Dekade Geschäftsstelle veranstaltete Fachtagung „Gesund – mit der Vielfalt der Natur“

Berlin, 19. Juni 2018 – In Berlin fand in Kooperation mit BMU, BMG und BfN eine Fachveranstaltung zum Schwerpunktthema 2017/2018 der UN-Dekade Biologische Vielfalt statt. Rund 125 Teilnehmer/innen aus den Bereichen Gesundheit und Naturschutz nahmen an der Fachtagung teil und folgten den Ausführungen hochrangiger Vertreter/innen aus Politik, Wissenschaft, Krankenkassen und Sport. Die gesundheitsfördernde Wirkung naturnaher Umgebung dürfte sich für unsere Gesellschaft auch finanziell lohnen. Prävention ist vielfach günstiger als Heilung insbesondere bei weit verbreiteten Volkskrankheiten. Gerade hier bietet sich eine Fülle gemeinsamer Interessen zwischen Gesundheit und Natur, so lautet ein Ergebnis der Veranstaltung. Beispiele aus Nationalparken Biosphärenreservaten und Naturparken, aus Kur, Sport und Bewegung sowie Heilbädern und Kurorten demonstrierten, wie die fachübergreifende Verbindung von Gesundheit und biologischer Vielfalt vor Ort praktisch aussehen kann.

Dr. Christiane Paulus, Leiterin der Unterabteilung Naturschutz im BMU, und Maria Becker, Leiterin der Unterabteilung Prävention im BMG, wiesen in ihren Einführungen auf den großen Wert der Naturvielfalt für die Förderung und Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung hin und damit verbunden den Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland. Besonders gewürdigt wurde auch der ressortübergreifende Ansatz, der bei der Veranstaltung gelungen ist und nicht alltäglich erscheint.

Prof. Claudia Hornberg, Universität Bielefeld Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung sowie Matthias Braubach, WHO – European Centre for Environment and Health, eröffneten die Diskussion mit ihren Keynotes aus wissenschaftlicher Sicht und aus internationalem Blickwinkel.

An der nachfolgenden Podiumsdiskussion nahmen über die genannten Vertreter/innen aus Politik und Wissenschaft hinaus auch Dr. Sabine Richard, AOK Bundesverband Leiterin des Bereichs Versorgung und Dr. Mischa Kläber, DOSB Leiter Gesundheit, teil. Die ressortübergreifende Zusammenarbeit sollte weiter gestärkt werden und Settingansätze vor Ort mit der Natur zur Gesundheitsförderung und Prävention weiterentwickelt werden. Das Präventionsgesetz biete hier gute Möglichkeiten. Auch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt eröffne gute Chancen für Projekte an der Schnittstelle von Gesundheit und biologischer Vielfalt, allerdings für umfangreichere Maßnahmen auf Bundesebene. Fälschlicherweise sei in den letzten Jahrzenten der Blick nicht mehr so stark auf die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden gerichtet worden, die Salutogenese, sondern viel mehr auf die Pathogenese, das Heilen von Krankheiten. Dabei könnte sich die gesundheitsfördernde Wirkung naturnaher Umgebungen für unsere Gesellschaft auch finanziell lohnen. Prävention ist vielfach günstiger als Heilung oder Therapie, gerade bei weit verbreiteten Volkskrankheiten. In diesem Feld wurde von den Experten eine Fülle gemeinsamer Interessen gesehen, auch im Hinblick auf Sport und Bewegung.

Am Nachmittag diskutierten Vertreter/innen aus Nationalparken Biosphärenreservaten und Naturparken, aus Kur, Sport und Bewegung sowie Heilbädern und Kurorten in drei Foren Handlungsansätze und Praxisbeispiele. Die Projekte verdeutlichten, wie die Verbindung von Gesundheit und biologischer Vielfalt praktisch aussehen kann und dass fachübergreifende Zusammenarbeit vor Ort gut funktionieren kann, wenn es um konkrete Aktivitäten geht. Einige der vorgestellten Beispiele sind ausgezeichnete UN-Dekade Projekte und gewinnen auch dadurch einen Modelcharakter.

Die Veranstaltung schaffte für die Teilnehmenden wertvolle Impulse und Kontakte für mehr Kooperation und Koordination. Finanzierungsmöglichkeiten für neue Aktivitäten wurden genannt. Die Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt bietet vorbildlichen Projekten im Rahmen ihres Wettbewerbs, die Möglichkeit, ausgezeichnet zu werden und damit bundesweit bekannter zu werden und zusätzlich an Reputation zu gewinnen. Die Veranstalter erhoffen sich, dass der ressortübergreifende Ansatz auf politischer Ebene weiter verfolgt wird, die Teilnehmer/innen ihre Aktivitäten intensivieren, neue Aktivitäten hinzukommen und ein Follow-up noch in diesem Jahr gelingt.

Deutsche Heilbäderverband, AOK Bundesverband, Deutscher Olympischer Sportbund, Deutscher Wanderverband und Kneipp-Bund haben diese Fachtagung der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt ideell unterstützt.

Die Dokumentation der Veranstaltung und die Präsentationen der Referent/innen finden Sie in Kürze auf der Website der UN-Dekade Biologische Vielfalt unter: www.undekade-biologischevielfalt.de/un-dekade/schwerpunktthemen/fachtagung-gesund-mit-der-vielfalt-der-natur/

Podiumsdiskussion: "Welche Potenziale bietet vielfältige Natur für Gesundheit und Wohlbefinden und wie lassen sie sich entwickeln?" Auf dem Podium v. li. n. re.: Maria Becker, Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Christiane Paulus, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Dr. Mischa Kläber, Deutscher Olympischer Sportbund, Prof. Dr. Claudia Hornberg, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Dr. Sabine Richard, AOK-Bundesverband, Bereich Versorgung; Foto: Geschäftsstelle

Podiumsdiskussion: "Welche Potenziale bietet vielfältige Natur für Gesundheit und Wohlbefinden und wie lassen sie sich entwickeln?" Auf dem Podium v. li. n. re.: Maria Becker, Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Christiane Paulus, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Dr. Mischa Kläber, Deutscher Olympischer Sportbund, Prof. Dr. Claudia Hornberg, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Dr. Sabine Richard, AOK-Bundesverband, Bereich Versorgung; Foto: Geschäftsstelle

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