Projekt der Jahres 2017 ausgezeichnet

"Ganz Köln im Spatzenfieber" ist Projekt des Jahres 2017 der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Die Auszeichnung übergab Dr. Elsa Nickel, Leiterin der Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturentwicklung im Bundesumweltministerium, am 5.3.2018 im Rahmen des Fachkongresses "Wege zu mehr Natur in der Stadt" in Frankfurt. Die Fachjury der UN-Dekade würdigt damit das vorbildliche Engagement der Stadt und ihrer Partnerorganisationen für die Naturvielfalt im urbanen Raum. Der Kölner Bürgermeister Dr. Ralf Heinen und die Leiterin des Projekts Betina Küchenhoff vom Umweltamt der Stadt Köln nahmen Urkunde, Vielfaltsbaum und einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro entgegen.

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt sind die Bestände des Haussperlings in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die fröhlichen Stadtbewohner finden in unseren Großstädten immer weniger geeignete Nahrung und Nistmöglichkeiten. Es fehlt an Futterpflanzen, Insekten, Trink- und Badeplätzen und vor allem an Schlupflöchern und Nischen an Dächern und Fassaden. 

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Um das zu ändern, haben die Kölner die Initiative ergriffen und sorgen seit 2015 mit zahlreichen beispielhaften Aktionen dafür, die Lebensbedingungen des Sympathieträgers in der Domstadt zu verbessern. Die Maßnahmen sollen dabei nicht nur den Spatzen zugute kommen, sondern die biologische Vielfalt in der Stadt insgesamt stärken. Mitmachaktionen und anschaulich gestaltete Informationsmaterialien sollen die Kölnerinnen und Kölner zudem anregen, eigene Maßnahmen umzusetzen. Das können beispielsweise das Aufhängen von Nisthilfen sein oder die Pflanzung geeigneter Futterpflanzen wie Hirse und Sonnenblumen oder das Einrichten einer Futterstelle.   

   
Das Jahresprojekt wird von der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt aus dem Kreis der Projekte des Monats des betreffenden Jahres gewählt. Der städtischen Initiative unter Federführung des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz ist es nach Auffassung der Jury der UN-Dekade besonders gut gelungen, Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Organisationen und Institutionen in die Aktivitäten einzubinden. Dazu gehören neben den Ortsverbänden der Naturschutzorganisationen NABU und BUND auch die Kölner Uni, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Zoo Köln, die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) und die Victor F. Rolff Stiftung. 


So wurden in Kooperation mit dem BUND Köln an zehn ausgewählten Kölner Schulen die Schulhöfe spatzengerecht umgestaltet. Ein daraus abgeleiteter Projektleitfaden soll anderen Schulen als Anregung und Beispiel dienen. In Zusammenarbeit mit dem NABU Köln, entstanden zudem eine Wanderausstellung, ein Fotowettbewerb und ein Jahreskalender zum Thema Spatzen. Für Kinder wurde das Lesebuch „Willi der Spatz“ entwickelt und an allen Kölner Grundschulen kostenlos verteilt. Eine eigene Internetseite informiert detailreich über die Lebensweise und Lebensraumansprüche der Spatzen und gibt Tipps, wie man den Vögeln mit einfachen Maßnahmen helfen kann.   


Auf der Webseite kann man auch eigene Spatzenbeobachtungen melden. Die Sichtungen werden in eine laufend aktualisierte Stadtkarte eingetragen. Es gibt zudem ein Informationsfaltblatt zum Spatzenschutz, Samentütchen zur Anlage von Spatzenweiden und Spatzennistkästen, die kostenlos abgegeben werden. Der Zoo hat Nisthilfen aufgestellt, Futterpflanzen gesetzt und eine Tafel aufgehängt mit Informationen was man selbst für den Spatz tun kann. Innerhalb der Stadtverwaltung wirbt die Initiative für eine naturnähere Grüngestaltung und versucht, die Belange der Artenvielfalt in die städtischen Planungen zu integrieren.    

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite

Zur Website des Projekts

Ansprechpartnerin beim Projekt:

Betina Küchenhoff
Tel: 0221 221 22770
betina.kuechenhoff(at)stadt-koeln.de

Willy, der Spatz ist das sympathische Maskottchen des Kölner Spatzenprojekts. Foto: Betina Küchenhoff.

Willy, der Spatz ist das sympathische Maskottchen des Kölner Spatzenprojekts. Foto: Betina Küchenhoff.

Dr. Elsa Nickel (re.) aus dem BMUB übergab Urkunde, Vielfaltsbaum und Scheck an die Projektleiterin Betina Küchenhoff (Mitte) und Bürgermeister Dr. Ralf Heinen. Foto: Arno Todt

Dr. Elsa Nickel (re.) aus dem BMUB übergab Urkunde, Vielfaltsbaum und Scheck an die Projektleiterin Betina Küchenhoff (Mitte) und Bürgermeister Dr. Ralf Heinen. Foto: Arno Todt

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