Gesellschaftern Dirk Kleis (Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region), Gordon Schnieder (Naturpark Südeifel) und Jan Lembach (Natur
Freuen sich über die Auszeichnung: Markus Pfeifer (3. v. l.), Geschäftsführer der Regionalmarke EIFEL mit den Gesellschaftern Dirk Kleis (Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region), Gordon Schnieder (Naturpark Südeifel) und Jan Lembach (Naturpark Nordeifel) vor dem Eifelpanorama. © Regionalmarke EIFEL GmbH
Das EIFEL-Lamm – ein "grasender Naturschützer". Die extensiven Schafweiden der Eifel zeichnen sich durch eine besondere Artenvielfalt aus. © Regionalmarke EIFEL GmbH
Das EIFEL-Lamm – ein "grasender Naturschützer". Die extensiven Schafweiden der Eifel zeichnen sich durch eine besondere Artenvielfalt aus. © Regionalmarke EIFEL GmbH
Auf Fledermaussafaris können junge Ranger die flinken Nachtjäger kennenlernen. © S.Maurer-Wohlatz/ BUND Region Hannover
Auf Fledermaussafaris können junge Ranger die flinken Nachtjäger kennenlernen.
© S.Maurer-Wohlatz/ BUND Region Hannover
Klick in die Vielfalt 2014: "Mein Lieblingsplatz in der Natur" © Maksim Samasiuk
Klick in die Vielfalt 2014: "Mein Lieblingsplatz in der Natur" © Maksim Samasiuk
Intro der Wander-Fotoausstellung "Klick in die Vielfalt" © Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
Intro der Wander-Fotoausstellung "Klick in die Vielfalt" © Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
Titelbild Naturbewusstseinsstudie 2013 © BMUB / BfN
Titelbild Naturbewusstseinsstudie 2013 © BMUB / BfN
Anlässlich des Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai. bietet der Wandertag für biologische Vielfalt Aktionen in der neu erblühten Natur an. © Kreisverwaltung Höxter
Anlässlich des Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai. bietet der Wandertag für biologische Vielfalt Aktionen in der neu erblühten Natur an. © Kreisverwaltung Höxter
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