Natur in graue Zonen

Natur in graue Zonen bringen“ – unter diesem Motto wird aktuell eine dreijährige Kampagne (2013-2016) zur Entsiegelung und naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände in den drei Modellstädten Duisburg, Erfurt und Wiesloch durchgeführt.

Durch die Entsiegelung werden Bodenfunktionen wiederhergestellt und mit dem Fokus auf naturnahe Begrünung neuer Lebensraum geschaffen. Neben dem direkten ökologischen Nutzen zielt die Kampagne darauf ab, sowohl Unternehmensvertreter als auch Bürger/innen für die innerstädtischen Spielräume zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren und zu Akteuren zu machen. Um eine langfristige Verankerung und Akzeptanz in den beteiligten Modellstädten zu ermöglichen, wurden Projektpartnerschaften mit den jeweiligen Bürgerstiftungen und Wirtschaftsorganisationen in den beteiligten Städten vereinbart. Der Wissenschaftsladen Bonn e.V. ist als Projektträger für die Gesamtkoordination, das Konzept und die inhaltliche Abstimmung zuständig.

Das Projekt verfolgt drei Schwerpunkte, die eng miteinander verzahnt sind und teilweise parallel laufen:
Ein Schwerpunkt liegt in der Mobilisierung und dem Wissenstransfer:
Um Unternehmen und Bürgerschaft als Akteure zu gewinnen, muss auf motivierende Art und Weise fachlich informiert und Neugierde geweckt werden.
Dies geschieht in der Kampagne über Diskussionsveranstaltungen, Exkursionen, Vorträge, Bildungs- und Informationsmaterialien sowie über einen Online-Wettbewerb. Bei dem Wettbewerb geht es sowohl darum die Sinne für die Natur in der eigenen Stadt zu schärfen als auch das eigene Wissen einzubringen. Neben dem Online-Fragebogen wurden die Teilnehmenden aufgefordert, Fotos von naturnahen und weniger naturnahen Flächen einzureichen. Der Wettbewerb ist abgeschlossen und die Preise werden durch die jeweiligen Bürgerstiftungen im Herbst 2014 überreicht,

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung:
Damit ist die Entsiegelung und naturnahe Begrünung in den drei Pilotstädten gemeint. Ziel ist es in jeder Stadt jeweils zehn Unternehmen zu gewinnen, die –begleitet von Landschaftsgärtnern– die naturnahe Gestaltung von Teilen ihrer versiegelten Funktionsflächen in Angriff nehmen. Während die Entsiegelung von den Unternehmen selbst getragen wird, wird die Bepflanzung im Rahmen öffentlichkeitswirksamer Aktionen zusammen mit der Bürgerstiftung durchgeführt. Die Pflanzaktionen werden von Experten begleitet, die die wesentlichen Grundlagen naturnaher Begrünung und Pflege an die teilnehmende Unternehmensmitarbeiter und interessierte Bürgern vermitteln. Die Sicherung der dauerhaften Pflege wird überwiegend durch engagierte Mitarbeiter übernommen.
Öffentlichkeitswirksamer Abschluss einer ersten Entsiegelungs- und Pflanzaktionsstaffel ist in jeder Stadt ein gemeinsames Pflanzfest, bei dem den teilnehmenden Unternehmen einer Stadt zur Würdigung Ihrer Aktivität jeweils eine Auszeichnungstafel verliehen wird.
Bereits nach 16 Monaten konnten nach diesem Vorgehen 11 Unternehmen entsiegelt und naturnah begrünt werden.

Der dritte Schwerpunkt umfasst den Transfer und die Verstetigung:
Dabei geht es nicht nur um eine Fortführung der Aktivitäten in den Projektstädten nach Abschluss der Förderung, sondern um eine Ausdehnung auf andere Städte und Gemeinden.
Transfer und Verstetigung sind bei der Kampagne „Natur in graue Zonen“ von Anfang an ein wichtiges Thema. Hierzu gehört beispielsweise die projektbegleitende Evaluierung als auch Fachveranstaltungen für den Transfer in andere Kommunen wie z.B. die NUA Veranstaltung „Aus grau wird bunt - naturnahe Flächengestaltung in der Stadt“ im März 2015 oder Vorträge in Gremien wie dem Meilenstein-Netzwerk flächensparender Kommunen im April 2014 oder der „Allianz für die Fläche“ des NRW Umweltministeriums im September 2013.

Verstetigung erfolgt auch über den Wissenstransfer und die Sensibilisierung von städtischen Bürgern, die weniger zu den Gruppen bereits Naturschutzinteressierter gehören: Zum einen Bürger/innen und Unternehmensmitarbeiter/innen, die an den Pflanzaktionen, Exkursionen und Veranstaltungen (Seit Projektbeginn/ insg. 25 Aktivitäten) teilnehmen und darüber die Idee der naturnahen Begrünung in Ihren Bekanntenkreis tragen und in ihren eigenen Vorgärten umsetzen sollen. Zum anderen die Unternehmen. Wobei in den jeweiligen Modellstädten die ersten zehn Unternehmen pro Stadt in der glücklichen Lage sind, dass Planung und Gestaltung ihrer Flächen über das Projekt finanziert werden. Für die folgenden Unternehmen müssen neue Anreize geschaffen werden – einen ersten Ansatz macht hier eine Imagebroschüre mit Portraits der teilnehmenden Unternehmen.
Schließlich werden auch die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung angesprochen. Sie sind in den Modellstädten bereits eingebunden – in anderen Städten werden im Projektverlauf Vorreiter gesucht. Die für 2016 vorgesehene Vorher-Nachher-Ausstellung in den Rathäusern soll die Veränderung bildlich dokumentieren und zur Nachahmung motivieren.

Video:


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Dokumente

Imagebroschüre

Infoflyer

Pflanzkonzept für die Flächen des FrischeKontor Duisburg GmbH

 

Besuchen Sie uns

entsiegelte und naturnah gestaltete Unternehmensflächen in Duisburg, Erfurt und Wiesloch


Erfurt, Duisburg, Wiesloch

Öffnungszeiten: immer zugänglich

info@buergerstiftung-erfurt.de; info@buergerstiftung-duisburg.de; info@buergerstiftung-wiesloch.de
http://www.natur-in-graue-zonen.de

 

Weitere Infos

WILA Bonn e.V. Bürgerstiftung Duisburg BürgerStiftung Erfurt Bürgerstiftung Wiesloch
Erfurt, Duisburg, Wiesloch

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