Vielfalt News Nr. 62 | 6. März 2014

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

die Sieger unseres Fotowettbewerbs "Klick in die Vielfalt 2013" stehen fest: Wir gratulieren Reto Stalder und Joachim Lange! Schauen Sie sich die prämierten Bilder in unserer Galerie an.

Ein neues Verbundprojekt sorgt für die Erhaltung von 15 gefährdeten Wildpflanzenarten in Deutschland. Zudem gibt es eine neue Methode, um Inzucht bei wildlebenden Tierarten zu erkennen. Sie kann bei seltenen Arten als Frühwarnsystem genutzt werden. Zwei neue Säugetierarten wurden entdeckt: ein Flussdelfin im brasilianischen Amazonasbecken und eine Breitfußbeutelmaus in Australien.

Wir gratulieren dem UN-Dekade-Projekt des Monats Februar 2014, den jungen Naturentdeckern der Jugendburg Hessenstein und der Naturschutzjugend Hessen. Ausgezeichnet wurden auch zwei neue Projekte: In ganz Deutschland setzen sich Freiwillige mit EUROPARC in Großschutzgebieten für Naturschutz und Umweltbildung ein. Das Team von "Verträglich Reisen" bietet Urlaubern mit einem Webportal und Magazin vielfältige Informationen und Tipps für nachhaltige Reisen innerhalb von Europa.

Im März gibt es zwei Anlässe, sich mit naturverträglichem Konsum zu befassen: den Tag des Artenschutzes am 3. März und den Weltverbrauchertag am 15. März. Wussten Sie schon, dass Sie die Reise von bayerischen Kuckucken nach Afrika und zurück nun live verfolgen können? Wie schädlich Einweg-Plastiktüten sind und dass in London unterirdisch Gemüse angebaut wird?

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße,

Dr. Natalie Bergholz
für das UN-Dekade-Team

Sieger des Fotowettbewerbs 2013

Die Sieger des Fotowettbewerbs "Klick in die Vielfalt 2013" der UN-Dekade Biologische Vielfalt stehen nun fest: Fachjury und Publikum haben ihren jeweiligen Favoriten aus 30 prämierten Bildern gewählt. Die Auswahl wurde von den UN-Dekade-Botschaftern und Profi-Fotografen Norbert Rosing und Florian Möllers aus über 800 eingereichten Fotos getroffen. Anschließend konnten die Besucherinnen und Besucher der UN-Dekade-Webseite online für ihr Lieblingsbild abstimmen. Von den über 2.200 Stimmen wurden 600 für den Publikums-Sieger des Jahres 2013 abgegeben. Gewonnen hat Reto Stalder mit seinem Bild "Lohn der Arbeit: Gefangener Fächerfisch in Tansania". Es zeigt, wie sehr wir Menschen wirtschaftlich von der biologischen Vielfalt abhängig sind. Zugleich wirft es einen fragenden Blick auf unseren Umgang mit der Natur. „Wie Menschen Natur begegnen und sie erleben, sie fördern oder zerstören, dem wird von Fotografen und Medien nach wie vor kaum Beachtung geschenkt. Dabei belegen solche Bilder eindrucksvoll, welchen Stellenwert Natur in unserer Gesellschaft hat, und dass wir Menschen es sind, die auf den Erhalt der biologischen Vielfalt zwingend angewiesen sind“, kommentiert Florian Möllers die Wahl des Publikumspreises. Im nächsten Schritt wählte auch die Fachjury des UN-Dekade-Projektwettbewerbs ihren Favoriten. Zum Jury-Sieger des Jahres 2013 erkoren wurde das Bild "Totalreservat Fauler Ort" von Joachim Lange. Es zeigt Kinder, die neugierig einen naturbelassenen Wald erforschen. Solche Naturerfahrungen in jungen Jahren sind wichtig, um die Natur schätzen und schützen zu lernen. Jurymitglied Hans Jacobs vom Bund Deutscher Forstleute bekräftigt: „Die Bedeutung unserer heimischen Wälder für die Menschen muss schon sehr früh vermittelt werden. Wie dies spielerisch schon den Jüngsten unter uns bewusst gemacht werden kann, zeigt das Gewinnerfoto. Es ist eindrucksvoll, wie einfach es ist, Kinder für unsere Natur zu begeistern. Ihre natürliche Neugier lässt den Wald für sie zu einem großen Abenteuerspielplatz werden, auf dem es überall Neues zu entdecken gibt.“ Die Gewinner Reto Stadler und Joachim Lange freuen sich nun auf ihren Preis: Einen Fotoausflug mit einem der Profi-Fotografen, Norbert Rosing und Florian Möllers. Die Profis werden ihnen neue Einsichten in die Naturfotografie geben, so dass sie wertvolle Inspirationen und Tipps mit nach Hause nehmen können. Die Siegerfotos werden zusammen mit den übrigen prämierten Bildern in einer Galerie auf der UN-Dekade-Webseite vorgestellt.

