Schutzprojekt für den Rotmilan von UN-Dekade ausgezeichnet

Kern des Vorhabens ist die Beratung und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in sieben Bundesländern.

Weimar, 18. September 2017 – Er gilt als heimlicher Wappenvogel Deutschlands: der Rotmilan. Diesen majestätischen Greifvogel gibt es nur in Europa; jeder zweite brütet in Deutschland. Doch der Rotmilan hat ein Problem: Er findet nicht genug Nahrung. Das Verbundprojekt „Rotmilan – Land zum Leben“ der Deutschen Wildtierstiftung, des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL), des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) und weiterer Projektpartner hat es sich daher zum Ziel gemacht, den Rückgang der Rotmilan-Population in Deutschland aufzuhalten. Für dieses vorbildliche Engagement wird das Projekt heute im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Dr. Christiane Paulus vom Bundesumweltministerium überreicht die Urkunde während der Fachtagung "Rotmilan – Land zum Leben" im Hotel Kaiserin Augusta in Weimar.

 

In der Erklärung der UN-Dekade-Jury heißt es: „Das Projekt trägt in neun Regionen bundesweit dazu bei, die Lebensräume und das Nahrungsangebot für den Rotmilan zu verbessern und zu erhalten. Es leistet damit einen wesentlichen Beitrag für den Schutz dieser bedrohten Art.“ Die Zahl der Brutpaare war in den letzten 20 Jahren um ein Drittel gesunken. Einer der Hauptgründe dafür ist die landwirtschaftliche Intensivierung. Schnell und dicht wachsende Feldfrüchte versperren dem Greifvogel den Blick auf die Beute. Er ist auf abwechslungsreiche Kulturlandschaften angewiesen.

 

Ein wesentlicher Ansatzpunkt des Projektes ist daher die Beratung von Landwirten, Waldbesitzern und Kommunen. In neun Modellregionen – verteilt auf sieben Bundesländer – informieren Experten über Rotmilan-freundliche Landnutzung. Ziel ist, Brutbedingungen und Nahrungsangebot auf landwirtschaftlichen Flächen zu verbessern. Um den Effekt der Schutzmaßnahmen zu messen, werden zudem Nahrungsangebot, Bruterfolg und Raumnutzung von Rotmilanen untersucht. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Naturschutz und Landwirtschaft soll neue Erkenntnisse für den Erhalt liefern.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite: https://www.undekade-biologischevielfalt.de/index.php?id=49&tx_lnv_pi1%5Bwettbewerb%5D=1871&tx_lnv_pi1%5Baction%5D=show&tx_lnv_pi1%5Bcontroller%5D=Wettbewerb&no_cache=1

Website des Projekts: http://www.rotmilan.org/

 

Ansprechpartnerin beim Projekt:

Ingeborg Köpsel

Tel.: 040 970 786 981

i.koepsel(at)DeWiSt.de

 

DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG

Christoph-Probst-Weg 4

20251 Hamburg

Dr. Christiane Paulus vom Bundesumweltministerium (BMUB) verleiht Auszeichnung der UN Dekade Biologische Vielfalt an Projektträger: (von links) Dr. Jürgen Metzner (Deutscher Verband für Landschaftspflege), Hilmar Freiherr von Münchhausen (Deutsche Wildtier Stiftung), Dr. Christiane Paulus, Bundesumweltministerium), Dr. Christoph Sudfeldt (Dachverband Deutscher Avifaunisten). Foto: A.Bauer

Der Rotmilan ist mit seiner unverwechselbaren Silhouette ein beeindruckender Anblick. Er gehört zu den Verantwortungsarten Deutschlands in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Foto: M. Putze. | Kostenfreie Nutzung nur im Zusammenhang mit dieser Meldung.

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