Ein Nationalpark für alle – UN-Dekade Biologische Vielfalt zeichnet den Nationalpark Hunsrück-Hochwald aus

Thranenweier, 19. April 2018 – „Der Nationalpark ist für alle da“ – das haben sich die Verantwortlichen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald von Anfang an zum Programm gemacht. Gemeinsam mit einer Gruppe von Experten haben sie seit 2015 eine Vielzahl von Angeboten für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen geschaffen. So gibt es Touren für Gehörlose, Broschüren für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Sehbehinderung und technische Unterstützung für Mobilitätseingeschränkte oder Schwerhörige. Für dieses Engagement erhält der Park im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ nun den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

Zur Begründung schreibt die Fachjury der UN-Dekade: „Das Projekt ‚Barrierefreier Nationalpark’ ermöglicht Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen in vorbildlicher Weise, an Naturerlebnissen in einem Nationalpark teilzuhaben und positive Naturerfahrungen zu sammeln.“   


Nationalparks bieten einzigartige Möglichkeiten, die Natur zu erleben. Der Nationalpark Hunsrück-Hochland setzt sich dafür ein, dass auch Menschen mit körperlichen oder mentalen Behinderungen die Möglichkeit erhalten, am Naturerlebnis im Park teilzuhaben. Zweimal im Jahr lädt das Nationalparkamt eine Expertengruppe ein, die die Angebote des Nationalparks auf Barrierefreiheit prüft und dabei hilft, diese Angebote weiterzuentwickeln. 

 
In den drei Jahren seines Bestehens sind so zahlreiche neue Angebote entstanden. Die „Inseltour“ in Thranenweier gehört dazu. Diese Wanderung bringt Besuchern die Geschichte der Rodungsinseln nahe, Siedlungsbereiche, die in große Waldgebiete eingestreut sind. Inhaltlich geht es um die Natur dieser Lichtungen und um die Geschichte ihrer Dörfer und Menschen. An der Wanderung können auch Besucher mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl teilnehmen und bei Bedarf ein Zuggerät für den Rollstuhl ausleihen. Für die Inseltour gibt es außerdem einen ausleihbaren Wanderführer in Braille- und Schwarzschrift für Menschen mit Sehbehinderung, eine Audio-CD und eine Infobroschüre in Leichter Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen.  


Für Gehörlose bietet der Nationalpark Hunsrück-Hochfeld einmal monatlich eine Rangertour in Gebärdensprache an. Sie führt über die Quarzitrücken zur Mörschieder Burr und die Rosselhalden am Abhang zum Idarbach. Für Schwerhörige besteht zudem die Möglichkeit, frequenzmodulierte Anlagen als Hörhilfen für Rangertouren auszuleihen.

Weitere Informationen

Projektvorstellung auf der UN-Dekade-Webseite

Rangerin Alex Bloch bei der Tour in Gebärdensprache. | Foto: Projektträger

Rangerin Alex Bloch bei der Tour in Gebärdensprache. | Foto: Projektträger

Vorbildliche Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen: Umweltministerin Ulrike Höfken (RLP, 3. v. re.), Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer (Saarland, 2. v. re.) und Dr. Volker Scherfose vom BfN (li.) übergaben die Auszeichnung an die Akteure im Nationalpark HUnsrück-Hochwald. Foto: nlphh.de, Konrad_Funk

Vorbildliche Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen: Umweltministerin Ulrike Höfken (RLP, 3. v. re.), Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer (Saarland, 2. v. re.) und Dr. Volker Scherfose vom BfN (li.) übergaben die Auszeichnung an die Akteure im Nationalpark HUnsrück-Hochwald. Foto: nlphh.de, Konrad_Funk

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