Tote Bäume für das Leben!

Biologische Stationen Oberberg und Rheinland
Tätigkeitsschwerpunkt Natur und Artenschutz:

Die Biologischen Stationen im Bergischen Land nehmen vielseitige Aufgaben des Naturschutzes und zur Bewahrung der biologischen Vielfalt im Oberbergischen und im Rheinisch-Bergischen Kreis wahr.

Der Tätigkeitsschwerpunkt der Biologischen Stationen liegt in der Betreuung und dem Schutz von Flächen, die selten gewordene Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Dazu gehört die Erfassung der Arten und Lebensräume im Gebiet sowie die Planung und Umsetzung von Maßnahmen, um die Artenvielfalt dort zu erhalten bzw. weiter auszubauen. Sehr wichtig für den Erfolg dieser Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirtschaft, dem ehrenamtlichen Naturschutz sowie den Behörden.

Nachfolgendes Projekt möchten wir im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt vorstellen:

Tote Bäume für das Leben!

Ein Projekt der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg zur Erhaltung von Alt- und Totholz

Dank finanzieller Unterstützung durch den Oberbergischen- und Rheinisch-Bergischen Kreis sowie durch die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung-GmbH konnten die beiden Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg das Projekt „Tote Bäume für das Leben“ ins Leben rufen. Alte Laubbäume werden per Vertrag zwischen Privatwaldbesitzer und Biologischer Station von der Nutzung ausgeschlossen und ihrem natürlichen Alterungs- und Zerfallsprozess überlassen.


Das Projekt wird in Kooperation mit beiden Kreisen, dem Waldbauernverband NRW (Bezirksgruppen Oberberg Nord, Oberberg Süd und Rhein-Berg-Leverkusen) und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW (Regionalforstamt Bergisches Land) umgesetzt.

Durch einen Vertrag zwischen Privatwaldbesitzer und Biologischer Station werden alte Laubbäume ihrem natürlichen Alterungs- und Zerfallsprozess überlassen, indem sie von der Nutzung ausgeschlossen werden. Die Eigentümer erhalten eine einmalige Geldleistung als Entschädigung für den Nutzungsausfall.
Die Bäume müssen bestimmte Kriterien erfüllen (Kriterien sind als Download verfügbar) und werden mit einer Markierungsplakette, als Biotopbaum gekennzeichnet.
Unzählige Tiere und Pflanzen, darunter viele vom Aussterben bedrohte Arten, sind im höchsten Maße auf Alt- und Totholz angewiesen. Etwa 1.350 Käferarten, verschiedenste Schmetterlings- und bis zu 1.000 Wespenarten, dazu 600 Pilzarten sowie diverse Flechten, Farne und Moose bilden eine vielfältige und komplexe Lebensgemeinschaft.

Spechte profitieren vom reichhaltigen Nahrungsangebot. Ihre verlassenen Nisthöhlen nutzen zahlreiche andere Vogelarten, Fledermäuse, Siebenschläfer oder Wildbienen zur „Nachmiete“. Vorsprünge unter morschen Wurzeln und bodennahen Stammteilen dienen Amphibien und Reptilien als Winterquartier. Kurz gesagt: Im Alt- und Totholz tobt das Leben!
Bisher konnten in 68 Verträgen bereits 217 Biotopbäume mit 1.690 m³ Holzmasse gesichert und somit ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt in unseren Wäldern geleistet werden.

Weitere Informationen zum Projekt auch unter www.BioStationOberberg.de
www.Biostation-Rhein-Berg.de

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Lebensgemeinschaft des Waldes ist in ihrer Artenvielfalt in besonderem Maße abhängig von der Existenz eines ausreichenden Angebotes von Alt- und Totholz aller Zersetzungsstadien. Mit jedem über das Projekt gesicherten Baum wird die biologische Vielfalt des Waldes ganz unmittelbar unterstützt, indem ihre ökologische Grundlage aufgebaut und vermehrt wird.


Bild 1

Dokumente

Totholz-Flyer (aufgefaltet, Außen- und Innenseite, bitte 2. Seite zuerst lesen))

Handzettel Projektkonzept mit Kriterien für Biotopbäume

 

Besuchen Sie uns

Biologische Station Oberberg und Biologische Station Rheinberg

Schloss Homburg 2
51588 Nümbrecht

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8:00 bis 16:00 Uhr, nach telefonischer Anmeldung

Herr Christoph Weitkemper
Tel.:02293-901515
Weitkemper@BS-BL.de
http://www.BioStationOberberg.de

 

Weitere Infos

Biologische Station Oberberg e.V.
Nümbrecht