Geflügelter Wert – Leistungen von Vögeln und Fledermäusen

Dass Bestäuber wie Bienen in ihrer Vielfalt eine wichtige Rolle im Ökosystem und für die Nahrungsproduktion spielen, ist inzwischen bei vielen angekommen. Eine neue globale Studie lenkt nun den Blick auf Vögel und Fledermäuse und deren Leistungen – auch für die Landwirtschaft.

„Natürliches Insektenmittel“, Bestäuber, Samenverbreiter, Gesundheitspolizei: Vögel und Fledermäuse spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Diese wird bisher häufig noch unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen.

Am Ende profitieren alle

Es befasste sich mit der Frage, wie Vögel und Fledermäuse die Ernteerträge in den Tropen beeinflussen und wie sich die Ergebnisse auf andere Regionen und nachhaltige Bewirtschaftung übertragen lassen. Von Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und damit dieser natürlichen Dienstleistung könnten auch andere Arten und Lebensräume profitieren. Hierzu Dr. Bea Maas, Leiterin der Studie: „Es besteht [...] kein Zweifel, dass ein optimiertes und Biodiversitäts-freundliches Landschaftsmanagement das Wohlergehen von Mensch und Natur verbessern kann.“  

Relevanz für Europa

Bereits Ende 2014 gab es eine Studie der Universität Exeter zum Vogelrückgang in Europa und dessen Auswirkungen: In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Vögel um 421 Mio. Individuen gesunken – zum Teil durch einen Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft durch die Intensivierung der Landwirtschaft. Betroffen sind dabei v. a. vormals häufige Arten wie die Feldlerche. Sie gehört auch laut einer Studie unter Beteiligung des NABU zu den Verlierern. Der Vogel brütet im offenen Gelände mit vielfältig strukturierter Vegetation und ernährt sich u. a. von Samen, aber auch von Insekten und kleinen Schnecken, von denen einige zu den Schädlingen in der Landwirtschaft gehören. Schutzmaßnahmen im Rahmen der biologischen Vielfalt für Helfer wie Feldlerche und Co. könnten also dazu beitragen, deren Ökosystemleistungen zu sichern.

 

Mitteilung bei der Uni Göttingen lesen. Zusammenfassung der Studie der Uni Exeter beim BUND. Tipps zum Schutz von Feldvögeln – für Landwirte vom NABU. Zusammenfassung einer Studie zum Zusammenhang zwischen EU-Vogelschutzrichtlinie und dem Bestand verschiedener Vogelarten unter Beteiligung des NABU.

Auch der Kiebitz findet durch intensive Landwirtschaft immer weniger Lebensraum. ©Thorsten Krüger

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