Vielfalt News Nr. 63 | 20. März 2014

 

 

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 6. März schreiben junge Menschen auf dem neuen Blog der UN-Dekade. Heute stellen wir Ihnen einen der zwölf Autoren vor: Justin Müller, Student, Moorexperte und Jugendbotschafter. Er schreibt über den Schutz der biologischen Vielfalt in Kommunen.

Die erste Rote Liste für wandernde Vogelarten in Deutschland wurde erstellt. Die deutschen Biosphärenreservate locken pro Jahr rund 65 Millionen Touristen an. Die Fischerei hat in den letzten hundert Jahren den Artenreichtum und die Bestandsstruktur der Fische in der Nordsee verändert.

Ausgezeichnet wurden in den letzten Wochen drei neue UN-Dekade-Projekte: In Brandenburg haben Ranger der Naturwacht und Grundschulkinder gemeinsam eine stillgelegte Baggerkuhle renaturiert. In Nordrhein-Westfalen hat der Förderverein des NaturGutes Ophoven standortgerechte Lebensräume für Springfrosch, Kammmolch und weitere Amphibienarten angelegt. Ein Schulprojekt setzt sich seit 1999 mit Pflanzaktionen für seltene heimische Baumarten wie Elsbeere, Speierling, Holzapfel und Wildbirne ein.

In der zweiten Monatshälfte können Sie sich an Aktionen zum Schutz des Waldes und des Klimas weltweit beteiligen. Und bis zum 23. April können sich junge Menschen noch für eine Teilnahme an dem Jugendkongress Biodiversität 2014 anmelden. Wussten Sie schon, dass Imkerei wieder voll im Trend liegt? Dass es ein Online-Quiz zur Artenvielfalt gibt und dass Damenwahl schlauer macht?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

UN-Dekade-Blogger: Justin Müller

Seit dem 6. März schreiben zwölf junge Autorinnen und Autoren auf dem neuen Blog der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Er dient den 17- bis 29-Jährigen als Plattform, über die sie sich mit anderen jungen Menschen zu aktuellen Themen rund um die lebendige Vielfalt austauschen können. Dabei behandelt jede Autorin und jeder Autor die Aspekte, die ihr oder ihm besonders am Herzen liegen. Dazu gehören beispielsweise nachhaltige Lebensstile, Wald- und Küstenschutz, internationaler Umweltschutz und interkulturelle Fragestellungen. Die meisten der zwölf Blogger sind selbst im Naturschutzbereich aktiv und berichten im Blog über ihre Erfahrungen. Dazu gehören auch Justin Müller, Svenja Fox und Christian Schwarzer, die drei Jugendbotschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Justin Müller freut sich über die Möglichkeiten, die der neue Blog den engagierten Jugendlichen bietet: „Mit dem Blog bekommen wir als junge Generation die Möglichkeit, unsere Sicht zu Themen der Biologischen Vielfalt zu kommunizieren. Die Meinung der Jugend wird oft außer Acht gelassen, und dieser Blog ist eine gute Möglichkeit für einen interessanten Austausch. Das ist eine wunderbare Chance und ich freue mich bereits sehr auf - vor allem kritische - Kommentare und spannende Diskussionen!“ Justin Müller, geboren 1992 in Norden, ist dualer Student der Betriebswirtschaften und ehrenamtlich in verschiedenen Jugendsozialprojekten aktiv. So bietet er beispielsweise Moorerlebnisunterricht in den ortsansässigen Grundschulen in Westerstede an. Seit Justin 13 Jahre alt ist, erforscht er Hochmoore und nahm dabei auch erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben wie "Jugend forscht" teil. Seit 2011 setzt sich der Student als Jugendbotschafter der UN-Dekade dafür ein, dass „speziell Kinder und Jugendliche wirklich verstehen, wie wichtig unsere Umwelt für jeden einzelnen ist“. Dabei versucht er auch, „das Thema Biologische Vielfalt auf verschiedenen Agendas weit oben anzusiedeln“. Diese Anliegen spiegeln sich auch in Justins Aktivitäten auf dem UN-Dekade-Blog wider. Sein Motto lautet: „Jeder sollte wissen, dass wir Menschen in großer Abhängigkeit von den Pflanzen und den Tieren leben und ohne die biologische Vielfalt nicht mehr lange überleben werden“. Inhaltlich konzentriert sich Justin auf den Schutz der biologischen Vielfalt in den und durch die Kommunen. Bislang hat er zwei Beiträge verfasst, in denen er die Verantwortung von Bürgern und Kommunen sowie den Wert von Naturschutzarbeit erörtert. Diese Beiträge sowie die Posts der anderen Blogger finden Sie hier.

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 10.03.2014: Erstmals wurde eine Rote Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland erarbeitet. 500 Millionen Zugvögel ziehen jährlich über Deutschland – knapp ein Viertel dieser Arten steht auf der Roten Liste. Zu den gefährdeten Arten gehören beispielsweise Kornweihe, Rotschenkel, Kuckuck und Ortolan. Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), bewertete die Situation der Zugvögel zwar positiver als die der Brutvögel in Deutschland. Doch gäbe es bei bestimmten wandernden Vogelarten besondere Sorgenkinder. Sie müssten auf ihren internationalen Flugrouten besser geschützt werden. „Bedroht sind vor allem die weitziehenden Arten, die bis südlich der Sahara fliegen, während solche mit nur kurzen Wanderungen innerhalb Europas weniger gefährdet sind“, so die BfN-Präsidentin. Deutschland hat laut dem BfN und dem Deutschen Rat für Vogelschutz eine hohe internationale Bedeutung für wandernde Vogelarten. Das Wattenmeer etwa gilt als das wichtigste Rastgebiet für Watvögel auf dem Weg von Sibirien nach Westafrika und die norddeutsche Tiefebene als wichtigstes Winterquartier arktischer Wildgansarten. So versammeln sich beispielsweise 80 Prozent der nordeuropäischen Brandgänse im Sommer zur Mauser auf Sandbänken vor der Elbmündung. Bezugsmöglichkeiten für die Rote Liste der wandernden Vogelarten sowie weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier.
  • 11.03.2014: Laut einer aktuellen Studie locken die 15 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate zwischen Südostrügen und Schwäbischer Alb pro Jahr rund 65 Millionen Touristen an. Diese bewirken einen Bruttoumsatz von knapp drei Milliarden Euro und sorgen somit für ein Einkommen, von dem mehr als 86.000 Bewohner der Großschutzgebiete leben können. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks freut sich über diese wirtschaftliche Bedeutung des Naturtourismus: „Biosphärenreservate können den Tourismus im ländlichen Raum ankurbeln. Das ist eine gute Nachricht für die biologische Vielfalt, aber auch für die Wirtschaft vor Ort.“ Diese Entwicklung könnte laut dem Bundesamt für Naturschutz die Akzeptanz der Schutzgebiete steigern. Die Studie zeigt, dass gerade bisher weniger bekannte Reiseziele von der Anerkennung als Biosphärenreservat profitieren. Zudem gibt es verborgenes Potential zu erschließen: Insbesondere Schutzgebiete mit langer Tourismustradition haben etwa bei der nachhaltigen Ausrichtung des Tourismus bzw. einer Modernisierung der Infrastruktur durchaus noch Nachholbedarf (Quelle: BMUB/BfN). Haben Sie Lust bekommen, die heimischen Großschutzgebiete zu erkunden? Dann finden Sie beispielsweise über das UN-Dekade-Projekt Fahrtziel Natur umweltfreundliche Angebote für Anreise, Unterkunft und Aktivitäten vor Ort.
  • 11.03.2014: Eine deutsche Forschergruppe hat den Einfluss der Fischerei in den letzten hundert Jahren auf das Ökosystem der Nordsee dokumentiert. Die Untersuchung ergab, dass sich nicht nur die Alters- und Größenstruktur innerhalb der Fischbestände verändert hat, sondern auch das Artengefüge. So hat sich beispielsweise die Schollenart Kliesche inzwischen als häufigster Fisch in der Deutschen Bucht etabliert, während die Bestände von Haien und Rochen stark zurückgegangen sind. Die Langzeitdaten zeigen, dass sowohl die Artenzahl als auch das Auftreten großer Individuen abgenommen hat. Der Zustand des Ökosystems konnte sich allerdings auch zwischenzeitlich erholen, wenn die Fischerei eingeschränkt wurde. Laut den Wissenschaftlern könnten diese Ergebnisse für die Entwicklung von Strategien zur Verbesserung des Ökosystemzustands der Nordsee genutzt werden. Dabei seien etwa räumliche Zonierungskonzepte mit unterschiedlicher Nutzung denkbar, um den Artenreichtum und die Bestandsstruktur der Fische zu verbessern (Quelle: idw).

