Historische Schafbeweidung reaktiviert – UN-Dekade Biologische Vielfalt zeichnet Dünenschäfer-Projekt aus

Altwarp, 2. Mai 2018 – In den 1930er Jahren und bis zur Wiedervereinigung Deutschlands noch als militärisches Übungsgelände genutzt, ist die Altwarper Binnendüne heute Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet und Teil des Nationalen Naturerbes „Ueckermünder Heide“. Das Gelände liegt im Nord-Osten Mecklenburg-Vorpommerns an der deutsch-polnischen Grenze und beherbergt viele bedrohte Arten: zum Beispiel die Forels-Kerbameise, die Glattnatter oder den Ziegenmelker. Um die einmalige Naturvielfalt zu erhalten und die waldfreien Bereiche der Altwarpener Binnendüne zu pflegen, wurde auf ihren Flächen die Schafbeweidung reaktiviert.

Der Einsatz von 20 Schafen der alten Nutztierrasse „Rauwollige Pommersche Landschafe“ und vier Ziegen knüpft dabei an die historische Landnutzung an. Denn bis 1970 setzte der letzte Dünenschäfer diese Schafsrasse ebenfalls ein. Das Beweidungsprojekt, das 2017 gestartet wurde, fördert vor Ort also nicht nur die bestehende biologische Vielfalt, sondern bringt auch die historische Nutztierrasse der Pommernschafe erstmals wieder zum Einsatz. Es ist geplant, die Beweidungsflächen schrittweise auszuweiten.

 

Träger des Projekts „Der Dünenschäfer kehrt zurück“ sind die DBU Naturerbe GmbH, der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz sowie der Landwirtschaftsbetrieb Tierproduktion Haffküste, der die Schafherde für die Düne aufgebaut hat.

 

Das Projekt fördere in vorbildlicher Weise den Erhalt der biologischen Vielfalt durch Beweidung mit einer historischen Nutztierrasse in einem FFH-Gebiet, das zudem Fläche des nationalen Naturerbes ist, begründet die Jury der UN-Dekade die Auszeichnung. Zudem ist aufgrund des Status als Nationales Naturerbe und der Trägerstruktur eine große Langfristigkeit des Projekts gegeben.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite

Pommernschafe auf der Altwarper Binnendüne | Foto: Projektträger

Pommernschafe auf der Altwarper Binnendüne | Foto: Projektträger

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern (vorne links), übergab die Auszeichnung der UN-Dekade an (v. li.) Arne Truckenbrodt vom Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz, die Herdenmanagerin Rita Hoffmann und Susanne Belting von der DBU Naturerbe GmbH. Foto: Projektträger

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern (vorne links), übergab die Auszeichnung der UN-Dekade an (v. li.) Arne Truckenbrodt vom Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz, die Herdenmanagerin Rita Hoffmann und Susanne Belting von der DBU Naturerbe GmbH. Foto: Projektträger

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