Fachtagung „Soziale Natur – Natur für alle“ – Vorträge und Ergebnisse

Am 20. November fand in Berlin die Fachtagung „Soziale Natur – Natur für alle“ statt. Sie stand unter dem Motto „Kitt für gesellschaftlichen Zusammenhalt – Spielräume für glückliche Kinder. Die Keynotes und Präsentationen der Veranstaltung sind nun auf der Webseite der Fachtagung verfügbar: bit.ly/2Mef6AN . Sie sind jeweils mit den Namen der Referent/innen verlinkt. Fotos von der Fachtagung können Sie hier dowloaden: bit.ly/34FuwEE

Aktivitäten in der Natur bringen Menschen über soziale und kulturelle Grenzen hinweg zusammen. Positive gemeinschaftliche Naturerlebnisse leisten zudem wichtige Beiträge zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und stärken ihre Selbstwahrnehmung und Sozialkompetenz. Das sind einige der Ergebnisse der Fachtagung „Soziale Natur – Natur für alle“, die die Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt am 20. November in Berlin durchführte. Kooperationspartner waren das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Die Fachtagung richtete sich an Vertreter/innen aus Sozial- und Naturschutzverbänden sowie an staatliche Organisationen und Vertreter/innen aus Stadtplanung und Kommunen. Rund 130 Teilnehmer/innen diskutierten über die Chancen und Hindernisse, die Naturräume für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft von Kindern bieten. Hochrangige Expert/innen aus Naturschutz, Wissenschaft und Stadtentwicklung diskutierten über aktuelle Fragen. In drei parallelen Foren erörterten die Teilnehmer/innen anhand von Praxisbeispielen die soziale Bedeutung von Naturräumen in der Stadt und auf dem Land, von grünen Spielräumen sowie das Thema Inklusion und Teilhabe in und mit der Natur. Die Vorträge und wichtigsten Ergebnisse der Tagung haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

 

Keynote 1

Bedeutung der Natur für die kindliche Entwicklung

Prof. Dr. Heike Molitor, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Kernaussage des Vortrags:

Kinder erlangen mit gemeinschaftlichen Aktivitäten in der Natur oft eine verbesserte Selbstwahrnehmung. Außerdem stärkten sie ihre Selbst- und Sozialkompetenz.

Link zum Vortrag: http://bit.ly/2SbWBAN

 

Keynote 2

Umweltgerechtigkeit im Land Berlin – Entwicklung einer sozialraumbezogenen Umweltbelastungsanalyse und quartiersbezogenen Umsetzungsstrategien

Dr. Heinz-Josef Klimeczek, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Kernaussage des Vortrags

Die sozialraumbezogenen Umweltbelastungsanalysen in Berlin zielen darauf ab, Umweltbelastungen und Unterversorgungen mit Grünflächen zu erfassen und Ansatzpunkte zur Verbesserung in städtischen Entwicklungskonzepten, Bauleitplanungen und Modellprojekten zu finden.

Link zum Vortrag: http://bit.ly/2Za2zUr

 

Podiumsdiskussion

Naturräume für gesellschaftlichen Zusammenhalt und glückliche Kinder – Potenziale, Chancen und Hindernisse

 

Teilnehmer

Dr. Josef Tumbrinck, Bundesumweltministerium, Gerwin Stöcken, Nationale Armutskonferenz, AWO Bundesverband, Sozialdezernent Stadt Kiel, Dr. Heinz-Josef Klimeczek, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin, Dr. Christiane Richard-Elsner, ABA Fachverband offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Aussagen und Forderungen aus der Diskussion

Wohnungsnahe Grünflächen fallen immer häufiger dem steigenden Flächendruck in Kommunen zum Opfer.

Die Erreichbarkeit von Naturerfahrungsräumen wird durch die Kosten insbesondere für Kinder aus wirtschaftlich schlechteren Verhältnissen eingeschränkt.

