Naturbewusstseinsstudie 2015: Mehr Bereitschaft zum Engagement für die biologische Vielfalt

In der 4. Studie zum gesellschaftlichen Bewusstsein über Natur, deren Schutz und die Biodiversität lag der Schwerpunkt auf Stadtnatur und Agrarlandschaften. Eines der erfreulichen Ergebnisse: Die Handlungsbereitschaft für die biologische Vielfalt ist gestiegen.

Besonders deutlich traten diesmal die Unterschiede zwischen den Generationen sowie Stadt- und Landbevölkerung hervor. Der Verlust der Biodiversität wird von älteren Befragten (bis 65) und Landbewohnern deutlich negativer eingeschätzt als bei Jüngeren und Städtern. Dennoch gibt es auch übergreifende Gemeinsamkeiten:

  • 94 % der Teilnehmer wollen in allen Teilen der Stadt Zugang zur Natur haben. Sie steht für Lebensqualität. Gerade Ältere und Einkommensschwache nutzen das Naturangebot in der Stadt.
  • Positive Signale gibt es in Richtung naturverträglicher Landwirtschaft (während die industrialisierte Landwirtschaft sehr kritisch gesehen wird): 84 % befürworten den Ausbau der Biolandwirtschaft. 3 von 4 sind bereit, für naturverträglich produzierte Lebensmittel mehr Geld auszugeben. 83 % würde strengere Regeln/Gesetze zum Naturschutz in der Landwirtschaft begrüßen, 74 % stärkere staatliche Unterstützung für naturverträglich wirtschaftende Betriebe. 

Leider ist kein Fortschritt beim „Bewusstsein für biologische Vielfalt“ festzustellen. Wie bereits in der letzten Naturbewusstseinsstudie von 2013 liegt der Indikator bei ca. 25 % der Bevölkerung – weit entfernt vom in der Nationalen Biodiversitätsstrategie für 2020 angepeilten Ziel von 75 %. Eine deutliche Steigerung zeigt jedoch der Teilindikator „Verhalten“:

Obwohl 44 % der Befragten denken, dass man als Einzelner wenig für die Natur tun kann, ist die Handlungsbereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung hoch: 59 % der Befragten würden sich gern zum Wohl der Vielfalt engagieren (2013: 50 %). Vor allem, wenn das einfach und schnell möglich ist (geschützte Bereiche meiden, Kauf von regionalen Produkten und Naturkosmetik, Unterschriftenlisten etc.). Die Naturbewusstseinsstudie empfiehlt daher konkrete, niedrigschwellige Tipps, was der Einzelne für die Natur und die biologische Vielfalt tun kann. Die Studie wird alle zwei Jahre vom Bundesumweltministerium (BMUB) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlicht.

Zum kostenlosen Download der Studie beim BMUB. Zur gemeinsamen Pressemitteilung von BMUB und BfN.

Titelseite der Naturbewusstseinsstudie 2015 © BMUB, Titelbild: „Storchensafari2“ von Klaus Günther, Bleckede

Titelseite der Naturbewusstseinsstudie 2015 © BMUB, Titelbild: „Storchensafari2“ von Klaus Günther, Bleckede

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld