Erfolge und Herausforderungen: Landwirtschaft und biologische Vielfalt

Ein internationales Forscherteam warnt vor den vielfältigen Folgen durch den Rückgang von Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und Co. Eine andere Studie erklärt, warum biologische Schädlingsbekämpfung nicht immer funktioniert. Und im Rheinland steigern Obstbauern die Artenvielfalt.

Weitreichende Folgen schwindender Bestäuber

Eine Studie unter Beteiligung des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) warnt: „Wir müssen dringend etwas tun, wenn wir auch in Zukunft von den wertvollen Leistungen der Bestäuber profitieren wollen.“ Insekten sind in den meisten Lebensräumen die wichtigsten Bestäuber. Leider sind hier massive Rückgänge zu verzeichnen. Gründe hierfür sind der Klimawandel, Konkurrenz durch invasive Arten, Krankheiten und die Intensivierung der Landwirtschaft.

 

Gleichzeitig nimmt die Produktion bestäubungsabhängiger Nutzenpflanzen weltweit zu. Die Forscher befürchten neben Artenarmut, Ernteverlusten und wirtschaftlichen Einbußen eine Zunahme globaler Gesundheitsprobleme wie Herzerkrankungen: 75 % der Nutzpflanzen sind als Hauptlieferanten für Mikronährstoffe wie die Vitamine A und C, Kalzium und Folsäure von der Bestäubung durch Insekten abhängig.

 

Ganze Meldung beim UFZ lesen.

 

Regionale Initiative für mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft

Wild- und Nutzblumen blühen in den Obstanbaugebieten südlich von Bonn: Hier setzen 35 Obstbauern zahlreiche praktische Maßnahmen um, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Dazu gehören Nistkästen, Totholzhaufen, Wildrosen und Blühstreifen aus Regiosaatgut und Pflanzen mit Mehrwert für Vögel und Insekten. Von den angelockten Bestäubern profitieren Natur und Landwirtschaft. Unterstützt werden die Bauern im Rahmen des REWE Pro Planet-Apfelprojekts vom NABU Bonn, einem Obstbauvertrieb und einer Vermarktungsorganisation.

 

Mehr zu Aktion beim NABU.

 

Naturnahe Lebensräume = weniger Schädlinge?

Göttinger Agrarökologen kommen zu dem Ergebnis, dass naturnahe Lebensräume in Agrarlandschaften zwar wichtige Ökosystemleistungen fördern, aber nicht immer auch die natürliche Schädlingsbekämpfung. Diese ist vielmehr abhängig von der Resistenz der Nutzpflanzen, Unkrautmanagement, Pestizideinsatz und der Zusammensetzung des Landschaftsmosaiks. Es kommt z. B. vor, dass die Schädlinge auf den Ackerflächen leben, ihre Gegenspieler aber in den naturnahen Flächen. Oder dass die Gegenspieler eher von Pestiziden betroffen sind als die Schädlinge. Es sei daher wichtig, die Schädlingsbekämpfung im Ganzen zu betrachten, so die Forscher.

 

Zur Meldung bei der Uni Göttingen.

Mehr als 20.000 Bienen-Arten sind weltweit bekannt. Sie bestäuben mehr als 90 Prozent der 107 wichtigsten Nutzpflanzen. | ©Felix Fornoff, Universität Freiburg

Obstplantage südlich von Bonn mit Blühstreifen. | ©NABU Bonn

Die Zusammensetzung von Landschaften ist ein Faktor für eine funktionierende biologische Schädlingsbekämpfung. | ©Sutcliffe

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld