„Zugang zu Natur für alle“ fordern 25 Organisationen aus Wohlfahrtspflege und Naturschutz in Deutschland

Naturvielfalt ist Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bonn / Berlin, 22. Oktober 2018 – Natur bringt Menschen zusammen und bietet viele Möglichkeiten für soziales Miteinander und Integration – über soziale und kulturelle Grenzen hinweg. Der Zugang zu Natur für alle in der näheren Wohnumgebung soll daher künftig als Standard in Politik und Gesellschaft verankert werden. Entsprechende Flächen sollen in den Bauleitplanungen stärker berücksichtigt werden. Das fordern 25 Organisationen aus Naturschutz, Stadtentwicklung und sozialen Bereichen der Gesellschaft in einem gemeinsamen Statement, das heute veröffentlicht wurde. Die Organisationen sind Mitglieder des Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland.

Die Erklärung stellt heraus, dass gemeinschaftliche Naturerlebnisse den sozialen Zusammenhalt stärken und zur positiven Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beitragen. Aufenthalt, Bewegung, Sport und Spiel in der Natur förderten zudem Gesundheit, Wohlbefinden und Bildung.

Die Organisationen fordern mehr attraktive multifunktionale Naturflächen, Grünräume und Kleingärten in den Städten und auf dem Land, die für alle barrierefrei verfügbar sind. Zudem sollen Aktivitäten und Erlebnisse in und mit der Natur stärker in die Programme von Bildung, Erziehung und sozialer Arbeit einbezogen werden. Dafür seien sowohl gute Beispielprojekte als „Leuchttürme“ als auch zusätzliche kommunale Mittel erforderlich.

Die Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland hatte 2017 zahlreiche Organisationen zur Mitarbeit im Kompetenzteam „Soziale Natur – Natur für alle“ eingeladen und den gleichnamigen Projektwettbewerb ins Leben gerufen.

Ziel ist, die große Bedeutung, die Naturvielfalt für den Zusammenhalt und eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft bietet, zu stärken und dem Verlust an Biodiversität entgegenzuwirken. Gefördert wird die Initiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Wortlaut der Erklärung

NaturVielfalt – Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhallt
Gemeinsames Statement des Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle”
der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Im Rahmen des Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle” der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland kommen Vertreter/innen von rund 25 Organisationen aus den sozialen Bereichen der Gesellschafft, der Stadtentwicklung und dem Naturschutz zusammen. Ziel ist, die große Bedeutung, die Naturvielfalt für den Zusammenhalt und eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft bietet, bekannter zu machen und zu stärken.

Natur bringt Menschen zusammen und bietet viele Möglichkeiten für mehr soziales Miteinander und Integration - über soziale und kulturelle Grenzen hinweg. Positive gemeinschaftliche Naturerlebnisse leisten entscheidende Beiträge zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und prägen die künftigen Erwachsenen für den Wert und den Erhalt der Naturvielfalt. Darüber hinaus tragen Aufenthalt, Bewegung, Sport und Spiel in der Natur wesentlich zu Gesundheit, Wohlbefinden und Bildung bei.

Immer mehr Naturflächen, Grünräume und biologische Vielfalt in Deutschland gehen verloren, in der Stadt und auf dem Land. Ihre Erhaltung und Entwicklung ist kein Luxus sondern eine dringende Notwendigkeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Gesundheit.

Wir sind eine Plattform von Organisationen, die den fachlichen Austausch zwischen Naturschutz und dem sozialen Bereich ermöglicht und Kompetenzen bündelt. Darüber hinaus setzen wir auf die Verbreitung von Informationen und guten Praxis-Beispielen über unsere Kommunikationskanäle und auf politische Interessensvertretung.

Wir möchten erreichen, dass in den Städten und auf dem Land attraktive multifunktionale Naturflächen und Grünräume für alle barrierefrei verfügbar sind. Der Zugang zu Natur für alle in geringerer Entfernung zur Wohnung soll als Standard in Politik und Gesellschaft verankert werden. Ebenso sollen Aktivitäten und Erlebnisse in und mit der Natur stärker als bislang in die Programme von Bildung und Erziehung sowie sozialer Arbeit einbezogen werden.

Wir wünschen uns ein noch größeres Netzwerk an Unterstützern in Politik, Verbänden, Wissenschaft und Praxis. Naturflächen, Grünräume und Kleingärten sollen in der Bauleitplanung stärkere Berücksichtigung finden, insbesondere auch bei der städtischen Nachverdichtung, und nicht als Baulandreserve dienen. Gute Beispielprojekte als Leuchttürme und zusätzliche kommunale Mittel sind sowohl für die Entwicklung und Pflege eines Netzes an entsprechenden Flächen als auch für hierauf abgestimmte Angebote in Bildung, Erziehung und sozialer Arbeit erforderlich. Dabei sollten geeignete Maßnahmen zur Qualifizierung und Fortbildung von Akteur/innen in den sozialen Bereichen, der Stadtentwicklung und im Naturschutz mit einbezogen werden.

Die Mitglieder des Kompetenzteams

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e. V.


Arbeitskreis städtische Naturerfahrungsräume


AWO Bundesverband e. V.


BUND Bundesverband e.V.


Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e. V.


Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof e. V.


Bundesverband der Natur-und Waldkindergärten in Deutschland e. V.

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.


Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V.

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.


Christlicher Verein Junger Menschen e. V.


Deutsche Umwelthilfe e. V.


Deutscher-Wildgehege-Verband e. V.


Deutsches Jugendherbergswerk e. V.


Deutsches Kinderhilfswerk e. V.


Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband e. V.


EUROPARC Deutschland e. V.


Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V.


Malteser Hilfsdienst Diözese München-Freising


Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V.


Stiftung anstiftung


Umweltbundesamt


Verband Botanischer Gärten e. V.


Verband der Zoologischen Gärten e. V.


Verband Deutscher Naturparke e. V.

Kontakt

Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
c/o nova-Institut GmbH
D-50354 Hürth
Telefon: 02233-4814-74
E-Mail: geschaeftsstelle(at)undekade-biologischevielfalt.de
Internet: www.undekade-biologischevielfalt.de

Gartentag im Kulturgarten Lüneburg | Foto: Robin Dirks

Gartentag im Kulturgarten Lüneburg | Foto: Robin Dirks

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld