Klimastabile Wälder

Sicherung der Biodiversität hinsichtlich der Baumartenvielfalt und der Vielfalt der Lebewesen, die mit den Baumarten und dem Wald verbundenen sind.

Ziele:
Vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Klimaveränderung bekommt die Vorgehensweise bei der Bewirtschaftung des langfristigen Ökosystems Wald eine besondere Bedeutung. Nur durch die nachhaltige Sicherung der Biodiversität zunächst im Hinblick auf die Baumartenvielfalt und in der Folge der mit den Baumarten und dem Lebensraum Wald verbundenen tierischen und pflanzlichen Lebewesen, werden die Wälder auch unter sich verändernden Klimabedingungen die notwendige Flexibilität zur Anpassung erreichen.

Beschreibung:
Der „Hochpochtener Wald“ mit dem Staatswald Martental liegt im Landkreis Cochem-Zell und ist im überwiegenden Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz. 620 ha werden vom Forstamt Cochem im Forstrevier Hochpochten betreut.
Alte Laubbäume, insbesondere die heimische Rotbuche und Traubeneiche prägen das Bild auf 73 % der Fläche. An Nadelbäumen sind Fichte, Douglasie, europäische Lärche und Weißtanne vertreten.
Im Rahmen einer naturnahen nachhaltigen Forstwirtschaft werden Bäume geerntet, um den Rohstoff Holz zu nutzen.
Im südlichen Teil befinden sich die Buchenwälder auf 200 ha in einer Betriebsklasse des Plenterüberführungswaldes. Das heißt, die vollkommen mit jungen Buchen angereicherten Altbestände sollen sich langsam in ungleichaltrige Buchen– und Buchenmischbestände weiterentwickeln. Die Holznutzung erfolgt dabei immer einzelstammweise und nie kahlschlagartig.
Ziel der langfristigen, kontinuierlichen Verjüngung ist Wald eines möglichst großen Spektrums sowohl hinsichtlich der Baumarten, als auch der Baumalter. Auf diese Weise soll die biologische Vielfalt auch für die nachfolgenden Generationen nachhaltig sichergestellt werden.

Maßnahmen:
In einer Vielzahl unserer Wälder findet eine für den Laien kaum wahrnehmbare Artenverarmung statt.
Die überwiegende Zahl von Baumarten kann aufgrund unangepasster Wildbestände nur noch mit aufwändigen, teuren mechanischen oder chemischen Schutzmaßnahmen verjüngt werden. Und selbst das gelingt nicht mehr in allen Fällen. Naturnaher Waldbau mit natürlicher Verjüngung gelingt auf großer Fläche nur schwierig. Das Wild, insbesondere Rehe und Rotwild, selektiert wohlschmeckende Baumarten insbesondere Eiche und Weißtanne. Häufig bleibt eine natürliche Verjüngung gänzlich aus, da bereits die Keimlinge vom Wild aufgenommen werden. Die Waldbestände demonstrieren, dass die Kapazität des Ökosystems aufgrund der zu hohen Wildbestände erschöpft ist.
Im „Hochpochtener Wald“ wird das Ziel des langfristigen Erhalts der biologischen Vielfalt durch natürliche Verjüngung eines reichhaltigen Baumartenspektrums auf großer Fläche, durch nachhaltige, intensive Bejagung insbesondere des Rehwildes erreicht. Der sich verjüngende, dichte Waldbestand erfordert zum Erfolg besondere Jagdstrategien.
Die Grundlage zur zahlenmäßigen Höhe des jährlichen Abschusses bildet dabei nicht eine, wie allgemein üblich, angenommene Bestandszahl an Rehen sowie ein sich daraus ableitender Zuwachs.
Die Grundlage der notwendigen Abschusshöhe bildet einzig die Bewertung der aufkommenden Waldverjüngung hinsichtlich Baumartenvielfalt und Verbiss. Dazu muss der Wald sowie die natürliche Ansamung der Baumarten einer ständigen Beobachtung unterliegen.
Auf Basis dieser Vorgehensweise wurde über einen Zeitraum von 25 Jahren die Bejagung den Erfordernissen des Waldes angepasst.
Die kontinuierlich, stufenweise gesteigerte Abschusszahl liegt inzwischen in einer Größenordnung, bei der sich auch die für das Wild besonders schmackhaften Baumarten wie Traubeneiche und Weißtanne auf natürliche Weise ohne Schutzmaßnahmen verjüngen.
Die Abschüsse müssen jährlich erbracht werden, da neben der Vermehrung des Wildes auch eine Zuwanderung aus den überhöhten Wildbeständen der umliegenden Jagdbezirke erfolgt.
Wesentliche Strategie zur Erzielung des Abschusses ist die intervallmäßige, gleichzeitige Bejagung mit Hilfe einer Vielzahl von Jägern. Zwischen den jährlichen Jagdintervallen herrscht weitgehend Jagdruhe.

Kommunikation:
Die beschriebenen Ziele im „Hochpochtener Wald“ sowie die durchgeführten Maßnahmen werden durch schriftliche Beiträge in Fachzeitschriften und insbesondere durch eine Vielzahl von Exkursionen vor Ort, forstlichen Fachleuten, Jägern und politischen Entscheidungsträgern vermittelt. Mit Hilfe der Presse ist die örtliche Allgemeinheit eingebunden und informiert.

Ergebnisse:
Der „Hochpochtener Wald“ spricht für sich. Auf mehreren einhundert Hektar wächst die nachfolgende Waldgeneration unter dem Dach der Altbäume auf natürliche Weise heran. Eine Vielzahl von Baumarten unterschiedlicher Alter bilden langsam vielschichtige Waldbestände.
Im Wald leben an Schalenwildarten Rehe und Schwarzwild sowie vereinzelt Rotwild. Aber auch die Wildkatze, der Schwarzstorch und der Kolkrabe fühlen sich in den strukturreichen Laubmischwäldern wohl.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Strukturreiche Laubmischwälder unterschiedlichen Alters mit einem hohen Anteil alter Bäume, die auf natürliche Weise verjüngt werden, lassen eine große biologische Vielfalt im Wald entstehen.


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Dokumente

Verjüngungsaufnahme

 

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Forstamt Cochem

Zehnthausstraße 18
56812 Cochem

Öffnungszeiten: Mo-Fr

Herr Michael Fohl
Tel.:02676 1666
Michael.Fohl@wald-rlp.de
http://www.wald-rlp.de

 

Weitere Infos

Landesforsten Rheinland-Pfalz, Forstamt Cochem
Cochem

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