Historisches Mercedes-Benz Firmengelände naturnah gestaltet – UN-Dekade Biologische Vielfalt zeichnet „Bergmanngarten“ in Gaggenau aus.

Gaggenau, 16. April 2018 – Die Daimler AG setzt sich auf ihren Betriebsflächen für den Erhalt biologischer Vielfalt ein. Nachdem der Fahrzeugbauer im Jahr 2012 bereits Flächen der Mercedes-Benz Werke in Rastatt naturnah umgestaltet hatte, zog 2015 das Werk im baden-württembergischen Gaggenau nach. Das historische Firmengelände des „Bergmanngartens“ wurde unter Berücksichtigung bestehender Vegetation neu angelegt und bepflanzt. Heute umfasst es unter anderem Trockenstandorte, Wildblumenwiesen sowie Totholz- und Steinhaufen und ist eine beliebter Nist- und Futterplatz für Fledermäuse, Schmetterlinge und Bienen. Die baden-württembergische Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Dr. Kilian Delbrück vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit überreichten die Urkunde im Mercedes-Benz Werk in Gaggenau.

Der Naturschutzbund (NABU) stufte die Grünfläche für die Wildbienen sogar als regional bedeutsam ein. Für ihr Engagement wird die Daimler AG durch die UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Firmengelände naturnah umzugestalten, um die biologische Vielfalt zu erhalten, habe nicht nur innovativen Charakter. Das Projekt diene auch anderen Großunternehmen als gutes Beispiel dafür, wie Betriebsflächen genutzt werden können, um gemeinsam mit den Mitarbeitern einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu leisten, so die Jury.

Denn Beschäftigte aller Ebenen sind in das Projekt „Bergmanngarten“ eingebunden. Es habe ihr Verständnis zum Thema Artenvielfalt insgesamt sehr positiv beeinflusst, freut sich Ralf Gensicke, der im Mercedes-Benz Werk Gaggenau erster Ansprechpartner für Biodiversität und deren Förderung ist. Bei der Umgestaltung des Gartens legten auch die Führungskräfte des Werkes mit Hand an. Um seine kontinuierliche Pflege kümmert sich heute ein werkseigenes Team von Mitarbeitern. 


Die als „Bergmanngarten“ bezeichnete, circa 1.900 m2 große Fläche im Mercedes-Benz Werk Gaggenau war vor der Umgestaltung eine homogene Rasenfläche, auf der sich im 19. Jahrhundert der Garten des Firmengründers Theodor Bergmann befand. Im Jahr 2014 begannen Planungen, um sie naturnah umzugestalten. Ein Gartenbauunternehmen wurde mit den Erdarbeiten, ersten Pflanzungen und der Anlage von Sitzgelegenheiten für Mitarbeiter beauftragt. Im Sommer 2015 übernahmen dann 20 leitende Führungskräfte im Rahmen eines Strategietages weitere Arbeiten und verwandelten den artenarmen Rasen in eine heterogene Grünfläche.


Insgesamt wurden 150 m2 Trockenfläche geschaffen, 1.700 m2 Wildblumensäume angelegt, 5.500 heimische Wildstauden und Sträucher gepflanzt und 17.000 Blumenzwiebeln gesetzt. Dabei griffen die Planer vor allem auf heimische Arten aus dem „111-Artenkorb“ des Landes Baden Württemberg zurück. Diese Liste umfasst Arten, die besonders auf Hilfe angewiesen sind und sich zum Teil in den „Roten Listen“ der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Baden-Württembergs befinden.


Vor allem den Bienen und anderen Insekten hat man durch die Umgestaltung ein geeignetes Nahrungsangebot und mit dem „Wildbienenhotel“ eine gute Nistmöglichkeit geschaffen. Der NABU wies nach einem Jahr bereits 42 Wildbienenarten nach, darunter acht landes- und bundesweit bedeutende Arten. Es sei damit zu rechnen, dass sich künftig weitere Wildbienenarten einfinden werden, so der NABU.

 

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs "Soziale Natur – Natur für alle" auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.
Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite:

www.undekade-biologischevielfalt.de/index.php

Projektträger

Daimler AG
Mercedes-Benz Werk Gaggenau
Hauptstraße 107
76571 Gaggenau

Ansprechpartner

Ralf Gensicke
Tel.: 07225 615149
ralf.gensicke@daimler.com

Sandflächen, Steinhügel, Totholz und vor der Fensterfront das Wildbienenhotel im Bergmanngarten. | Foto: Projektträger

Sandflächen, Steinhügel, Totholz und vor der Fensterfront das Wildbienenhotel im Bergmanngarten. | Foto: Projektträger

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