Neues zur biologischen Vielfalt

  • 27.02.2014: Das neue Verbundprojekt "Wildpflanzenschutz Deutschland" aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt sorgt für die Erhaltung von 15 gefährdeten Pflanzenarten. Die ausgewählten, wildlebenden Arten kommen weltweit ausschließlich oder hauptsächlich in Deutschland vor. Für ihren Schutz kombinieren die Botanischen Gärten in Berlin-Dahlem, Karlsruhe, Osnabrück, Potsdam und Regensburg drei bislang meist isoliert durchgeführte Strategien. Um die regionalen Anpassungen der 15 Arten zu erhalten, werden ihre Samen und Sporen bundesweit an verschiedenen Wildstandorten gesammelt. Ein Teil dieses Saatguts wird für Erhaltungs- und Vermehrungskulturen in den Botanischen Gärten genutzt, der Rest wird in Genbanken eingelagert. Schließlich wird das kultivierte Saatgut in enger Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen genutzt, um gefährdete Populationen am Wildstandort zu stärken. Zusätzlich soll die Öffentlichkeit durch eine breit angelegte Kampagne über die Bedeutung der heimischen biologischen Vielfalt infomiert werden. Um die Bereitschaft zu stärken, diese heimische Vielfalt zu erhalten und zu schützen, werden die Themen für die schulische und außerschulische Umweltbildung aufbereitet. Zu den 15 ausgewählten Pflanzenarten, für deren Schutz Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, gehört auch die Heilpflanze Arnika. Sie ist inzwischen in weiten Teilen des deutschen Tieflands ausgestorben (Quelle: Uni-Osnabrück). Um die streng geschützte Arnika zu sichern, wird ihre Ausbreitung und ihre egionale Nutzung als Heilpflanze auch im Rahmen eines UN-Dekade-Projektes gefördert.
  • 25.02.2014. Seltenen Tierarten droht aufgrund ihrer kleinen Populationsgröße oft ein Verlust an genetischer Vielfalt bedroht. Nachkommen, die infolge von Inzucht geboren werden, sind meist anfälliger für Krankheiten. Da Inzucht gewöhnlich auch eine geringere Fruchtbarkeit zur Folge hat, steigt die Gefahr, dass die betroffene Population schließlich ausstirbt. Inzucht und ihre Folgen verlässlich in Wildtieren zu messen, war aber bislang nur in Ausnahmefällen möglich. Um zu klären, wie eng die Tiere einer Population miteinander verwandt sind, müssen Biologen ihre DNA vergleichen. „Solche Analysen waren bislang nur sehr grob“, erklärt Dr. Joseph Hoffman von der Universität Bielefeld. Denn für diese Genanalysen seien bislang nur etwa zehn DNA-Abschnitte, sogenannte DNA-Marker, verwendet worden. In der aktuellen Studie des Forschers und seiner Kollegen wurden nun mehr als 10.000 DNA-Marker ausgewertet. „Damit können wir sehr präzise zeigen, wie eng die Tiere miteinander verwandt sind“, erklärt Dr. Joseph Hoffmann. Die Wissenschaftler wandten die neue Methode bei verendeten Seehunden an, die an Stränden der Nordsee gefunden wurden. Sie stellten fest, dass Tiere, die infolge von Inzucht geboren wurden, tatsächlich anfälliger für Lungen-Parasiten waren. „Insgesamt deutet unsere Studie darauf hin, dass Inzucht in einigen Arten ein größeres Problem darstellt als bislang angenommen“, erklärt der Forscher. Die neue Methode kann künftig als Frühwarnsystem eingesetzt werden, um Inzucht bei seltenen Tierarten zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen (Quelle: idw).
  • 24.01.2014. Im brasilianischen Amazonasbecken haben Forscher eine neue Flussdelfinart entdeckt. Ein sensationeller Fund, über den sich auch die Naturschützer freuen: „Seit fast hundert Jahren wurde keine neue Süßwasserdelfinart entdeckt“, erklärt Roberto Maldonado von WWF Deutschland. Die neue Art unterscheidet sich von ihren Verwandten, den in Südamerika verbreiteten Rosa Flussdelfinen (Inia geoffrensis), durch einen längeren Schädel und weniger Zähne. Sie lebt in den Flüssen Araguaia und Tocantins im Osten des Amazonasbeckens, weshalb sie Inia araguaiensis genannt wurde. Leider gilt die neue Delfinart bereits als stark gefährdet: Sie umfasst laut Schätzungen der Forscher nur rund tausend Tiere, von denen viele in der Nähe eines Wasserkraftwerk-Staudammes leben. Auch die anderen Rosa Flussdelfine sind in Gefahr, weil ihr fettreiches Fleisch von Fischern als Köder eingesetzt wird. Dämme, Überfischung und Umweltverschmutzung bedrohen viele Flussdelfinarten weltweit. Dass ein Fangverbot helfen könnte, zeigt das Beispiel des Indus-Delfins, der offenbar von einem solchem Verbot profitiert (Quelle: SpiegelOnline). Auch in Australien wurde eine neue Säugetierart von Wissenschaftlern entdeckt: Die Breitfußbeutelmaus Antechinus arktos. Bislang wurden nur wenige Tiere der neuen Art gefunden, die offenbar nur in den regenreichen Hochlagen eines Vulkans vorkommt. Die Forscher vermuten daher, dass sie durch den Klimawandels stark gefährdet ist (Quelle: Spektrum.de). Dies verdeutlicht einmal mehr, wie eng der weltweite Klimaschutz mit dem Schutz der Artenvielfalt verbunden ist.

UN-Dekade-Projekte

  • Sie haben entschieden! "Naturentdecker auf Tour – Forschungsreise zur biologischen Vielfalt" ist Sieger der Online-Abstimmung und damit das UN-Dekade-Projekt des Monats Februar 2014. Von insgesamt 1.457 Stimmen wurden 572 für das vorbildliche Bildungsprogramm der Jugendburg Hessenstein und der Naturschutzjugend (NAJU) Hessen abgegeben. Wir gratulieren zu diesem Erfolg! UN-Dekade-Jurorin Pia Zimmermann erläutert das Projekt: „Auf der Jugendburg Hessenstein können Schülerinnen und Schüler auf eine spannende Forschungsreise in die Lebensräume Wasser, Wiese und Boden gehen. Dabei lernen sie eigenständig die lebendige Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten und deren Bedeutung für uns Menschen kennen“, so die Redakteurin des Hessischen Rundfunks. „Die jungen Naturentdecker bestimmen dazu beispielsweise die Artenvielfalt und Gewässergüte in Flüssen oder sammeln Wiesenpflanzen für die eigene Herstellung von Heilsalben.“ Mehr Informationen zu dem am 14. November 2013 in Vöhl von Landrat Dr. Reinhard Kubat ausgezeichneten Projekt finden Sie hier.
  • Bei dem Freiwilligenprogramm von EUROPARC Deutschland e.V. ist der Einsatz für die Natur in 43 deutschen Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten Ehrensache. Rund 3.000 Freiwillige engagieren sich hier pro Jahr in vielfältigen Projekten für den Naturschutz und die Umweltbildung. Sie unterstützen das Parkpersonal beispielsweise beim Mähen von Bergwiesen, beim Kartieren von Fledermäusen, bei der Beschilderung von Wanderwegen, bei der Betreuung von Kindergruppen oder bei der Pflege von Fotoarchiven. Durch die eigene Tätigkeit und begleitende Veranstaltungen werden die Freiwilligen für die Bedeutung und den Schutz der heimischen biologischen Vielfalt sensibilisiert. An dem Projekt "Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks" sind über die deutschen Großschutzgebiete hinaus auch Unternehmen wie Bionade und Fjallräven, soziale Organisationen wie die Lebenshilfe, regionale Schulen, Ausbildungsbetriebe und Naturschutzakademien sowie europäische Parke und Naturschutzorganisationen beteiligt. Vorbildlich ist insbesondere die Kooperation mit der Lebenshilfe, die es auch Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht, sich ehrenamtlich in den Naturlandschaften zu engagieren. Gertrud Sahler vom Bundesumweltministerium überreichte am 29. November 2013 in Gersfeld die offizielle Auszeichnung für das UN-Dekade-Projekt. Dabei dankte die Abteilungsleiterin für Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung den Freiwilligen für ihr Engagement: „Ehrenamtlich tätig zu sein, ist in unserer immer schneller werdenden Welt, in der auch Beruf und Familie viel Zeit abverlangen, keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr gilt mein Dank allen Freiwilligen, die ihre Freizeit dem Erhalt der biologischen Vielfalt in den Nationalen Naturlandschaften widmen. Vielfach tragen sie auch dazu bei, andere Menschen für den Schutz von Natur und Landschaft zu begeistern. Ein doppelter Gewinn also, der die Auszeichnung von "Ehrensache Natur" als UN-Dekade-Projekt mehr als rechtfertigt.