„Helikoptereltern“, also überfürsorgliche Väter und Mütter, erschweren Naturerfahrungen für ihre Kinder.

Naturerlebnisse in Gemeinschaft tragen wesentlich zur Gesundheit junger Menschen und der Gesellschaft insgesamt bei.

Naturräume sollten erfahrbar sein, da nur durch Erfahrung auch Wertschätzung für die Natur und ihre Vielfalt entstehen kann.

 

Foren

Forum 1: Naturräume für die Menschen in der Stadt

Soziale Integration, Quartiersaufwertung, Naturerfahrungsräume, urbane Gärten sowie zoologische und botanische Gärten

Wie lassen sich mehr grüne Begegnungs- und Erlebnisräume mit mehr neuem Wohnraum verbinden? Moderation: Lars Berger, Bundesamt für Naturschutz (BfN)

 

Empfehlungen

Es sollte kein neuer Wohnraum ohne Naturraum geschaffen werden. Freiwerdende Flächen sollten in Zusammenarbeit mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften genutzt werden.

 

Praxisbeispiele

Naturerfahrungsräume für Kinder in Berlin

Irma Stopka, Stiftung Naturschutz Berlin

Das Modellprojekt verschafft Stadtkindern alltägliche Zugänge zur Natur. Das trägt zur positiven Entwicklung von Kindern bei und fördert das Eigenverständnis von Kindern und Jugendlichen. http://bit.ly/36TVJF5

 

Heimatgarten Rheinhausen – Gemeinsam in Duisburg

Petra Triesch, GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH

Der Heimatgarten lädt Bürger/innen aller Alters- und Gesellschaftsgruppen zum Gärtnern und Mitgestalten auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern mitten in Duisburg-Rheinhausen ein. http://bit.ly/2EEXeuY

 

 

Forum 2: Grüne Spielräume in der Stadt und auf dem Land – 

Naturerlebnisangebote, Aktivspielplätze, Erlebnisbauernhöfe und Wildparks

Warum sind gemeinsame Naturerfahrungen so wichtig für eine positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen? Moderation: Claudia Neumann, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

 

Empfehlung

Eine verbesserte Qualifikation von Pädagog/innen und die Integration von Naturthemen in den regulären Unterricht sind wichtig, um schulische und außerschulische Naturerlebnisangebote für junge Menschen zu verbessern.

 

Praxisbeispiele

NaturCamp

Melanie Heyde, Amöba e.V., Leipzig

Ziel des Projektes ist, Schüler/innen mit Förderbedarf in Lernleistung und Lernmotivation Möglichkeiten aufzuzeigen, am Lernen mehr Spaß zu haben und an Selbstvertrauen zu gewinnen. http://bit.ly/2Q04arK

 

Kinderabenteuerhof Freiburg

Susanne Grimm, Kinderabenteuerhof Freiburg

Die Naturerfahrungsräume des Kinderabenteuerhofs bieten jungen Menschen ein soziales und ökologisches Übungsfeld, in dem sie Verbindungen zur Natur und zum Handwerk erleben und entwickeln können. http://bit.ly/38WRkDl

 

Forum 3: Inklusion und Teilhabe in und mit der Natur –

barrierefreies Naturerleben und Inklusionsangebote mit der Natur

Wie lassen sich bestehende Angebote verbessern und ausweiten und neue Angebote schaffen? Moderation: Dr. Angelika Magiros, Bundesvereinigung Lebenshilfe

 

Empfehlung

Organisationen und Akteure aus den Naturschutz- und Sozialverbänden sollten noch enger kooperieren, um die Angebote weiter zu verbessern und auszuweiten.

