Mit Grabegabel und Kochlöffel – Jung und Alt auf dem Gemüseacker

Verein Heuhupfer e. V. in Hemmingen wird für beispielhafte Bildungsarbeit zur biologischen Vielfalt ausgezeichnet. Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt übergibt Urkunde und Vielfaltsbaum.

Hemmingen, 11. Mai 2017 – Der Heuhupfer e. V. auf dem Kampfelder Hof in Hemmingen ist ein außerschulischer Lernort für Kinder und Erwachsene. Von März bis Oktober trifft sich hier eine Kindergartengruppe regelmäßig mit Senioren und Seniorinnen, um alte Gemüse- und Getreidesorten anzubauen und gemeinsam zu kochen. Im Austausch miteinander lernen Erwachsene und Kinder biologische Vielfalt kennen und achten. Frauke Heiligenstadt, Kulturministerin des Landes Niedersachsen, übernimmt die Würdigung heute im Rahmen einer Feier auf dem Hof in Hemmingen.

 

DMit der Auszeichnung hebt die UN Dekade-Fachjury heraus, dass die bäuerliche Initiative in vorbildlicher Weise generationenübergreifende Begegnungen und Erlebnisse in und mit der Natur auf dem Acker schafft.
Im Mittelgrund des Projekts steht das gemeinsame Ackern, Entdecken und Kochen. Kinder erleben durch den Anbau und das Zubereiten der Kulturpflanzen einen achtsamen und respektvollen Umgang mit Nahrungsmitteln, Natur und biologischer Vielfalt. Die Erwachsenen lernen die Grundlagen des ökologischen Landbaus und der naturnahen Gartengestaltung kennen. Neben den gängigen Gemüsesorten werden viele Kulturen angebaut, die Kinder, aber auch viele Erwachsene nicht mehr kennen. Dazu gehören beispielsweise Mangold, Pastinaken und Steckrüben. Der Verein vermehrt aber auch alte Getreidesorten wie Rotkornweizen und Emmer Hirse, Bohnen mit so illustren Namen wie das Gelbe Posthörnchen und die Sorte Kaliningrad sowie verschiedene seltene und in Vergessenheit geratene Tomatensorten.   

Der Gemüseacker wird nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Das bedeutet auch, dass ausschließlich mit Kompost gedüngt wird. Darüber freuen sich nicht nur die Regenwürmer sondern auch viele andere Bodenorganismen. Beikräuter – sogenannte Unkräuter – dürfen meist stehen bleiben. Oftmals landen sie sogar selbst auf dem Teller, denn viele davon sind essbar. Zum Konzept des Vereins gehört das genaue Hinschauen: Kinder und Erwachsene sollen wissen, was auf dem Acker wächst, krabbelt und summt. Um die biologische Vielfalt zusätzlich zu fördern, legen die Gruppen zudem Blühstreifen und Trockenmauern an, hängen Nistkästen auf und halten das große Insektenhotel in Schuss. Die Kinder nehmen das Gelernte mit in ihre Familien und werden so zu Botschaftern für die Biodiversität – auch am Mittagstisch.  

 

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.


Von allen ausgezeichneten Projekten wird jeden Monat mittels einer öffentlichen Online-Abstimmung ein Monatsprojekt ausgewählt. Die Wahl des Jahresprojektes aus den zwölf Monatsprojekten trifft dann wiederum die Fachjury. 

Zur Projektbeschreibung

 

Ansprechpartnerin beim Projekt

Elisabeth Seiler
Tel.:05101-922040
seiler(at)heuhuepfer.de

Heuhüpfer e. V.
Hauptstrasse 31
30966 Hemmingen
www.heuhuepfer.de

Hinschauen, lernen, erleben: Auch das gehört zum Konzept. Kinder beobachten ein Hummelvolk in einem Hummelkasten. Foto: Heuhupfer e. V., Maier.

Hinschauen, lernen, erleben: Auch das gehört zum Konzept. Kinder beobachten ein Hummelvolk in einem Hummelkasten. Foto: Heuhupfer e. V., Maier.

Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (li.) übergab Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt an die Projektverantwortlichen vom Heuhupfer e. V. Foto: Sinja Lindemann, Bioland

Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (li.) übergab Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt an die Projektverantwortlichen vom Heuhupfer e. V. Foto: Sinja Lindemann, Bioland

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