Artenvielfalt in heimischen Ökosystemen

Das auf fünf Kurstage angelegte Kursprogramm soll Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 mit der heimischen Pflanzen- und Tierwelt vertraut machen, insbesondere die Artenkenntnis verbessern und das Erleben und Kennenlernen wichtiger Ökosysteme fördern. Außerdem werden wissenschaftliche Methoden zur Artenerfassung vorgestellt und erprobt sowie Anregungen zum praktischen Arten- und Biotopschutz gegeben.

Das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis) führt seit dem Frühjahr 2013 die offizielle Bezeichnung "Stützpunktschule® für Evolution und Biodiversität".
Stützpunktschulen® sind Kontaktstellen zwischen außerschulischen und schulischen Bildungsaktivitäten. Sie sind regionale Bildungszentren mit einer überdurchschnittlichen Ausstattung sowie Lehrerinnen und Lehrern, die als Projektleiter ausgebildet sind. Ziel des Stützpunktschulen-Konzepts ist es, den Unterricht in den Naturwissenschaften, hier insbesondere der Biologie, weiterzuentwickeln und entsprechende Begabungen von Jugendlichen im Hinblick auf Studierfähigkeit und Berufswahl zu fördern. Im Rahmen des Stützpunktschulenkonzepts wird eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, zum Teil in Eigenregie der Schule, zum Teil in Kooperation mit schulischen (Regierungspräsidium Karlsruhe) und außerschulischen Bildungspartnern (Universität Heidelberg, Zoologischer Garten Heidelberg, Verein Homo heidelbergensis von Mauer e. V. und andere). Im Mittelpunkt stehen die Ausbildung von Schülermentoren im Bereich Zoobiologie und Humanevolution, die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien zu verschiedenen Themen der biologichen Vielfalt und die Ausrichtung regionaler Lehrerfortbildungen.

2015 wurde erstmals ein Intensivkurs für an biologischen Themenstellungen besonders interessierte Jugendliche durchgeführt, 2016 wurde die Veranstaltung zum zweiten Mal durchgeführt. Der Titel der Veranstaltung lautet "Artenvielfalt in heimischen Ökosystemen". Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 10. Die Veranstaltung findet statt am Landesschulzentrum für Umwelterziehung in Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) und erstreckt sich über eine Schulwoche (Montag bis Freitag). Die Kursteilnehmer/innen sind während der Veranstaltung in Gästezimmern des Landesschulzentrums untergebracht. Im Verlauf des Kurses konnten verschiedene Labor- und Unterrichtsräume des LSZU genutzt werden. An der Veranstaltung nahmen bisher 41 Schülerinnen und Schüler aus acht Gymnasien des Regierungsbezirks Karlsruhe teil.
Die Veranstaltung soll in den nächsten Jahren regelmäßig jeweils am Ende des Schuljahrs angeboten werden; die Ausschreibung für den Kurs 2017 ist bereits erfolgt.
Geleitet wird der Kurs von Dr. Rainer Drös (Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim und SSDL Heidelberg) unter Mitwirkung von Referenten der Universität Heidelberg.

Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über das Programm des Kurses 2016:

1. Tag:
Vormittag: Anreise zum Zielort, Einführung in das Kursprogramm
Nachmittag: Exkursion in einen Buchenwald - Sammeln und Bestimmen von Blütenpflanzen im Gelände - Kennenlernen charakteristischer Zeigerarten des Kalkbuchenwaldes - Erstellen eines "Pflanzensteckbriefs"
Abend: Aufspüren von Fledermäusen mit "Bat-Detektoren" auf dem Gelände des Landesschulzentrums - Biologie der Fledermäuse

2. Tag:
Vormittag: Beobachtungen und praktische Übungen zur Blütenökologie (Schulgarten des Landesschulzentrums) - Kennenlernen von Bestäubern und Bestäubungsmechanismen; Referentin: Prof. Dr. Erbar (Universität Heidelberg)
Nachmittag: Beobachtungen und praktische Übungen zur Fruchtmorphologie und -ökologie (Schwerpunkte: Verbreitungsmechanismen, Bau von Modellen zur Windverbreitung von Früchten und Samen); Referent: Prof. Dr. Leins (Universität Heidelberg)
Abend: Ruderalvegetation auf dem LSZU-Gelände

3. Tag:
Vormittag: Kartierung von Vögeln - Vorstellen und Erproben einer wissenschaftlichen Kartierungsmethode im Gelände (Erstellen einer Tageskarte zum Vogelmonitoring mithilfe einer Linienkartierung) - Kennenlernen häufiger einheimischer Vogelarten und ihrer Lautäußerungen
Nachmittag: Untersuchung eines Fließgewässers (Seckach bei Zimmern) mithilfe einer biologischen und chemischen Gewässergüteuntersuchung - Kennenlernen wichtiger Gewässerorganismen - Auswertung der Versuchsdaten zur Ermittlung der Gewässergüte
Abend: Ausbringen von Barberfallen und Befüllen von Berlese-Trichtern mit Bodenproben - Vortrag: Informationen zur Internationalen Biologieolympiade

4. Tag:
Vormittag: Untersuchung von Bodenorganismen aus Waldbodenproben - Auswertung der Fangergebnisse von Barberfallen und Berlese-Trichtern - mikroskopische Untersuchung wichtiger wirbelloser Tiere der Humusschicht - Zeichnen von Bodenorganismen
Nachmittag: Insekten- und Pflanzenexkursion auf dem Gelände des Landesschulzentrums - Kennenlernen wichtiger Insektengruppen - Pflanzen der Waldrandgesellschaften
Abend: Präparation eines Eulengewölles

5. Tag:
Vormittag: Wiesenexkursion auf dem LSZU-Gelände - Fang und Bestimmung einheimischer Heuschreckenarten, ökologische Ansprüche der einzelnen Arten - Charakterisierung von Wiesengesellschaften anhand von Pflanzen-Zeigerarten
Nachmittag: Schlussbesprechung mit Evaluation, Abreise

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die verschiedenen Exkursionen und theoretischen Beiträge des Kursprogramms vermitteln den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern einen guten Überblick über wichtige Ökosysteme in unserer Umwelt. Die Kursteilnehmer lernen eine Reihe von Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen Umgebung kennen und erfahren, wie Biodiversität in einem Ökosystem auf verschiedene Weisen ermittelt und bewertet werden kann.


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Besuchen Sie uns

Landesschulzentrum für Umwelterziehung Adelsheim (18.-22.7.2016)

Eckenberg 1
74740 Adelsheim

Öffnungszeiten: 8.00-16.00 Uhr (wochentags, nur während des Kurszeitraums im Juli)

Herr Dr Rainer Drös

 

Weitere Infos

Dr. Rainer Drös, Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim
Adelsheim

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