Meeresadventskalender Einführung I: Die Bedeutung und Bedrohung unserer Ozeane

Unsere Meere bedecken über 70 % unserer Erdoberfläche und machen unsere Erde zu dem berühmten blauen Planeten. Ohne die Meere wäre ein Leben auf diesem Planeten überhaupt nicht möglich.

Sie regulieren das Weltklima, nehmen 15‑mal mehr unserer Kohlenstoffemissionen auf als die terrestrische Biosphäre, und bieten nicht nur den 40 % der Weltbevölkerung Nahrung, welche in Küstengegenden leben.

Allein die Tiefseeböden bieten zwischen 500.000 und 10 Mio. Arten einen Lebensraum. Von Krill und Plankton bis hin zum größten Lebewesen der Erde, dem Blauwal, weisen die Ozeane in ihrer Vielschichtigkeit in der Struktur sowie in ihrer etwa 4 Mrd. alten Entwicklungsgeschichte eine enorme Diversität auf. Selbst der Mond ist besser erforscht als die Geheimnisse der Tiefsee.

Leider werden die Meere mitsamt ihrer Vielfalt in Bezug auf Schutzmaßnahmen komplett vernachlässigt. Durch den Klimawandel erwärmen sich die Ozeane und versauern, Korallenriffe sterben aus. Von den weltweiten Fischbeständen sind etwa 80 % bis an die Grenzen befischt oder bereits überfischt. Dadurch kommt es zu einem immensen Eingriff in das Nahrungsnetz. – Und nicht nur das: Rückführend auf unseren Verpackungswahn sind mittlerweile Unmengen an Plastik in den Meeren gelandet, welche in Fischmägen und somit letztendlich wieder auf unserem Teller landen. Meeresschildkröten, Kleinwale und Delfine verenden in Fischernetzen, und durch die lärmende Schifffahrt sowie den Bau von Offshore-Windkraftanlagen konnten Schädigungen in Gehörgängen von Schweinswalen und anderen Meerestieren nachgewiesen werden.

Um dem ein Ende zu setzen, müssen wir schnellstens handeln! Dies kann bereits zu Hause passieren: durch Verzicht auf bedrohte Fischarten auf dem Speiseplan und durch verpackungsfreien Einkauf. Bei der Urlaubsplanung sollte man sich mal fragen, ob es denn wirklich die große Kreuzfahrt sein muss, oder nicht auch ein schöner Wanderurlaub vor der Haustür genügt.

Doch auch politisch muss etwas geschehen. Mittlerweile wurden 13.674 Meeresschutzgebiete eingerichtet. Diese erst einmal beeindruckende Zahl umfasst aber gerade einmal 3 % der Ozeane – und nur 1,6 % stehen unter wirklich strengem Schutz. Ob so das Ziel der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union, bis 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt wieder- herzustellen, erreicht werden kann?

Über mich

Hallo zusammen! Ich heiße Svana, bin 26 Jahre alt und habe meinen Master in Landschaftsökologie absolviert. Dank diverser Praktika und Volontariate bin ich vielfach mit dem Meeresnaturschutz in Berührung gekommen. Es begann alles mit einem Volontariat bei Archelon, der griechischen Organisation zum Schutz der Meeresschildkröten, noch während meiner Schulzeit. Neben der Forschungsarbeit haben wir Umweltbildungsarbeit betrieben, die ich zurück in Deutschland bei der NAJU (Naturschutzjugend) weiter fortführte. Vor zwei Jahren arbeitete ich in einem Walmuseum in Island: sowohl in der Erfassung der Meeressäuger als auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Mit zu bekommen, in welchem Ausmaß unsere Ozeane Bedrohungen wie dem Klimawandel unterliegen, war für mich ausschlaggebend, die Verhandlungen der Biodiversitätskonvention zu diesem Thema genauestens zu verfolgen. Mit dem Global Youth Biodiversity Network verlasen wir eine Intervention zum Meeresschutz und organisierten ein Side Event.

Mithilfe dieses Adventskalenders und einigen Fotos, die ich während meiner Praktika machen konnte, möchte ich Ihnen die Artenvielfalt unserer Meere etwas näherbringen, indem ich jeden Tag eine Meeressäuger- oder Schildkrötenart vorstelle.

Zur Meeresadventskalender Einführung II: Wattenmeer und Biodiversität in Nord- und Ostsee

Meeresadventskalender Einführung III: Erforschung von Meeresschildkröten

Meeresadventskalender Einführung IV: Erforschung von Walen und Delfinen

 

Quellen:

 

Zum #Meeresadventskalender bei Facebook.

Meer-Bilder: Svana Rogalla

Meer-Bilder: Svana Rogalla

mpa-Graphik (marine protected areas)

mpa-Graphik (marine protected areas)

UN-Dekade-Botschafterin Svana Rogalla

UN-Dekade-Botschafterin Svana Rogalla (Bild: Privat)

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