Umweltminister Huber zeichnete Forchheimer Naturschutzprojekte aus

München – Zwei Naturschutzprojekte des Landkreises Forchheim erhielten am 10. April 2018 im Münchner Landtag das Siegel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Ausgezeichnet wurden die Projekte „Kultur- und Naturlandschaft mit Kopfeichen am Hetzleser Berg“ des Landschaftspflegeverbands Forchheim e. V. und "Erhalt der traditionellen Bewässerung im Wiesenttal im Forchheimer Land" des Landratsamts Forchheim. Umweltminister Dr. Marcel Huber übergab die Auszeichnung in der Plenarsitzung des Landtags.   Der Titel wird von der Fachjury der UN-Dekade an Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Die Kopfeichen am Hetzleser Berg

Das Projekt „Kultur- und Naturlandschaft mit Kopfeichen am Hetzleser Berg“ setzt sich für den Erhalt des deutschlandweit bedeutenden Kopfeichenbestands und der umliegenden artenreichen Streuobst- und Mähwiesen am Hetzleser Berg ein. Etwa 1000 Kopfeichen gibt es dort noch. Einige von ihnen sind über 300 Jahre alt. Bis in die 1950er Jahre wurden sie regelmäßig zurückgeschnitten, um Rinde zum Gerben von Tierhäuten für die Lederproduktion zu gewinnen. Heute gilt der Bestand als Hotspot der holzbewohnenden Käferarten in Bayern. Über 245 verschiedene Arten, die teilweise streng geschützt sind, wurden hier nachgewiesen.


Seit 2010 werden die Kopfeichen durch den Landschaftspflegeverband Forchheim über Landschaftspflegemittel (LNPR) mit den Eigentümern gemeinsam gepflegt und so vor dem Zerfall geschützt. Die artenreichen Streuobst- und Mähwiesen werden mit Hilfe des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) langfristig erhalten und naturschutzfachlich betreut.

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Die Wässerwiesen im Wiesenttal

Im Mittelpunkt dieses Projekts steht der Erhalt des Ökosystemkomplexes Wiesentaue. Im 18. Jahrhundert begannen Bauern im Wiesenttal damit, die Bewässerung ihrer Felder zu organisieren. Sie hoben Gräben aus und errichteten Wehre. Auf diese Weise entstanden die sogenannten Wässerwiesen. Diese sind heute wertvolle Lebensräume, Brutreviere und Nahrungshabitate für Pflanzen, Vögel und Insekten. Zum Beispiel für Wiesenbrüter wie den gefährdeten Wachtelkönig oder die Sumpfheuschrecke. Gleichzeitig ist das Tal ein beliebter Rastplatz für Zugvögel.


Um dieses natürliche und kulturelle Erbe zu erhalten, unterstützt das Landratsamt Forchheim seit 2017 Landwirte und Gewässergenossenschaften dabei, die Bewässerungssysteme auf der rund 2000 Hektar großen Fläche instand zu halten und umweltschonend zu bewirtschaften. Durch Förderung von artenreichem Grünland (HNV (High Nature Value) Stufen I-III) und einer traditionell nachhaltigen Grünlandnutzung sowie deren Ausdehnung soll den Landwirten eine naturschonende Bewirtschaftung der produktiven Wiesen ermöglicht werden.

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Der Bayerische Umweltminister Marcel Huber (vorne, Mitte) übergab im Bayerischen Landtag die Urkunden an die Vertreter/innen der Projekte. Foto: Projektträger

Der Bayerische Umweltminister Marcel Huber (vorne, Mitte) übergab im Bayerischen Landtag die Urkunden an die Vertreter/innen der Projekte. Foto: Projektträger

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