„Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ wird offizielles UN-Dekade-Projekt

Im Emsland und in der Westfälischen Bucht engagieren sich sieben Partner aus fünf Kommunen gemeinsam für die biologische Vielfalt.

Nordhorn, 20. November 2017 –  Das südliche Emsland und die nördliche Westfälische Bucht sind ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Typisch für die Region sind nährstoffarme Sandstandorte. In Heiden und Mooren, Bächen und Weihern lebt eine Vielzahl spezieller Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern und setzt dafür auf regionale Partnerschaften. Für sein Engagement erhalten der Kreis Steinfurt und seine sechs Verbundpartner heute die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Holger Galas vom Bundesumweltministerium überreicht die Urkunde in Nordhorn.

 

Zu den Verbundpartnern zählen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität Münster.
 
Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Optimierung und Neuanlage von blütenreichen Wegesäumen und Uferstreifen. Diese „Wege zur Vielfalt“ vernetzen die unterschiedlichen Lebensräume in der Region und fördern so die Ausbreitung von Pflanzen und Tieren. Je nach naturräumlicher Ausstattung realisieren die Verbundpartner aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Ziele und Maßnahmen, um die biologische Vielfalt in den Regionen des Projektgebiets gezielt zu fördern.   

In regionalen Partnerschaften mit Kommunen, Naturschutzverbänden, Landwirten und anderen Gruppen vor Ort pflegen sie nicht nur Wegesäume, sondern optimieren auch Heideflächen oder renaturieren Bäche und Flussufer. Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen vieler Tier- und Pflanzenarten wie dem Rebhuhn, der Glockenheide oder dem Feuerfalter. Auch bedrohte Tierarten wie die Knoblauchkröte profitieren von dem Engagement der Projektpartner.   

Um auch Kinder und Erwachsene für die Natur zu begeistern und damit mehr Akzeptanz für den Naturschutz zu erreichen, finden im Rahmen des Projekts regelmäßig Veranstaltungen und Aktionen statt. In Workshops lernen Interessierte, wie schon kleine Veränderungen im Alltag die Natur entlasten und beim Poetry Slam „Slam by nature“ können sich Wortartisten auf kreative Weise mit dem Thema Naturschutz auseinandersetzen.   

Das südliche Emsland und die nördliche Westfälische Bucht stellen einen von den 30 in Deutschland ausgewiesenen „Hotspots der Biologischen Vielfalt“ dar. Die vom Bundesamt für Naturschutz im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie ausgewählten Regionen weisen eine vergleichsweise hohe Anzahl und Dichte an seltenen Tieren, Pflanzen und Lebensräumen auf. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde. 


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs "Soziale Natur – Natur für alle" auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Website
Website des Projekts

Ansprechpartner beim Projekt

Frau Esther Susewind
Tel.: 02551 691423
esther.susewind(at)kreis-steinfurt.de   

Kreis Steinfurt, Untere Naturschutzbehörde
Tecklenburger Straße 10
48565 Steinfurt

Eine Biene besucht eine Leitart des Projekts, das Berg-Sandglöckchen. | Foto: T. Starkmann

Eine Biene besucht eine Leitart des Projekts, das Berg-Sandglöckchen. | Foto: T. Starkmann

Holger Galas vom BMUB (re.) übergab die Auszeichnung der UN-Dekade an (v.l.): Dieter Krone, Oberbürgermeister der Stadt Lingen, Dirk Kopmeyer, Dezernent für Bauen und Umwelt des Landkreises Emsland, Manuela Monzka, Projektverantwortliche des Landkreises Grafschaft Bentheim, Friedrich Kethorn, Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Dr. Klaus Effing, Landrat des Kreises Steinfurt, Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken. Foto: Projektträger

Holger Galas vom BMUB (re.) übergab die Auszeichnung der UN-Dekade an (v.l.): Dieter Krone, Oberbürgermeister der Stadt Lingen, Dirk Kopmeyer, Dezernent für Bauen und Umwelt des Landkreises Emsland, Manuela Monzka, Projektverantwortliche des Landkreises Grafschaft Bentheim, Friedrich Kethorn, Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Dr. Klaus Effing, Landrat des Kreises Steinfurt, Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken. Foto: Projektträger

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