Sperriger Name, wichtiger Rückzugsraum: Straßenbegleitgrün

„Straßenbegleitgrün“: Grünflächen mit Bäumen, Büschen, Gräsern und Blütenpflanzen an Wegen, Straßen und Parkplätzen. Sie dienen zunehmend als Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten, die von den immer selteneren artenreichen Wiesen mit Wildblumen ausweichen müssen.

Der Lebensraum am Straßenrand ist z. B. Blend- und Lärmschutz und stabilisiert Böschungen. Bis auf gelegentliches Mähen bleibt er meist unbeachtet. Hier liegt die Chance für spezialisierte Tiere und Pflanzen, die typischerweise auf Magerrasen leben. Sie machen das Straßenbegleitgrün erstaunlich artenreich. Früher fand man diese Arten auf Wildblumenwiesen, die aber mit dem Rückgang der Heuwirtschaft immer seltener werden.

 

Leider ist auch das vielfältige Straßenbegleitgrün in Gefahr: Aus Kostengründen setzen viele Städte und Gemeinden auf Methoden, die wenig förderlich für die biologische Vielfalt sind: Oft wird zu früh – also vor der Samenbildung und -verbreitung – gemäht, oder das Schnittgut mit Saugern entfernt – und mit ihm kleine Lebewesen und Samen. Dadurch gehen Blütenpflanzen langfristig zurück.

 

Erfolge auf blütenreichen Wiesen sind allerdings auch zu vermelden: In einem Schutzgebiet mit zahlreichen Wildblumen wurde die seltene Ochsenzungen-Sandbiene entdeckt: Die heimische Wildbiene ist auf die Gemeine Ochsenzunge angewiesen, eine mitteleuropäische Wildpflanze. 

 

Artikel zu Straßenbegleitgrün und Meldung zur Ochsenzungen-Sandbiene beim NABU.

Straßenbegleitgrün ist für viele Tiere und Pflanzen ein artenreicher Rückzugsort. | © Petra Dirscherl / pixelio.de

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