Kiebitz: Zahl der Brutpaare in Deutschland stark gesunken – UN-Dekade zeichnet Projekt zum Erhalt und Schutz des Kiebitzes aus

Bergenhusen, 3. Mai 2018 – Noch vor zwanzig Jahren war der Kiebitz auf vielen Feldern und Wiesen anzutreffen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind die europäischen Kiebitz-Bestände bis heute jedoch stark geschrumpft. Mittlerweile steht der Kiebitz auf der globalen Vorwarnliste bedrohter Vogelarten. Auch in Deutschland hat sich sein Brutbestand um fast 60 Prozent reduziert. Um diesen Rückgang zu stoppen und den Kiebitz auch in der Agrarlandschaft als Brutvogel zu erhalten, führt der NABU seit 2014 mit dem Thünen-Institut für Ländliche Räume das Projekt „Sympathieträger Kiebitz“ durch. Insgesamt sind 17 Partner aus acht Regionen in das Projekt eingebunden, darunter Landschaftspflegeverbände, Kreisverwaltungen sowie NABU-Landesverbände und -Stationen.

Bis Anfang 2019 entwickeln die Partner gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten Maßnahmen, um den Kiebitz zu erhalten. Dazu gehört, Nester und Küken auf dem Ackerboden vor der landwirtschaftlichen Bearbeitung zu schützen und „Kiebitz-Inseln“ anzulegen. Dies sind kurzzeitige Brachen im Ackerland, auf denen die Tiere ungestört brüten können. Gleichzeitig wird im Rahmen des Projekts untersucht, wie sich das Management von Kiebitzen in Schutzgebieten so optimieren lässt, dass hohe Bruterfolge erzielt und die Gebiete zu langfristigen Bestandsquellen für den immer seltener gewordenen Vogel werden.

 

Die Jury der UN-Dekade verleiht den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“, da es sich bei „Sympathieträger Kiebitz“ um ein vorbildliches Projekt zur Entwicklung, Erprobung und Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft handele, an dem Träger und Nutzende zusammenarbeiten. Von den im Rahmen des NABU-Projekts durchgeführten Maßnahmen profitieren neben dem stark gefährdeten Kiebitz auch andere bedrohte Brutvogelarten in Deutschland, zum Beispiel die Feldlerche.

 

Das Projekt mit einer Laufzeit von April 2014 bis März 2019 wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite

Mit ihrer markanten Federholle auf dem Kopf und ihrem schwarz-weißen Gefieder sind Kiebitze unverkennbar. | Foto: Jan Sohler / Projektträger

Mit ihrer markanten Federholle auf dem Kopf und ihrem schwarz-weißen Gefieder sind Kiebitze unverkennbar. | Foto: Jan Sohler / Projektträger

Anke Erdmann, Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium übergab die Auszeichnung an Projektkoordinator Dominic Cimiotti (li.) und an Dr. Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut im NABU (re.). Foto: Projektträger

Anke Erdmann, Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium übergab die Auszeichnung an Projektkoordinator Dominic Cimiotti (li.) und an Dr. Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut im NABU (re.). Foto: Projektträger

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