Invasive Arten im Visier

Mitte Juli veröffentlichte die EU eine Liste mit 37 gebietsfremden Arten, deren Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzen verboten sind. 24 davon leben auch in Deutschland. Die Liste soll als rechtsverbindliche Handlungsgrundlage im Umgang mit diesen Arten helfen.

Die so genannte Unionsliste ist Teil der neuen EU-Verordnung über invasive Arten; diese sind weltweit eine der wichtigsten Gefahren für die biologische Vielfalt. Zu den 24 in Deutschland lebenden Arten gehören z. B. der Waschbär, die Wollhandkrabbe und das Brasilianische Tausendblatt; ihre Verbreitungsschwerpunkte liegen in NRW und Bayern. Beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) gibt es Steckbriefe zu allen 37 Arten: Sie sollen deren Erkennen, Beseitigen und Kontrolle erleichtern.

Lediglich unter Beobachtung steht bisher das invasive Kurzfrüchtige Weideröschen. Seit ca. 15 Jahren verbreitet es sich v. a. im Rhein-Main-Gebiet. Aus dem Hochgebirge Nordamerikas ist es vermutlich als blinder Passagier der amerikanischen Streitkräfte nach Deutschland gekommen. Bisher verdrängt es keine weiteren Arten, schließt aber wertvolle offene Flächen. Wissenschaftler gehen von einer weiteren Ausbreitung aus und werden die Pflanze im Auge behalten.

 

Zur Liste invasiven gebietsfremden Arten beim BfN. Artikel zum Kurzfrüchtigen Weideröschen bei Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen. 

Auch der Amerikanische Ochsenfrosch gehört zu den invasiven Arten; er ist eine der größten Froscharten weltweit. | © Hubert Laufer

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