“ Mehr über das Projekt lesen Sie hier.
  • Die Plattform "Verträglich Reisen" der fairkehr GmbH bietet Urlaubern seit fast 25 Jahren vielfältige Informationen und Tipps für nachhaltige Reisen innerhalb von Europa. Auf dem Webportal von "Verträglich Reisen" regen attraktive Urlaubsangebote in unbekannte Wander- und Radreiseregionen, die mit Bus, Bahn oder Fähre erreichbar sind, dazu an, klimaschonend zu verreisen. Serviceangebote und Informationen für eine entsprechende Anreise und Mobilität vor Ort sowie zu nachhaltigen Unterkünften und individuellen Reiseanbietern erleichtern die eigene Reiseplanung. Mithilfe von umfangreichem Kartenmaterial werden europäische Zugstrecken und die wichtigsten inländischen Verbindungen für das jeweilige Urlaubsland anschaulich dargestellt. Darüber hinaus liefert das Portal wertvolle Tipps für einen schonenden Umgang mit der biologischen Vielfalt vor Ort. So wird beispielsweise dazu geraten, auf zweifelhafte Souvenirs zu verzichten und sich in sensiblen Naturregionen nur auf den angelegten Wegen fortzubewegen. Das zusätzliche Magazin "Verträglich Reisen" erscheint jährlich und bietet hochwertige Reiseberichte und nützliche Informationen. Es ist die einzige Reisezeitschrift im deutschsprachigen Raum, die sich ausschließlich mit naturverträglichem Tourismus in Europa beschäftigt. Für dieses Engagement wurde die Informationsplattform "Verträglich Reisen" am 3. Dezember 2013 als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Schauspielerin und UN-Dekade-Botschafterin Maren Eggert beglückwünschte die fairkehr GmbH zur Auszeichnung: „Mit "Verträglich Reisen" wird ein Projekt ausgezeichnet, das mit seiner Informationsplattform Reiselustige per Bus, Schiff oder Bahn umweltverträglich ans Ziel bringt. Das Angebot berücksichtigt alle Zielgruppen und bietet Tourismusregionen, Motivation und Unterstützung. So finden sich als Reisetipps auf www.vertraeglich-reisen.de zum Beispiel ein Bio-Gästehaus in West-Irland, Wandern und Radeln im Wendland oder Wildnisnächte in den Wipfeln der Provence. Das hört sich nicht nur verheißungsvoll an, sondern wird durch diese Auszeichnung auch qualitativ bestätigt.“ Für die Zukunft wünscht Maren Eggert dem neuen UN-Dekade-Projekt weiterhin viele neue Ideen und eine reiche Auswahl an nachhaltigen Reisetipps. Mehr über das Projekt lesen Sie hier.

Termine und Publikationen

  • Seit dem 3. März 1973 findet jährlich der Tag des Artenschutzes statt. An diesem Tag wurde das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) unterzeichnet. Das Abkommen soll wildlebende Arten von Tieren und Pflanzen weltweit vor Handelsinteressen schützen. Um stärker darauf aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den Tag nun zum offiziellen World Wildlife Day (Welt Wildnis Tag) ernannt. Denn trotz des Abkommens floriert der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten weiterhin. So werden etwa seltene tropische Hölzer für Parkettböden, Möbel oder Musikinstrumente genutzt; Medikamente, Kosmetika oder Nahrungsmittel aus gefährdeten Hai-Arten hergestellt und die Häute von bedrohten Reptilien zu Taschen, Schuhen oder Gürteln verarbeitet. Wissenschaftler wie der Reptilienexperte Dr. Mark Auliya warnen vor den ökologischen Folgen: „In vielen der ursprünglichen Lebensräumen breiten sich bereits Rattenplagen und Krankheitserreger aus, weil Reptilien als natürliche Jäger und Aasfresser wegfallen.“ Die gesamte Artenvielfalt auf unserer Erde wird auf 10 bis 20 Millionen Arten geschätzt. Doch diese Zahl geht dramatisch zurück: Jährlich sterben weltweit etwa tausendmal mehr Arten aus als es unter natürlichen Umständen der Fall wäre. Von den einheimischen Tierarten in Deutschland sind 35 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet. Sie stehen daher auf der roten Liste, die alle zehn Jahre vom Bundesamt für Naturschutz erstellt und veröffentlicht wird. Artenschutz bedeutet, die Vielfalt an wildlebenden Pflanzen und Tieren zu bewahren. Aber nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch ihre Lebensräume müssen geschützt werden. Artenschutz beginnt im Alltag. Unser Konsum hat Einfluss auf den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Entsprechende Tipps finden Sie in dem folgenden Beitrag zum Weltverbrauchertag. Aber nicht nur im Alltag, sondern auch im Urlaub können Sie etwas für die biologische Vielfalt tun. Das Webportal Artenschutz im Urlaub verrät Ihnen, wie Sie Mitbringsel vermeiden, die aus geschützten Tieren und Pflanzen hergestellt wurden. Auch wer das Auto öfter stehen lässt und Energie spart, leistet einen Beitrag zum Artenschutz. Denn Klimaschutz ist auch Artenschutz, weil der Klimawandel in Zukunft voraussichtlich eine der größten Herausforderungen für das Überleben vieler Arten sein wird.
  • Am 15. März macht der internationale Weltverbrauchertag auf die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher aufmerksam. Er wird seit dem Jahr 1983 jährlich begangen und geht zurück auf den US-Präsidenten John F. Kennedy, der drei grundlegende Verbraucherrechte verkündete. Dazu gehört auch das Recht, aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auszuwählen. Aber verbirgt sich hinter der heutigen Produktvielfalt tatsächlich eine Vielfalt an Zutaten? Oder doch nur Mais, Weizen und Soja? Und weshalb verarmen die Kakaobauern in Westafrika und Lateinamerika, obwohl in westlichen Ländern so viel Schokolade gegessen wird? Welche Auswirkungen hat unser Konsum eigentlich auf die biologische Vielfalt weltweit? Diesen Themen widmet sich auch das aktuelle UN-Dekade-Schwerpunktthema "Vielfalt nutzen - die Angebote der Natur". Mit einem naturverträglichen Lebensstil können Sie persönlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Siegel wie FSC (Forest Stewardship Council) für Holzprodukte oder MSC (Marine Stewardship Council) für Fischerei gewährleisten, dass die Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Fischerei stammen. Wer beim Putzen umweltschonende Reiniger einsetzt, beim Waschen auf Weichspüler verzichtet und Waschmittel sparsam dosiert, schont den Lebensraum Wasser. Wer Produkte ohne oder mit wenig Verpackung kauft, schont natürliche Ressourcen. Fair gehandelte Produkte garantieren feste Mindestpreise für ihre Erzeuger. Davon profitieren nicht nur weltweit jedes Jahr 10 Millionen Menschen, die ihre Kinder in die Schule schicken können und Zugang zu medizinischer Versorgung sowie sauberem Trinkwasser erhalten. Es werden zudem kleinteiligere Wirtschaftsstrukturen gefördert, die auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen können. Weitere Anregungen für einen bewussten Konsum finden Sie beispielsweise in unseren Handlungstipps oder im Nachhaltigen Warenkorb.

