Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg

Weiterentwicklung:

Das Projekt wird konsequent ausgebaut: 2015/16 wurden mit Landesmitteln weitere Flächen freigestellt (Quarzsandflächen und zwei überwachsene Obstwiesen). Zusätzliche Flächen wurden erworben und gepachtet. Exkursionen, Tage der offenen Türe und Arbeitseinsätze mit Firmen wurden fortgesetzt, der Bufo-BUND-Bus als Umweltmobil wird eingesetzt. Eine Wanderkarte wird 2016 noch fertig gestellt.

Ursprüngliche Bewerbung:

Rund um zwei ehemalige Sandgruben entwickelt und pflegt der BUND Rhein-Sieg in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutz-Komitee eine rund 120 ha große Streuobstwiesen-Landschaft. Die Wiesen werden extensiv u.a. mit einer eigenen Schafherde beweidet.

Projektziel: Entwicklung eines zusammenhängenden Landschaftsschutzprojektes mit verschiedenen Schutzschwerpunkten:
1.) Schutz und Entwicklung der Biologischen Vielfal (ehemalige Sandgruben, Hudelandschaft, Streuobstwiesen, Obstsortenschutz, Artenschutz),
2.) Vermittlung der biologischen Vielfalt (Presse, Ausstellungen, Exkursionen, Homepage) und
3.) vielfältiges Bürgerengagement (Netzwerk Nutzer und Vereine, Firmenkooperation)
Ort: Bornheim in Nordrhein-Westfalen

Biotoptypen: offene Sandflächen, Grünland, Trockenrasen, Rohboden, Teich, Tümpel, Obstwiesen, Eichenhainbuchenwälder, Hudebäume

Zielart: Kreuzkröte, Wechselkröte, Gelbbauchunke, Springfrosch, Baumfalke, Wespenbussard, Ziegenmelker, Baumpieper, Feldschwirl, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Turteltaube, Steinkauz, Kirschprachtkäfer, Sandlaufkäfer u.a.m.

Träger: BUND NRW Naturschutzstiftung / BUND Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis und Vogelschutz-Komitee (VsK) jeweils als Eigentümer; mit Hilfe örtlicher Vereine (Landschafts-Schutzverein Vorgebirge, Heimat- u. Eifelverein Bornheim, Heimatverein Roisdorf).
Das Projekt wird mit dem Vogelschutz-Komitee e.V. aufgebaut und betrieben. Lokale Nutzer (insbesondere Ponyhalter, Landwirte) werden mit eingebunden.
Die Heimatvereine stehen hier seit vielen Jahren mit den klassischen Naturschützern Seit an Seit, da die Grubenflächen gegen überzogenen Quarzkiesabbau und eine Mülldeponiefolgenutzung gemeinsam verteidigt werden mussten und erfolgreich verteidigt wurden.

Das Gesamtprojekt entwickelte sich aus dem Ankauf und der Pflege von zwei benachbarten Gruben in Bornheim. Es wird unter anderem von der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und der HIT- Umwelt- und Naturschutzstiftung gefördert.
Die Pflege startete 2009, die Beweidung von Teilflächen mit Schafen begann 2010. Für 2010 wurde ein Förderantrag nach ELER (EU-Förderung) für die weitere Pflege bewilligt und umgesetzt.
Als zusätzliche Aufgabe stand 2011 die Bewältigung eines bergrechtlichen Abschlussbetriebsplanes im Raume. Das ist inzwischen abgeschlossen.

Regelmäßig finden im Jahr Pflegeaktionen statt. Bereits zweimal (2011 und 2012) konnte dabei eine große Firma im Rahmen eines social-days zur Mithilfe gewonnen werden. Circa 80 Personen kamen jeweils, um einen Tag tatkräftig zu helfen. Entsprechende Kooperationen fanden auch mit den Pfadfindern und dem THW statt.
Neben der Flächenpflege, Entbuschungsarbeiten, Obstbaumpflanzungen, dem Bau von Bienenhäuschen usw. wurden vor allem drei Gebäude im Rahmen des Projektes zurückgebaut und damit die Zersiedelung der Landschaft zu Gunsten von Biotopen, aber auch zu Gunsten des Landschaftsschutzes, gemindert.

Erste Kartierungen (Amphibien, Reptilien, Vögel, Pflanzen) im Jahr 2011 bestätigen den Erfolg der Naturschutzmaßnahmen, inzwischen (2014) sind u.a. Turteltaube, Baumpieper und Feldschwirl, Neuntöter und Schwarzkehlchen als Brutvögel nachgewiesen, der Steinkauz wurde wieder im Gebiet gesichtet, der Uhu ist regelmäßiger Gast. Erste Gelbbauchunken sind nachgewiesen worden, der Springfrosch gefördert worden, die Zauneidechse ist erstmals nachgewiesen.
Die Artenausstattung ist hochwertig und der Erhalt und die Entwicklung der Flächen ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Region.

Um die beiden Gruben herum integrierten wir ab 2012 mehr und mehr die umgebende Landschaft u. erweiterten das ursprüngliche Grubenprojekt. Die "Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg" wurde als Rahmenkonzept für eine etwa 120 ha große Kulisse entwickelt.
Weitere Flächen wurden angekauft u. bereits mehr als 130 neue Obstbäume (vor allem Kirschen und Birnen) neu gepflanzt. Mit Hilfe der Biologischen Station gerade auch besonders seltene Kirschsorten berücksichtigt. So entstanden zwei Sortengärten, für Kirschen und Birnen. In diesem Sinne wurde der Erhalt der biologisdchen Vielfalt auch auf den Sortenschutz ausgeweitet.
Eine kleine Schafherde mit 11 Tieren vor Ort ergänzt als "schnelle Einsatztruppe" inzwischen die Schafbeweidung durch einen externen Schäfer, der den Gesamtbestand beweidet. Ein Hudekonzept wurde aufgebaut.

Zu dem Teilgebiet der Abgrabungen existiert eine umfassende Ausstellung mit über 20 Bannern und ein Flyer. Die Ausstellung wird aktuell um die Bausteine Obstblütenlandschaft erweitert.

Regelmäßig finden unabhängig von zahlreichen Pflegeinsätzen mehrmals im Jahr Exkursionen z.B. zur Vegetation, zur Geologie u. zu den Tieren im Gebiet statt.
Insgesamt werden aktuell von den Vereinen (BUND, VsK, LSV) zusammen ca. 36 ha betreut.

Das Projekt ist modellhaft, weil hier Bürger selbst die Verantwortung für ihre Heimat übernommen haben u. viele Einzelbausteine zu einer nachhaltigen Gesamtlandschaft zusammenführen.

www.quarzgrube-brenig.de
www.vogelschutz-komitee.de/index.php/projekte/deutschland/nordrhein-westfalen/quarzgrube-brenig
www.vogelschutz-komitee.de/index.php/projekte/deutschland/nordrhein-westfalen/sandgrube-bornheim
www.lsv-vorgebirge.de

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Projektgebiet sichert einen verbliebenen Teil hochwertigster Kulturlandschaft im Balleungsraum Köln-Bonn mit einem räumlichen Kontakt zu den FFH-Waldgebieten der Ville. Es legt im Korridor des Vogelzugs, vom Fischadler über den Kranich und Rotmilan bis zum Garten-Rotschwanz. Steinkauz, Schwarzkehlchen und Neuntöter sind Brutvögel. Bei den Amphibien sind Springfrosch und Gelbbauchunke besonders zu erwähnen.
Die Sandgruben sind wertvolle Schutzräume für Insekten, etwa die Frühlings-Seidenbiene und die Weiden-Sandbiene, aber auch für blauflügelige Ödlandschrecke und Sandlaufkäfer. Der Englische Ginster beginnt sich merklich in der Sandgrube auszubreiten.


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Dokumente

Broschüre zum Projektgebiet (2016)

 

Besuchen Sie uns

LSV-Aussichtsturm am Neuweg in 53332 Bornheim

Steinkreuzstraße 10 (Geschäftsstelle, nicht Projektgebiet)
53757 St. Augustin, Geschäftsstelle, nicht Projektgebiet

Öffnungszeiten: Turm jederzeit zugänglich

Herr Achim Baumgartner

http://www.bund-rsk.de

 

Weitere Infos

BUND NRW Naturschutzstiftung und Vogelschutz-Komitee e. V. jeweils als Eigentümer -vor Ort organisiert und umgesetzt durch die BUND Kreisgruppe Rhein-Sieg, mit Unterstützung vor allem des Landschafts-Schutzvereines Vorgebirge.
St. Augustin, Geschäftsstelle, nicht Projektgebiet