Pflege und Erhalt seltener Bergheiden – UN-Dekade Biologische Vielfalt zeichnet Projekt „Bergheiden im Rothaargebirge“ aus

Priska Hinz, hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, überreicht die Urkunde beim Hessentag in Korbach.

Korbach, 25. Mai 2018 – Hoch- oder Bergheiden sind in Europa nur noch vereinzelt zu finden. Sie bilden Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten wie Arnika oder den Raubwürger. Im Gebiet der hessisch-westfälischen Landesgrenze erstrecken sich auf 190 Hektar noch 50 dieser wertvollen Bergheideflächen. Da jedoch kaum noch eine Bewirtschaftung stattfindet, wird diese historische Kulturlandschaft langsam durch eine natürliche Wiederbewaldung verdrängt. Das Projekt „Bergheiden im Rothaargebirge“ möchte dem entgegenwirken und den ökologischen Zustand der Heideflächen im Naturpark Diemelsee und im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge verbessern.

Dazu soll unter anderem die regionale, soziale Schäferei beitragen, bei der auch Personen mit körperlicher oder geistiger Behinderung einen betreuten Arbeitsplatz erhalten. Die Bewirtschaftung mit Schafen und Ziegen verhindert dabei den Aufwuchs von Gehölzen. Ein weiteres Ziel besteht darin, neue Heideflächen zu schaffen und bestehende besser zu vernetzen. Dafür arbeiten der Naturpark Diemelsee und der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge als Projektträger eng zusammen. Unterstützt werden sie vom Naturschutzzentrum Biologische Station Hochsauerlandkreis und der Universität Osnabrück.

Landschaftsökologen der Universität dokumentieren, wie sich der Bestand von Pflanzen und Tieren auf den Heideflächen im Laufe des Projekts verändert, das mit der Heideblüte 2017 gestartet ist und über vier Jahre läuft. Ein weiteres Anliegen der Projektträger ist, Konflikte zwischen verschiedenen Interessengruppen vor Ort, wie dem Naturschutz und dem Tourismus, zu klären. Denn die Heidelandschaften sind bei vielen als Orte der Erholung beliebt.

In den Augen der Jury der UN-Dekade liefert das Projekt durch die Renaturierung der Heideflächen einen besonders wichtigen Beitrag zur Bewahrung biologischer Vielfalt: Es trage dazu bei, ökologisch wertvolle und sehr selten gewordene Lebensräume in einem Mittelgebirge zu erhalten, begründet sie ihre Auszeichnung. Zudem lobt sie die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung bei der Landbewirtschaftung.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite: www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/2195/

Projektträger (u.a.)
Naturschutzzentrum - Biologischen Station – Hochsauerlandkreis
Am Rothaarsteig 3
59929 Brilon

Heidschnucken und Ziegen helfen dabei, die typischen Pflanzen und Tiere der Bergheiden zu verbreiten. | Foto: Katharina Wrede / Biologische Station Hochsauerlandkreis

Heidschnucken und Ziegen helfen dabei, die typischen Pflanzen und Tiere der Bergheiden zu verbreiten. | Foto: Katharina Wrede / Biologische Station Hochsauerlandkreis

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (2. v. li.) überreichte die Urkunde im Rahmen des Hessentags 2018. Von links nach rechts: Prof. Werner Wahmhoff, DBU, Staatsministerin Priska Hinz, Hess. Umweltministerium, Thomas Schröder, Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung Naturpark Diemelsee, Thomas Trachte, Verbandsvorsteher Zweckverband Naturpark Diemelsee, Dr. Karl Schneider, Landrat Hochsauerlandkreis, Prof. Eckhard Jedicke, Projektkoordinator

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (2. v. li.) überreichte die Urkunde im Rahmen des Hessentags 2018. Von links nach rechts: Prof. Werner Wahmhoff, DBU, Staatsministerin Priska Hinz, Hess. Umweltministerium, Thomas Schröder, Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung Naturpark Diemelsee, Thomas Trachte, Verbandsvorsteher Zweckverband Naturpark Diemelsee, Dr. Karl Schneider, Landrat Hochsauerlandkreis, Prof. Eckhard Jedicke, Projektkoordinator

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