„Wussten Sie schon, dass…?“

  • ... es ein digitales Logbuch für reisende Kuckucke gibt? Kuckucke gehören zu den bedrohten Vogelarten. Sie verbringen den Winter in Afrika, doch es kehren immer weniger Tiere von dort zurück. Weil das Zugverhalten der Vögel nicht genau bekannt ist, hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) nun ein internationales Projekt ins Leben gerufen. 14 Kuckucke aus Bayern und Weißrussland wurden mit Mini-Satellitensendern ausgestattet, um ihre Flugrouten zu verfolgen. Zur Unterscheidung wurden sie auf Namen wie Ruth, Viktar oder Juliane getauft. Über das Webportal "Kuckuck, wo bist du?!" können Sie nun die Reise dieser Kuckucke live mitverfolgen. Auf einer Satellitenkarte sind die Flugrouten der einzelnen Vögel zu sehen. Über den Namen oder das Bild eines Kuckucks gelangen Sie zu seinem bzw. ihrem individuellen Logbuch. Hier erfahren Sie beispielsweise, dass sich die Kuckucksdame Ruth aus Bayern mittlerweile auf den Rückweg gen Norden gemacht hat und sich derzeit in Kamerum befindet. Wer nicht nur zuschauen möchte, kann das Projekt auch unterstützen: Der LBV sucht Menschen, die einen Kuckuck auf seiner beobachteten Reise nach Afrika und zurück sponsern möchten.
  • ... Dreiviertel des Mülls im Meer aus Kunststoffen besteht, deren Abbau Jahrhunderte benötigt? Millionen Seevögel und weitere rund 100.000 Meereslebewesen kommen jährlich um, weil sie durch Plastikteile ersticken oder verhungern. Zudem schaden ihnen die giftigen Nebenprodukte, die das Plastik beim Zersetzen entwickelt. Deshalb rät das Umweltbundesamt (UBA), auf kunststoffhaltige Kosmetika und Verpackungen zu verzichten und Müll sorgfältig zu trennen und zu entsorgen. Ein Teil des Problems sind die häufig verwendeten, noch kostenlosen Einweg-Plastiktüten. Davon werden allein an der Nordsee rund fünf Stück pro hundert Meter Küstenlinie im Jahr angespült. Selbst wenn man die kurzlebigen Einweg-Tüten zwei- oder dreimal verwendet, lassen sie sich laut dem UBA nur schwer mit Abfallvermeidung in Einklang bringen. Das gelte auch für Einweg-Tragetaschen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. Besser seien Mehrweg-Tragetaschen oder Varianten aus recycelten Kunststoffen, etwa die Tragetaschen mit dem Blauen Engel. Noch besser ist es natürlich, keine Plastiktüten zu verwenden, sondern Stofftaschen, Körbe, Rucksäcke, Kisten oder ähnliches. Dabei spart man künftig sogar Geld, wenn die vom UBA geforderte Bezahlpflicht auch für Einweg-Plastiktüten eingeführt wird.
  • ... in Londons ehemaligen Bunkern nun unterirdisch Gemüse angepflanzt wird? "Growing Underground" heißt das Projekt von zwei Engländern, die eine unterirdische Farm von rund einem Hektar Größe angelegt haben. In einer Tiefe von rund 30 Metern wachsen dort Erbsen, Rucola, Schnittlauch, Koriander und Rettich; Tomaten und Pilze sollen folgen. Das Besondere: Der Anbau erfolgt klimaneutral, denn der Strom für die LED-Lampen stammt aus erneuerbaren Energien. Zudem sind die Wege zum Konsumenten an der Oberfläche kurz. Nach der Ernte soll das Gemüse innerhalb von vier Stunden bei den Kunden sein. Weil im Untergrund zudem eine ganzjährige Produktion möglich ist, hat das Bunker-Gemüse gute Chancen auf dem Markt.

Ahornsamen beim Keimen im Frühjahr. © Erwin Weiß

Ahornsamen beim Keimen im Frühjahr. © Erwin Weiß

Der Publikums-Sieger: Lohn der Arbeit: Gefangener Fächerfisch in Tansania © Reto Stalder

Der Publikums-Sieger: Lohn der Arbeit: Gefangener Fächerfisch in Tansania © Reto Stalder

Der Jury-Sieger: Totalreservat Fauler Ort © Joachim Lange

Der Jury-Sieger: Totalreservat Fauler Ort © Joachim Lange

Die Siegerinnen aus dem Jahr 2012 beim Fotoausflug im Bayerischen Wald. © Norbert Rosing

Die Siegerinnen aus dem Jahr 2012 beim Fotoausflug im Bayerischen Wald. © Norbert Rosing

Wildpflanzenschutz Deutschland

Wildpflanzenschutz Deutschland

Das Forschungsteam wendete seine neue Methode auf Seehunde an und wies nach, dass die Lungen von Tieren aus Inzucht besonders häufig mit Parasiten befallen waren. © Oliver Krüger

