Projekt "Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge" ausgezeichnet

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt überreicht die Auszeichnung auf der Schmetterlingswiese vor dem Gebäude der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden.

Dresden, 28. August 2017 – Jeder kann etwas für Schmetterlinge tun! Das ist die Botschaft von „Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“. Die Initiative unter der Leitung der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt, Naturschutzfonds zeigt, dass bereits einfache Maßnahmen die Artenvielfalt auf Wiesen und öffentlichen Grünflächen erhöhen. Dieser Ansatz überzeugte die Jury der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Für ihr vorbildliches Engagement für die Biodiversität werden die Schmetterlingswiesen heute zum UN-Dekade-Projekt ernannt. Der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt überreicht die Auszeichnung auf der Schmetterlingswiese vor dem Gebäude der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden.

 

Hauptziel des Projekts ist es zu erreichen, dass Wiesen in Städten und Dörfern seltener und nur zu 70-90 % gemäht werden. So bleiben – anders als bei Kahlschlägen – immer wieder Pflanzen stehen, an denen sich Eier, Larven oder Puppen von Schmetterlingen und anderen Insekten befinden. Von dieser „Puppenstube“ aus können die gemähten Flächen wiederbesiedelt werden.

Schmetterlingshilfe 2.0

Eine Besonderheit des Projekts ist der interaktive Ansatz. Die Website schmettlingswiesen.de vermittelt Tipps zur Wiesenpflege und Wissenswertes über Tagfalter und ihre Nahrungspflanzen. Wer selbst eine Schmetterlingswiese pflegen möchte, kann ein Schmetterlingswiesenschild bestellen. Eine kostenlose App hilft, die Tagfalterarten zu bestimmen und die Beobachtungen zu melden. Über einen Blog können die Wiesenpfleger ihre Erfahrungen mitteilen.

Ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt

Es gibt bereits über 170 registrierte Wiesen in Sachsen, die Schmetterlingen und anderen Insekten Lebensraum bieten. Sie werden u.a. von Ehrenamtlichen, Kommunen und Wohnungsgenossenschaften bewirtschaftet. Das Projekt ist eine Kooperation der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Naturschutzfonds, dem Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Landesverband Sachsen e. V., dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und dem Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e. V.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde. 
In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

Zur Projektbeschreibung

Website des Projekts

www.schmetterlingswiesen.de

Projektträger

Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden

Königsbrücker Landstr. 159

01109 Dresden

Öffnungszeiten: 10-16 Uhr

Ansprechpartner beim Projekt

Dr. Matthias Nuß

Tel.: 0351 795 841 4337

matthias.nuss(at)senckenberg.de

Der Kleine Sonnenröschenbläuling wurde auf der Schmetterlingswiese vor den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden gesichtet. Die Larven leben in Sachsen an Storchschnabelarten. Foto: M. Nuß.

Thomas Schmidt (Mitte), Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen, bei der Übergabe der Auszeichnung im Kreise der ProjektvertreterInnen: v.l.n.r: Andrea Gößl (Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt), Dr. Matthias Nuß (Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden), Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger (Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Thomas Schmidt (Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen), Christina Kretzschmar (Geschäftsführerin des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, Landesverband Sachsen), Susanne Ziemer (Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz), Bernd Heinitz (Vorsitzender des NABU Landesverbandes Sachsen); Foto: Ina Ebert (NABU Sachsen)

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