UN-Dekade-Projekte

  • Seit 2011 betreut die Naturwacht Brandenburg die Natur-AG der Grundschule Lenzen bei der Erforschung und Erhaltung eines kleinflächigen Lebensraums. Rangerin Ricarda Rath beschreibt die stillgelegte Baggerkuhle am Rande eines Gewerbegebiets „als kleinen Tümpel mit magischer Anziehungskraft für neugierige und abenteuerlustige Kinder.“ Sie erinnert sich an die stets wissbegierigen Fragen der Nachwuchsforscher wie: Sind aus Kaulquappen Frösche geworden? Wer fängt die meisten Teichmolche und geht heute wieder ein Blutegel oder ein Gelbrandkäfer ins Netz? Noch vor wenigen Jahren war das heutige Vorzeigeprojekt eine Müllhalde mit zugewachsenen und verlandeten Wasserflächen. Bis die Kinder angepackt und ihr kleines Paradies für Tier- und Pflanzenarten geschaffen haben. Ihre Erfolge stellen sie Eltern, Lehrern und anderen Schülern jährlich am Tag der offenen Tür vor. Die von ihnen eingerichteten Beobachtungsplätze inspirieren inzwischen auch andere Schulklassen und Kita-Gruppen zu Ausflügen an den Lern- und Erlebnisort Baggerkuhle in Lenzen. Der Einsatz der Kinder und Ranger wurde am 18. Dezember 2013 von Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack mit der Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt gewürdigt: „Gute Beispiele machen Schule und Projekte wie dieses begeistern sicher nicht nur mich. Kinder haben hier eine biologische Vielfalt geschaffen und können die Erfolge ihres Engagements hautnah erleben. Etwa wenn Uferschwalben in den eigens angelegten Steilwänden brüten, wenn die Kinder eine neue Libellenart entdecken oder wenn Sandstrohblumen eine neue Heimat erhalten“, erklärte Anita Tack bei der Preisübergabe. Auch der UN-Dekade-Botschafter und Reporter Willi Weitzel zeigte sich begeistert: „Es schön, dass die Grundschule dienstags ihren Unterricht zur Baggerkuhle verlagert. Die Schüler und Schülerinnen der Naturwacht AG zeigen sich dort als Abenteurer, Forscher und Entdecker und das zum Wohle der biologischen Vielfalt. Ich bin von diesem Einsatz stark beeindruckt und wünsche mir, dass dieses Projekt auch woanders Schule machen wird! Meine herzlichen Glückwünsche zur Auszeichnung und den Kindern weiterhin viel Spaß an diesem besonderen Tag in der Woche.“ Mehr über das Projekt erfahren Sie hier.
  • Seit dem 14. Januar 2014 trägt das Amphibion auf dem NaturGut Ophoven offiziell den Titel "Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt". UN-Dekade-Botschafter Janus Fröhlich von den Höhnern überreichte Hans-Martin Kochanek, dem Leiter des NaturGutes, das Symbol der Auszeichnung, den "Vielfalt-Baum". „Ich wünsche mir, dass auch noch unseren Nachfahren Frösche, Molche und Kröten in der freien Natur begegnen. Leider hat der menschliche Einfluss hier in Leverkusen das Leben der Amphibien nicht leichter gemacht. Es ist schön zu sehen, dass der Springfrosch und seine Artgenossen auf dem Gut Ophoven ein Zuhause