Das Forschungsteam wendete seine neue Methode auf Seehunde an und wies nach, dass die Lungen von Tieren aus Inzucht besonders häufig mit Parasiten befallen waren. © Oliver Krüger

Im Amazonasbecken von Brasilien wurde eine neue Flussdelfinart entdeckt. © Dieter Schütz / Pixelio

Im Amazonasbecken von Brasilien wurde eine neue Flussdelfinart entdeckt. © Dieter Schütz / Pixelio

Die neu entdeckte Breitfußbeutelmaus in Australien. © Gary Cranitch, Queensland Museum

Die neu entdeckte Breitfußbeutelmaus in Australien. © Gary Cranitch, Queensland Museum

Wassertag der Naturentdecker auf Tour: Bestimmung der Gewässergüte - Trinkwassertest. © Jugendburg Hessenstein gGmbH

Wassertag der Naturentdecker auf Tour: Bestimmung der Gewässergüte - Trinkwassertest. © Jugendburg Hessenstein gGmbH

Gertrud Sahler überreicht Guido Puhlmann und Anne Schierenberg von EUROPARC Deutschland die Auszeichnung für „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“. © EUROPARC Deutschland

Gertrud Sahler überreicht Guido Puhlmann und Anne Schierenberg von EUROPARC Deutschland die Auszeichnung für „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“. © EUROPARC Deutschland

Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg im Naturpark Barnim bei der Wiesenmahd. © EUROPARC Deutschland

Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg im Naturpark Barnim bei der Wiesenmahd. © EUROPARC Deutschland

Das "Verträglich Reisen"-Team freut sich über die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt. © fairkehr GmbH/Verträglich Reisen

Das "Verträglich Reisen"-Team freut sich über die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt. © fairkehr GmbH/Verträglich Reisen

Im französichen Doubs-Tal kann man abseits des Autoverkehrs entspannt direkt am Fluss radeln. Download © fairkehr GmbH/Verträglich Reisen

Im französichen Doubs-Tal kann man abseits des Autoverkehrs entspannt direkt am Fluss radeln. Download © fairkehr GmbH/Verträglich Reisen

Weitere Informationen zum Artenschutz finden Sie auf dem Serviceportal www.tag-des-artenschutzes.de, das am 28. September 2012 als offizielles UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet wurde. © www.tag-des-artenschutzes.de

Weitere Informationen zum Artenschutz finden Sie auf dem Serviceportal www.tag-des-artenschutzes.de, das am 28. September 2012 als offizielles UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet wurde. © www.tag-des-artenschutzes.de

Um wildlebende Arten zu schützen, ist eine nachhaltige Nutzung wichtig. Das Siegel MSC (Marine Stewardship Council) gewährleistet, dass Produkte aus nachhaltiger Fischerei stammen. © Florian Möllers © www.florianmoellers.com

Um wildlebende Arten zu schützen, ist eine nachhaltige Nutzung wichtig. Das Siegel MSC (Marine Stewardship Council) gewährleistet, dass Produkte aus nachhaltiger Fischerei stammen. © Florian Möllers © www.florianmoellers.com

Viele Kleinbauern wissen gar nicht, was ihre Produkte wert sind und verkaufen ihren Kakao unter Marktpreis. © Fairtrade Deutschland

Viele Kleinbauern wissen gar nicht, was ihre Produkte wert sind und verkaufen ihren Kakao unter Marktpreis.

Das Kuckucksweibchen Ruth aus Regensburg befindet sich aktuell in Kamerun. In diesem zentralafrikanischen Land gibt es mindestens 900 verschiedene Vogelarten, von denen ca. 750 Arten dort heimisch sind. © LBV

Das Kuckucksweibchen Ruth aus Regensburg befindet sich aktuell in Kamerun. In diesem zentralafrikanischen Land gibt es mindestens 900 verschiedene Vogelarten, von denen ca. 750 Arten dort heimisch sind. © LBV

Sogenannte "Hemdchenbeutel" finden sich als Plastikmüll häufig an den Küsten und in den Meeren. © Francesca Schellhaas / photocase

Sogenannte "Hemdchenbeutel" finden sich als Plastikmüll häufig an den Küsten und in den Meeren. © Francesca Schellhaas / photocase

Die unterirdische Farm von "Growing Underground" in London. © Lori Zimmer, inhabitat.com

Die unterirdische Farm von "Growing Underground" in London. © Lori Zimmer, inhabitat.com

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld