„Naturerfahrungsräume für Kinder in Berlin“ von UN-Dekade ausgezeichnet

Thomas Graner, Vize-Präsident des Bundesamts für Naturschutz (BfN), überreicht die Urkunde im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Berlin, 23. Februar 2018 – Erfahrungen in der Natur sind für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern besonders wertvoll. Damit auch Großstadtkindern ein alltäglicher Zugang zur Natur möglich ist, hat die Stiftung Naturschutz Berlin gemeinsam mit ihren Projektpartnern naturbelassene und strukturreiche Flächen in der Stadt ausgewählt, die Kinder zum kreativen Spielen und Erkunden in der Natur einladen. Für sein vorbildliches Engagement wird das Projekt „Naturerfahrungsräume für Kinder in Berlin“ im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ von der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

 

BfN Vize-Präsident Thomas Graner überreicht die Urkunde im Beisein von Professor Ingo Kowarik, dem Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin, an Reinhard Schubert, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Naturschutz. Die Auszeichnung findet im Rahmen einer Fachtagung zu Naturerfahrungsräumen im Umweltbildungszentrum Wuhletal in Berlin Marzahn-Hellersdorf statt.


Gemeinsam mit ihren Partnern, dem Grünflächenamt Spandau, Staakkato Kinder und Jugend e.V., dem Jugendamt Pankow, Spielkultur Berlin-Buch e.V., Grün Berlin GmbH, und dem Infrastrukturellen Netzwerk Umweltschutz gGmbH, hat die Stiftung Naturschutz Berlin Naturerfahrungsräume auf drei Pilotflächen errichtet: Der Spieroweg in Spandau, die Moorwiese in Pankow und der Kienberg in Marzahn-Hellersdorf wurden nach Naturraum- und Sozialkriterien ausgewählt, die gewährleisten, dass auch Kinder aus Stadtquartieren mit hohem Entwicklungsbedarf von den Naturerfahrungsangeboten profitieren. Die Flächen sind naturbelassen und strukturreich: Obstbäume, dichte Gebüsche und viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten laden zum Klettern, Verstecken und Erkunden ein.


Anders als gewöhnliche Spielplätze fordern Naturerfahrungsräume mehr Kreativität von Kindern. Sie finden hier keine Spielgeräte vor, sondern gestalten ihr Spiel im Umgang miteinander und mit natürlichen Materialien selbstständig. Die Flächen werden zudem von den Kindern aktiv mitgestaltet, indem sie zum Beispiel Erdhügel aufschütten oder gemeinsam Beerensträucher pflanzen. Das gibt ihnen ein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit und sie fühlen sich ernst genommen. Gerade in Großstädten stehen Kindern immer weniger naturnahe Freiflächen zur Verfügung und die Spielaktivitäten finden oft drinnen statt. Das trifft besonders auf Kinder aus sozial benachteiligten Stadtquartieren zu. Dabei sind Naturerfahrungen gerade für Kinder besonders wichtig: Das freie Spiel in der Natur stärkt die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit, wirkt sich positiv auf Kreativität, Risiko- und Sozialkompetenz aus und trägt auch dazu bei, dass Kinder einen Zugang zur Natur finden und ein Umweltbewusstsein entwickeln.


Dieses Erprobungs- und Entwicklungsprojekt, das durch das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird, soll dazu beitragen, die Natur stärker in die Stadtentwicklung zu integrieren und die gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Erhaltung zu stärken. Es wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wissenschaftlich begleitet. Die wesentlichen Erkenntnisse werden in einem praxisorientierten Leitfaden zusammengefasst und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite
Website des Projekts: http://www.stiftung-naturschutz.de/unsere-projekte/naturerfahrungs-raeume/

Ansprechpartnerin beim Projekt:

Irma Stopka
Tel.: 030 26 394 155
ner(at)stiftung-naturschutz.de

Der Naturerfahrungsraum „Wilde Welt an der Moorwiese“ in Berlin-Pankow | Foto: Projektträger

Der Naturerfahrungsraum „Wilde Welt an der Moorwiese“ in Berlin-Pankow | Foto: Projektträger

Personen auf dem Foto von links: Irma Stopka (Projektleiterin), Robert Welzel (Wilde Welt am Spieroweg), Elke Nolthenius (Straßen- und Grünflächenamt Spandau von Berlin), Rona Tietje (Bezirksstadträtin für Jugend, Wirtschaft und Soziales, Berlin Pankow), Martyn Sorge (Spielkultur Berlin-Buch e.V.), Thomas Graner (Vizepräsident des BfN), Julia Obert (Wilde Welt an der Moorwiese), Arne Dainz (Parkmanager Kienbergpark Marzahn-Hellersdorf), Christina Brock (Parkmanagerin Kienbergpark Marzahn-Hellersdorf), Eike Friederici (Wilde Welt am Kienberg). Foto: Stiftung Naturschutz Berlin.

Personen auf dem Foto von links: Irma Stopka (Projektleiterin), Robert Welzel (Wilde Welt am Spieroweg), Elke Nolthenius (Straßen- und Grünflächenamt Spandau von Berlin), Rona Tietje (Bezirksstadträtin für Jugend, Wirtschaft und Soziales, Berlin Pankow), Martyn Sorge (Spielkultur Berlin-Buch e.V.), Thomas Graner (Vizepräsident des BfN), Julia Obert (Wilde Welt an der Moorwiese), Arne Dainz (Parkmanager Kienbergpark Marzahn-Hellersdorf), Christina Brock (Parkmanagerin Kienbergpark Marzahn-Hellersdorf), Eike Friederici (Wilde Welt am Kienberg). Foto: Stiftung Naturschutz Berlin.

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