Gute Nachrichten für die Biodiversität

Trotz der alarmierend schrumpfenden Zahlen der Arten und Lebensräume gibt es auch gute Nachrichten zur biologischen Vielfalt: Von einigen Spezies gibt es mehr als bisher gedacht und manche verloren geglaubte Art ist wieder aufgetaucht. Wir geben einen kurzen Überblick über die wichtigsten Meldungen der letzten Wochen.

Besonders aus Indonesien erreichen uns mehrere positive Nachrichten. Der endemische Sumatra Orang-Utan ist dort offenbar noch in größerer Zahl vorhanden als bisher angenommen. Nach den aktuellsten Erhebungen leben dort noch ca. 14.600 Tiere in freier Wildbahn. Das sind 8.000 mehr als bisher angenommen.

Auf der Insel Java wurden zwei neue Reptilienarten entdeckt: eine Walzenschlange sowie ein Bogenfingergecko. Ein internationales Wissenschaftlerteam identifizierte die beiden jeweils als eigene Arten. Bislang waren sie für bereits bekannte Spezies gehalten worden.

Im indonesischen Teil der Insel Borneo, Kalimantan, wurde nach 40 Jahren wieder ein Sumatra-Nashorn gesichtet. Von der stark bedrohten Art leben nur noch rund 100 Exemplare in Freiheit. In Kalimantan galten die Tiere sogar seit längerer Zeit als ausgestorben.

Wiedersehen in Australien und Indien

In West-Australien wurden zwei Seeschlangen wiederentdeckt: Die beiden Spezies waren zuletzt 1998 gesichtet worden. Die endemischen Arten waren bislang einem sehr kleinen Gebiet zugeordnet. Jetzt wurden sie hunderte Kilometer weiter südlich wiedergefunden.

Mehr als 100 Jahre nach seiner letzten Sichtung ist bereits 2007 ein Baumfrosch in Indien wiederentdeckt worden. Nun konnte zusätzlich bewiesen werden, dass es sich beim Frankixalus jerdonii nicht nur um eine Art, sondern um eine eigene Gattung handelt. 

Neue Arten in Europa

Aber auch in Europa und sogar in Deutschland wurden neue Arten entdeckt: Ein internationales Team von Wissenschaftlern konnte beweisen, dass die iberische Ringelnatter keine Unterart der eurasiatischen Ringelnatter, sondern eine eigene Art ist.

Eine weitere positive Nachricht kommt vom WWF aus Spanien: Innerhalb eines Jahres erhöhte sich der Bestand des Pardelluchses um fast 100 auf 404 Exemplare – die höchste Anzahl seit 15 Jahren. Der Pardelluchs zählt zu den bedrohtesten Säugetierarten weltweit.

Wissenschaftler haben außerdem mitten in Bonn eine neue Art der Trauermücke entdeckt. Die Mücke mit der auffälligen kontrastreichen Färbung unterscheidet sich sowohl äußerlich als auch in ihrer DNA von den bisher bekannten Arten. Die der Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander König und des Leibniz-Instituts für Biodiversität der Tiere waren verblüfft, als sie das Tier direkt im Museumspark des Museum König fanden. Aus diesem Grund wurde sie auf den Namen Ctenosiara alexanderkoenigi getauft.

Die Orang-Utans auf Sumatra sind durch den Verlust ihres Lebensraums bedroht. | © Perry van Duijnhoven

„Neue“ Art in Europa: Die iberische Ringelnatter | © Wolfgang Böhme

Die neu entdeckte Art Ctenosciara alexanderkoenigi Heller & Rulik, 2016. | © Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig / GBOL

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