NaturVielfalt – Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt

Zweites Treffen des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“ fand am 16. Mai in Berlin bei der Diakonie Deutschland statt.

Berlin, 16. Mai 2018 – Ulrich Lilie, Präsident des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung, Dr. Christiane Paulus, Leiterin der Unterabteilung Naturschutz im BMU und Dr. Christiane Schell, Leiterin der Abteilung Grundsatzangelegenheiten des Naturschutzes im BfN, begrüßten die rund 25 Vertreter/innen des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“. Die Expert/innen aus den Wohlfahrts-, Jugend- und Naturschutzverbänden sowie Vereinigungen der Botanischen und Zoologischen Gärten sowie Lernbauernhöfe und Wildgehege trafen sich um praktische und strategische Ansätze zu besprechen und ein gemeinsames Statement zu entwickeln. Das Motto lautete „NaturVielfalt – Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

Ulrich Lilie, Diakonisches Werk, Dr. Christiane Paulus, BMU, Dr. Christiane Schell, BfN, zeigten in ihren Begrüßungen die Schnittstellen und Gemeinsamkeiten in der Arbeit von Wohlfahrts- und Sozialarbeit sowie Naturschutz und biologischer Vielfalt in Deutschland auf und wiesen auf die Chancen und Synergiemöglichkeiten hin.

Stephanie von Waldstein, stellvertretende Diözesanoberin des Malteser Hilfsdienstes der Erzdiözese München-Freising präsentierte das Projekte „Alpen.Leben.Menschen“, das die Malteser zusammen mit dem Deutschen Alpenverein durchführen. Der Ansatz trägt nicht nur zur Integration geflüchteter Menschen im bayerischen Alpenraum bei, sondern sensibilisiert gleichzeitig auch für die Naturvielfalt. Es geht um die Interaktion mit der einheimischen Bevölkerung durch Aktionen in und mit der Natur. 47 DAV-Sektionen und fünf Malteser Dienststellen sind mit vielen engagierten Ehrenamtlichen bei naturkundlichen Exkursionen, Wegesanierungen, Schutzwaldpflanzungen sowie naturgerechtem Bergsport aktiv.

Die „Helle Oase“ ist ein Bürgergarten im städtischen Problemviertel Berlin-Hellersdorf. Anna Juhnke, Projektleiterin beim Verein Kids und Co., erläuterte, wie auf der 4.200 Brachfläche von Quadratmetern Begegnungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für die Bewohner des Viertels mit der Natur geschaffen wurden. Der seit 2012 bestehende Bürgergarten bietet naturbelassene Bereiche und Räume für naturnahes Gärtnern. Eine ökologische Bestandsaufgabe ergab, dass im Gemeinschaftsgarten über 60 verschiedene Wildpflanzenarten zu finden sind. Durch die gemeinsame gärtnerische Tätigkeit und im Rahmen der jährlichen Feste werden Gemeinschaftsgefühl und soziale Zusammenhalt gestärkt und gleichzeitig Naturbezüge vermittelt. Die Aktivitäten leisten einen Beitrag dazu, das Wohnquartier und sein soziales Umfeld aufzuwerten und zu verbessern.

Schließlich berichtete Silke Wissel, Teamleiterin Stadtnatur bei der Deutschen Umwelthilfe, über die langjährige Arbeit des Verbandes im Bereich „Stadtgrün und soziale Gerechtigkeit“. Dabei wies sie auf den laufenden DUH Wettbewerb „Gärten der Integration“ hin und die interessanten Förderprogramme „Zukunft Stadtgrün“ und „Soziale Stadt“, die beim Bundesinnenministerium angesiedelt sind, das nun auch das Bauressort umfasst.

In der intensiven Nachmittagsdiskussion haben die Teilnehmer/innen des Kompetenzteams die wesentlichen Eckpunkte für ein gemeinsames Statement erarbeitet. Das Papier wird im weiteren Verlauf abgestimmt und danach unter dem Motto „NaturVielfalt – Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt“ bekannt gemacht.

Das Kompetenzteam wird in Rahmen des Sonderthemas „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt durchgeführt. Der gleichlautende Sonderwettbewerb der UN-Dekade bietet vorbildlichen Projekten an der Schnittstelle von Naturvielfalt und sozialen Fragen die Möglichkeit, ausgezeichnet zu werden und damit bundesweit bekannter zu werden und zusätzlich an Reputation zu gewinnen.

Die Teilnehmer/innen des Kompetenzteams erarbeiteten in Gruppen die Eckpunkte für ein gemeinsames Statement. Foto: Geschäftsstelle

Die Teilnehmer/innen des Kompetenzteams erarbeiteten in Gruppen die Eckpunkte für ein gemeinsames Statement. Foto: Geschäftsstelle

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