Symbol für intakte Landschaften

„Majestätisch“: Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,60 m ist der Seeadler (Haliaeetus albicilla) eine beeindruckende Erscheinung. Markant sind sein heller Kopf, der kräftige gelbe Schnabel und die starken gelben Greiffüße. Ein Portrait des größten einheimischen Greifvogels.

Treuer Gatte, ökonomischer Jäger

<span style="font-weight: normal;">Seeadler sind beständig: Paare leben lange zusammen und kehren immer wieder zu einem oder mehreren ihrer Nester (Horste) zurück. Seeadlerreviere sind vielfältig, sie liegen in weiträumigen und wasserreichen Landschaften mit Baumbestand (hohe Bäume sind die bevorzugten Stellen für den Horst). Hier findet der Greifvogel Nahrung: Fische, Wasservögel, im Winter auch Aas. Meist wartet er auf einem Ansitz auf seine Beute – die ökonomischste Jagdweise für den großen Adler. </span>

Erfolgreicher Schutz

Der Seeadler lebt in Deutschland hauptsächlich in den gewässerreichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Noch Mitte des 20 Jahrhunderts war er durch intensive Jagd in Westeuropa nahezu ausgerottet. Inzwischen leben in Deutschland laut WWF wieder ca. 580 Paare – dank verschiedener Schutzprojekte, die ab Ende der 1960er-Jahre eingerichtet wurden. Nach und nach avancierte der Seeadler zum Symbol für großflächige und intakte Naturlandschaften. Gefährdungsursachen sind heute u.a. Zusammenstöße mit Zügen, Stromleitungen oder Windkraftanlagen sowie Vergiftungen durch bleihaltige Munition im Aas von Wild.  

Kritikern zum Trotz

Übrigens: Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) kam zu dem Ergebnis, dass der Seeadler keine Konkurrenz für die Fischerei ist. Er fängt hauptsächlich Fische, die nicht kommerziell genutzt werden. Auch wurden wichtige Erkenntnisse für weitere Schutzmaßnahmen gewonnen, u. a. über die Bedeutung von Ansitzplätzen.  

Über den Tellerrand

Und noch ein aktueller Hinweis: Um Verwandte des Seeadlers geht es in der Sonderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung „Kein Platz für wilde Vögel? Rotmilan und Schreiadler in Mecklenburg-Vorpommern“. Sie gastiert vom 06. bis 30. August im Müritzeum in Waren an der Müritz. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Museums.

Seeadler-Portrait beim BUND. Seeadler-Portrait beim WWF. Meldung zur Studie beim Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. 

Seeadler | © martin_schuetze / Fotolia

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