gefunden haben. Ich freue mich, dass ich dem Projekt die Auszeichnung zum UN-Dekade Projekt überreichen darf und hoffe, dass man in der Zukunft in Leverkusen wieder viele Frösche quaken hört“, bekräftigt der Musiker. Hans-Martin Kochanek beschreibt das Amphibion-Projekt als „standortgerechten Lebensraum mit Teichen, Steinhaufen, Schotterflächen und Hecken für viele seltene Tierarten“. Der Förderverein des NaturGutes hat auf dem Gelände artgerechte Gewässer für Springfrosch und Kammmolch angelegt, die sich auch für bereits vorkommende Arten wie Wasser- und Grasfrosch, Berg- und Teichmolch und Erdkröte eignen. Die Umgebung der Gewässer wurde amphibiengerecht gestaltet und durch eine Benjeshecke geschützt. Außerdem wurde ein umfangreiches pädagogisches Programm erarbeitet, um Kindern und Jugendlichen auf zeitgemäße Weise die Bedeutung der Artenvielfalt nahezubringen. Mehr über das Projekt erfahren Sie hier.
  • Baumarten wie die Elsbeere und der Speierling kommen nur noch selten in unseren Wäldern vor. Der ursprünglich artenreiche Mischwald wurde vielerorts durch monotone Nadelholzforste ersetzt, um die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz zu stillen. Ein Schulprojekt im nordrheinwestfälischen Beverungen versucht diesem Trend seit 1999 entgegenzuwirken und die biologische Vielfalt vor Ort wiederherzustellen. 350 Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Beverungen haben bereits an der Umwandlung von Fichtenwald auf dem Selsberg/Beverungen durch bedrohte Baumarten mitgewirkt. Dazu pflanzten sie unter der Leitung von Studiendirektor Hans Barth und Forstamtsrat Matthias Wolff fast 7.000 Bäume seltener heimischer Arten wie Elsbeere, Speierling, Holzapfel und Wildbirne. Die Pflanzungen werden von Schülergruppen der Klassen 5 bis 13 unter Betreuung eines Oberstufen-Schülers als Mentor vorgenommen. Dabei lernen die Schüler laut Hans Barth nicht nur die Komplexität des Ökosystems Wald kennen, sondern entwickeln auch eine Mitverantwortung gegenüber ihrer Umwelt. Der vorbildliche Einsatz der Schüler und Lehrer wurde von dem ehemaligen Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer gelobt, als er ihnen am 16. Januar 2014 die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt überreichte: „Die Umwandlung des Fichtenwaldes auf dem Selsberg ist ein hervorragendes Beispiel für die wichtige Verknüpfung von Umweltbildung und Umweltschutz. Die beteiligten Schüler lernen durch ihre Mitarbeit, sich aktiv für die nachhaltige Gestaltung ihrer Umwelt einzusetzen. Das Ergebnis ihres Engagements können sie jederzeit wieder im Wald besuchen und dabei selbst beobachten, wie sich aus den einst von ihnen gepflanzten Bäumchen ein gesunder Waldbestand entwickelt. Deshalb freue ich mich sehr, dem Projekt die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt übergeben zu dürfen“, so Prof. Klaus Töpfer. Mehr über das Projekt erfahren Sie hier.