 

Praxisbeispiele

Ungehindert Engagiert

Kerstin Emonds, EUROPARC Deutschland

Die Initiative fördert das freiwillige Naturschutz-Engagement von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Gemeinsam mit Menschen ohne Behinderungen werden Naturschutzprojekte in den Nationalen Naturlandschaften – Biosphärenreservaten, Nationalparks und Naturparks – umgesetzt. http://bit.ly/2ED65NF

 

Gemeinsam für eine sinnvolle Welt von morgen

Thomas Bichele-Kusch, Umweltstation Tierpark Sommerhausen

Das Projekt der Umweltstation Tierpark Sommerhausen möchte Kooperationen zwischen unterschiedlichen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap realisieren und Menschen mit Handicap die Teilnahme an Bildungsangeboten der Umweltstation ermöglichen. http://bit.ly/38Y6loo

 

Hintergrundinformationen

Der Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Parallel zum regulären Projektwettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt legt die UN-Dekade in Deutschland seit 2017 in dem Sonderwettbewerb einen verstärkten Blick auf die Möglichkeiten, die Natur zur Förderung des sozialen Zusammenhalts in unserer Gesellschaft bietet. Gute Projektbeispiele zeigen, dass sich vielfältige Ansätze für Begegnungen, Erholung und Erlebnisse bieten, die ein positives Miteinander in der Gesellschaft fördern. Das gilt vor allem auch für Kinder und Jugendliche, die durch Naturerlebnisse soziale Hindernisse überwinden und schon im jungen Alter für den Wert von Natur und biologischer Vielfalt sensibilisiert werden. Außerdem tragen Aufenthalt, Bewegung, Sport und Spiel in der Natur zu Gesundheit, Wohlbefinden und Bildung bei.

Im Sonderwettbewerb werden vorbildliche Projekte ausgezeichnet, die den Blick besonders auf die Chancen lenken, die Natur und biologische Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten. Ziel ist, gute Praxisbeispiele bekannt zu machen und neue anzuregen. Deutschlandweit können sich lokale, regionale und bundesweite Vereinigungen und Organisationen am Wettbewerb beteiligen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: http://bit.ly/34Cp31z

Broschüre „Soziale Natur – Natur für alle“ zum Download: http://bit.ly/2s80gFb

Infoflyer zum Sonderwettbewerb zum Download: http://bit.ly/2tDzxkn

 

Das Kompetenzteam „Soziale Natur – Natur für alle“

Vertreter/innen aus rund 30 Organisationen der sozialen Bereiche der Gesellschaft, der Stadtentwicklung und des Naturschutzes wirken im Kompetenzteam „Soziale Natur – Natur für alle“ mit. Die Gruppe bietet eine Plattform, die den Austausch zwischen Naturschutz und sozialen Bereichen ermöglicht und Kompetenzen effektiv bündelt. Ihr Ziel ist, die Bedeutung der Naturvielfalt für den Zusammenhalt und eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft bekannter zu machen und weiter zu stärken.

 

Gemeinsame Erklärung des Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“

Im Oktober 2018 veröffentlichte das Kompetenzteam eine gemeinsame Erklärung unter dem Titel „NaturVielfalt – Kitt für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

Den Wortlaut und die Liste der Unterzeichner der Erklärung finden Sie unter diesem Link: http://bit.ly/38WRY3J

 

Herausgeber

Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt

nova-Institut GmbH
Chemiepark Knapsack
Industriestraße 300
50354 Hürth

Arno Todt

Leiter der Geschäftsstelle
Tel: 02233 481 452
E-Mail: geschaeftsstelle(at)undekade-biologischevielfalt.de

Pressekontakt

Pit Rauert

Tel.: 0228 97734 20

presse(at)undekade-biologischevielfalt.de

Rund 130 Teilnehmer/innen diskutierten über die Chancen und Hindernisse, die Naturräume für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft von Kindern bieten. | © UN-Dekade Biologische Vielfalt, Geschäftstelle

Rund 130 Teilnehmer/innen diskutierten über die Chancen und Hindernisse, die Naturräume für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft von Kindern bieten. | © UN-Dekade Biologische Vielfalt, Geschäftstelle

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld