Urban-Gardening für biologische Vielfalt und mehr soziales Miteinander

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller zeichnete in Weilimdorf das Projekt „Biodiversität im urbanen Garten“ aus. Das Projekt des Chloroplast e. V. Stuttgart ist nun offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Es verknüpfe in beispielhafter Weise soziale Aspekte mit der Förderung der biologischen Vielfalt, so die Begründung der Fachjury, die über die Vergabe entscheidet.

Der Verein für Urban Gardening und Kulturförderung hat in der ehemaligen Gärtnerei Walz einen interkulturellen Gemeinschaftsgarten errichtet. Auf derzeit rund 50 Hochbeeten können Interessierte eigenes Gemüse und Obst, Kräuter und Blumen anbauen. Mit einer breiten Sortenvielfalt, samenfestem Saatgut und selbstgezogenen Jungpflanzen fördert die Initiative gezielt die biologische Vielfalt.

 

Das gemeinsame Gärtnern schafft wertvolle Begegnungsmöglichkeit für Menschen unterschiedlicher Herkunft und ermöglicht positive Gemeinschaftserlebnisse in und mit der Natur. Über den Anbau, die Ernte und die Verarbeitung von regionalen, saisonalen, aber auch exotischen Pflanzen sollen zudem neue Formen der Kooperation und Kommunikation zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, Generationen und Kulturen entstehen.

 

Mit seinen Gewächshäusern, Nebengebäuden und großräumigen Außenflächen ist das Areal auch ein Experimentierfeld zur Erprobung innovativer Ansätze im Urban Gardening. Erprobt wird bspw. Aquaponik, ein Verfahren, das die Aufzucht von Fischen in Aquakultur mit der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. In einer anderen Anlage werden mithilfe von Kompostwürmern und einem automatischen Wasserkreislaufsystem Biobabfälle zu einer organischen Nährstofflösung zersetzt. 

 

Zum vielfältigen Leben auf dem Gelände tragen zahlreiche kommunale, universitäre, soziale und kulturelle Organisationen und Initiativen bei. Das Projekt wird derzeit von 18 verschiedenen Partnerorganisationen unterstützt. Dazu gehören die Stadt Stuttgart / Weilimdorf, die Universität Stuttgart ILPÖ, die Hochschule für Technik Stuttgart, die Universität Hohenheim, die Stuttgarter Change Labs, der Flüchtlingskreis Weilimdorf, die Naturfreunde Weilimdorf, Greening Stuttgart, der Stadtlücken e.V., die Seidenspinner, der Stadtacker Wagenhallen und der Kulturbetrieb Wagenhallen, der Circus Calibastra e.V., der Zirkus Mutter Erde e.V., der El Palito e.V., die Kulturinsel Stuttgart, die VHS Ökostation und die AWO Stuttgart.

 

Zwei Jahre lang kann das Projekt nun das Siegel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ führen und in seiner Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Danach muss es sich erneut um diesen Titel bemühen.    

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

zur Projektbeschreibung

Zur Facebook-Seite des Projekts

 

 

Der Chloroplast e. V. hat in der ehemaligen Gärtnerei Walz in Weilimdorf einen interkulturellen Gemeinschaftsgarten errichtet. Foto: Chloroplast e. V.

Der Chloroplast e. V. hat in der ehemaligen Gärtnerei Walz in Weilimdorf einen interkulturellen Gemeinschaftsgarten errichtet. Foto: Chloroplast e. V.

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