Termine und Publikationen

  • In Reaktion auf die globale Waldvernichtung wurde in den 1970er Jahren der 21. März von den Vereinten Nationen zum "Tag des Waldes" erklärt. Durch Abholzung und Brandrodung, insbesondere in den tropischen Regionen, werden derzeit jährlich über 13 Millionen Hektar Wald zerstört. Diese globale Waldzerstörung ist für etwa 20 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich und trägt deshalb maßgeblich zum Klimawandel bei (Quelle: klima-sucht-schutz.de). Der Wald ist ein wichtiger Lebensraum vieler wildlebender Tiere, Pflanzen und Pilze. Er liefert uns unverzichtbare Rohstoffe und schützt als "grüne Lunge" unser Klima. Zudem gibt er uns Raum zur Erholung. Sattes Grün, frische Luft, Ruhe: Ein Waldspaziergang entspannt nicht nur, er ist auch gesund. Forscher finden stets neue Erklärungen dafür, warum Ausflüge im Wald sich positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken (Quelle: Spiegel-Online). Es gibt also viele gute Gründe, um sich für den Waldschutz einzusetzen. Und viele einfache Möglichkeiten, dies im eigenen Alltag zu tun. Beispielsweise durch den Griff zu Recyclingprodukten beim Einkauf von Hygieneartikeln, Schul- und Büromaterial etc. Denn während für ein Kilogramm Frischfaserpapier rund 2,3 Kilogramm Holz benötigt werden, wird ein Kilo Recyclingpapier aus 1,1 bis 1,3 Kilogramm Altpapier hergestellt (Quelle: Geo). Am besten vermeiden Sie auch unnötige Wegwerfprodukte aus Papier, wie Coffee-to-go-Becher, Papierteller und Verpackungsmaterial. Bei Holzprodukten zeigen die Siegel FSC und PEFC an, dass die Produkte aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen. Auch wer weniger Fleisch ist, unterstützt den Waldschutz, denn die Viehhaltung ist wesentlich an der Abholzung von Wäldern beteiligt. Durch das Vermeiden von Produkten mit Palmöl - oft versteckt unter der Bezeichnung "pflanzliche Fette" oder "Pflanzenöl" - tragen Sie zur Erhaltung artenreicher Urwälder und der dort lebenden Orang-Utans bei. Listen zu palmölfreien Produkten finden Sie beispielsweise hier. Wer besonders aktiv werden möchte, kann auch dabei helfen, Bäume zu pflanzen, z.B. bei WikiWoods oder dem UN-Dekade-Bergwaldprojekt.
  • Am 29. März ist wieder Earth Hour bzw. die Stunde der Erde. Im Rahmen dieser weltweiten Klimaschutzaktion unterstützen die Teilnehmer symbolisch das Sparen von Energie und die Reduzierung von Treibhausgasen. Um 20:30 Uhr werden für eine Stunde alle Lichter ausgeschaltet und zwar weltweit zur aktuellen Ortszeit. Machen Sie mit! Im Jahr 2013 beteiligten sich laut dem WWF 144 deutsche Städte, von Aachen bis Zwickau, bei der Aktion. Die Marienkirche in München, der Kölner Dom und die Skyline Frankfurts blieben für eine Stunde im Dunkeln. Rund um den Globus wurde das Licht der berühmtesten Bauwerke, wie Eifelturm, Akropolis, Taj Mahal und Big Ben, ausgeschaltet. (Quelle: WWF)
  • Der Jugendkongress Biodiversität 2014 wird am 29. April als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Er bietet jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren die Möglichkeit, sich mit bis zu 160 Gleichgesinnten zu eigenen Ideen und Projekten für den Schutz der biologischen Vielfalt auszutauschen. Praxisworkshops, Fachvorträge, eine Podiumsdiskussion und Exkursionen bieten vom 18. bis 21. September 2014 auf Rügen einen Einblick in das Thema. Noch bis zum 23. April können sich junge Menschen für eine Teilnahme an dem Kongress anmelden. Dazu sind keine besonderen Fachkenntnisse, sondern Engagement oder Kreativität für das Einreichen eigener Projektideen gefragt. Die besten Ideen zum Thema Nachhaltigkeit und biologische Vielfalt haben die Chance auf eine finanzielle Unterstützung. Mehr dazu lesen Sie hier.

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... Imkerei derzeit voll im Trend liegt? Laut der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim ist die Biene dieser Tage so beliebt, wie schon seit 30 Jahren nicht mehr. Die Zahl der Bienenvölker ist in den letzten Jahren weltweit gestiegen. Es gibt wieder mehr junge Hobby-Imker und Studieninteressierte, der Andrang bei Bienenkunde-Seminaren ist groß. Immer mehr Menschen erliegen der Faszination der Bienenhaltung und möchten zum Schutz der Natur beitragen. Die Erhaltung der Bienen ist noch immer ein wichtiges Thema. Denn die Lebensräume der Honig- und Wildbienen schwinden durch die intensive Nutzung des Menschen. Über diesen Flächenverbrauch hinaus sind die Tiere auch durch Pestizide und Parasiten gefährdet. Besonders die Wildbienen sind stark bedroht, da sie nicht wie Honigbienen von Imkern geschützt werden. Wichtige Lebensräume für Wildbienen sind beispielsweise Streuobstwiesen (Quelle: idw). Aber auch Sie können den wilden Bestäubern etwas Gutes tun, indem Sie nektarreiche Blüten auf Ihrem Balkon oder in Ihrem Garten pflanzen. Unser junger UN-Dekade-Blogger Gerrit Öhm gibt Ihnen dazu praktische Tipps.
  • ... Sie jetzt spielerisch mehr über die Artenvielfalt und ihren Schutz lernen können? Und zwar über das kostenlose Online-Quiz des gemeinnützigen Vereins Bildungscent. Kinder und Erwachsene können hier ihr Wissen über die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen testen. Stellen Sie dazu Ihren persönlichen Schwierigkeitsgrad ein und beantworten Sie dann Multiple-Choice- Fragen wie "In welchem Lebensraum gibt es die meisten Arten?". Knifflig wird das Ganze durch das begrenzte Zeitfenster, in dem Sie sich für eine Antwort entscheiden müssen. Die richtige Lösung wird Ihnen gleich im Anschluss bekannt gegeben. Dadurch erfahren Sie nach und nach, welche Arten in Deutschland und weltweit bedroht sind und wie sie geschützt werden können.
  • ... wählerische Weibchen die Männchen schlau machen? Zumindest bei Fruchtfliegen ist dies tatsächlich der Fall, wie Schweizer Forscher nun mit einem Experiment belegten: Fehlen die wählerischen Weibchen, dann verdummen die Männchen im Laufe der Zeit. Die Forscher vermuten, dass die Männchen bei der Werbung um die Weibchen lernen müssen, bestimmte Reaktionen ihrer Auserwählten zu erkennen. Weil der Pfiffigere bzw. Lernfähigere gewinnt, zeugt er mehr Nachkommen und gibt damit seine Intelligenz an die nächsten Generationen weiter. Tatsächlich wirkte sich dies im Laufe der Zeit offenbar positiv auf die Evolution geistiger Leistungen bei den Fruchtfliegenmännchen aus. Fehlen wählerische Weibchen und Konkurrenz dagegen, dann verliert die Lernfähigkeit zumindest in den für die Partnerwahl wichtigen Bereichen an Bedeutung. Dadurch aber geht sie auch schnell verloren, wie die Experimente zeigten. Damenwahl macht also schlauer, zumindest bei Fruchtfliegen (Quelle: wissenschaft.de - Nadja Podbregar).

Schwalbenschwanz © Frieder Haug

Schwalbenschwanz © Frieder Haug

Jugendbotschafter Justin Müller © BMU/ThomasTrutschel

Jugendbotschafter Justin Müller © BMU/ThomasTrutschel

Beim Stand der UN-Dekade Biologische Vielfalt auf der Woche der Umwelt 2012 (v.l.n.r.): Besucherin, Frank Pfuhl und Justin Müller.© DBU

Beim Stand der UN-Dekade Biologische Vielfalt auf der Woche der Umwelt 2012 (v.l.n.r.): Besucherin, Frank Pfuhl und Justin Müller.© DBU

Justin Müller mit der Klasse 4b im Moor © Taalke Nieberding

Justin Müller mit der Klasse 4b im Moor © Taalke Nieberding

Viele Zugvögel rasten im UNESCO Weltnaturerbe und Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“. © Heike Storch

Viele Zugvögel rasten im UNESCO Weltnaturerbe und Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“. © Heike Storch

Das UN-Dekade-Projekt "Fahrtziel Natur" hat attraktive Angebote für einen umweltverträglichen Tourismus in über 20 Schutzgebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. © DB AG_Hans-Dieter Budde

Das UN-Dekade-Projekt "Fahrtziel Natur" hat attraktive Angebote für einen umweltverträglichen Tourismus in über 20 Schutzgebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. © DB AG_Hans-Dieter Budde

Die Fischerei hat im Laufe der letzten hundert Jahre die Artenzahl und Bestandsstruktur der Fische in der Nordsee verändert.© Florian Möllers, www.florianmoellers.com

Die Fischerei hat im Laufe der letzten hundert Jahre die Artenzahl und Bestandsstruktur der Fische in der Nordsee verändert.© Florian Möllers, www.florianmoellers.com

Auszeichnung des Lern- und Erlebnisortes Baggerkuhle (v.l.n.r.): Landrat Hans Lange, Gebietsleiterin der Naturwacht Ricarda Rath, Umweltministerin Anita Tack, Schulleiterin Sabine Döpel und die Kinder der AG „Kleine Frösche“ der Grundschule Lenzen.

Auszeichnung des Lern- und Erlebnisortes Baggerkuhle (v.l.n.r.): Landrat Hans Lange, Gebietsleiterin der Naturwacht Ricarda Rath, Umweltministerin Anita Tack, Schulleiterin Sabine Döpel und die Kinder der AG „Kleine Frösche“ der Grundschule Lenzen. © Naturwacht Brandenburg

Mädchen mit Erdkröte auf der Hand. © Holger Schmitt

Mädchen mit Erdkröte auf der Hand. © Holger Schmitt

(V.l.n.r.): UN-Dekade-Botschafter Janus Fröhlich von den Höhnern überbrachte Bürgermeisterin Eva Lux, Marianne Ackerman und Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGutes Ophoven, die Auszeichnung. © NaturGut Ophoven

(V.l.n.r.): UN-Dekade-Botschafter Janus Fröhlich von den Höhnern überbrachte Bürgermeisterin Eva Lux, Marianne Ackerman und Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGutes Ophoven, die Auszeichnung. © NaturGut Ophoven

Auszeichnung der Umwandlung von Fichtenwald: Prof. Klaus Töpfer (rechts) übergibt die Auszeichnung an die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b, den Schulleiter, Landrat und beteiligte Forstbeamte. © Gymnasium Beverungen

Auszeichnung der Umwandlung von Fichtenwald: Prof. Klaus Töpfer (rechts) übergibt die Auszeichnung an die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b, den Schulleiter, Landrat und beteiligte Forstbeamte. © Gymnasium Beverungen

Schüler bei einer Baumpflanzaktion im Fichtenwald auf dem Selsberg/Beverungen. © Hans Barth

Schüler bei einer Baumpflanzaktion im Fichtenwald auf dem Selsberg/Beverungen. © Hans Barth

Naturnaher Buchenwald

Naturnaher Buchenwald

Bergwaldprojekt e.V. wurde als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. © Bergwaldprojekt e.V.

Bergwaldprojekt e.V. wurde als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. © Bergwaldprojekt e.V.

Der Jugendkongress Biodiversität 2014 wird am 29. April als Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. © Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Der Jugendkongress Biodiversität 2014 wird am 29. April als Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. © Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Das UN-Dekade-Projekt "Deutschland summt!" engagiert sich in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München für Honig- und Wildbienen. © Wikipedia, Pixelio, Deutschland summt!

Das UN-Dekade-Projekt "Deutschland summt!" engagiert sich in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München für Honig- und Wildbienen. © Wikipedia, Pixelio, Deutschland summt!

Die gefährdete Gelbfleck-Waldschwebfliege. "Die Larven mancher Schwebfliegenarten fressen Blattläuse und sind wichtige Helfer im biologischen Landbau", so Gerrit Öhm. © Gerrit und Hannes Öhm

Die gefährdete Gelbfleck-Waldschwebfliege. "Die Larven mancher Schwebfliegenarten fressen Blattläuse und sind wichtige Helfer im biologischen Landbau", so Gerrit Öhm. © Gerrit und Hannes Öhm

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld