ONLINE-ATLAS ZUR BIOLOGISCHEN VIELFALT

Weiterentwicklung:

Das Projekt „Digitaler Biodiversitätsatlas - Biologische Vielfalt Online“ wurde inhaltlich und technisch konsequent weiterentwickelt. Die Anwendung „Fischfauna-Online“ wurde um zahlreiche Verbreitungsangaben und biologische Informationen ergänzt. Die Nutzung der Seite ist inzwischen sehr hoch, so zeigt z.B. Google bei der Suche nach den Stichworten „Fischfauna, Deutschland“ die Seite auf dem ersten Platz der Trefferliste an, bei Eingabe der Begriffe „Biologische Vielfalt, Fische, Deutschland“ auf dem vierten Platz. Mit der neuen Anwendung „ Säugetieratlas von Bremen und Umgebung“ (Start: Januar 2014) konnte insbesondere die aktive Einbindung der Bürger (Citizen Science) erreicht werden. Innerhalb weniger Monate wurden weit über 1.000 Säugetierbeobachtungen von außen in das System eingegeben. Die technische Weiterentwicklung umfasst neben dem regelmäßigen Upgrade auf höhere Systemversionen vor allem die Bereiche der automatisierten Dateneingabe und -ausgabe. Die mobile Datenerfassung wird nun über Smartphones und Tablets („BioDiv-App“) ermöglicht, für den Import größerer Datenmengen (z.B. Datenbankabfragen) steht ein spezieller „Datenimporter“ zur Verfügung, für den Datenexport Schnittstellen unter Beachtung internationaler Standards („Darwin Core“). Aktuelle Arbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung autonomer, d.h. von bestehenden CMS-Systemen unabhängigen Lösungen, die unter dem Begriff „Biodiversity Warehouse“ zusammengefasst werden.

Ursprüngliche Bewerbung:

Mit dem Software-Framework „Digitaler Biodiversitätsatlas“ wird in benutzerfreundlicher Weise die Einrichtung von lokalen oder regionalen Internet-Atlanten ermöglicht. Im Mittelpunkt stehen digitale, hoch auflösende Verbreitungskarten in Verbindung mit artspezifischen Informationen sowie die Organisation von Expertennetzwerken an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Bürgerwissen (Citizen Science). Die somit geschaffenen Möglichkeiten zur Erfassung und Kommunikation faunistischer Verbreitungsdaten stellen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt dar.

Daten über die räumliche und zeitliche Verbreitung von Flora und Fauna sind eine unabdingbare Grundlage für den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt. Bei der Erfassung und Aktualisierung von faunistischen und floristischen Daten kommt der Einbindung des ehrenamtlichen Elementes eine zunehmende Bedeutung zu, was heute allgemein mit dem Begriff Citizen Science umschrieben wird.

Dieses kann heute im Zeitalter des WEB 2.0 insbesondere auch durch interaktive Online-Werkzeuge erfolgen. In einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Biologie und Informatik an der Hochschule Bremen werden innovative Internetwerkzeuge entwickelt, um Daten zur biologischen Vielfalt dezentral zu erheben, auf Expertenebene auszuwerten und über Fachportale einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das vollständig auf Open-Source-Webanwendungen beruhende Projekt „Online-Atlas zur biologischen Vielfalt“ folgt dem Gedanken des Open Access und baut Brücken zwischen Wissenschaftlern, akademisch gebildeten Experten und engagierten Bürgern.

Mit dem Software-Framework “Digitaler Biodiversitätsatlas” wird in einfacher Weise die Einrichtung von spezifischen Atlasprojekten (z.B. „Säugetiere von Bremen“) mit interaktiven Verbreitungskarten und artspezifischen Fachinformationen ermöglicht. Gleichzeitig erlaubt die Software die Einrichtung dezentraler, serverbasierter Expertennetzwerke, die sich sowohl von der Benutzer- als auch von der Administratorenseite als sehr bedienerfreundlich auszeichnen, damit die „Technik“ nicht zu einer Hemmschwelle für die eigentlichen inhaltlichen Arbeiten wird.

Leitlinien des Projektes sind dabei:
- wissenschaftliche Qualitätssicherung
- Einhaltung von Datenstandards zur Vermeidung von Insellösungen
- Philosophie der globalen Open-Data-Initiative
- Artenschutzaspekte
- Internationalität
- durchgehende Transparenz im Datenfluss unter besonderer Beachtung der Autorenrechte von sich beteiligenden Personen und Institutionen.

Der „Digitale Biodiversitätsatlas“ bzw. die mit diesem Werkzeug erstellten Atlas-Projekte stehen ganz ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu staatlichen Monitoringprogrammen oder globalen Datenbankinitiativen (z.B. GBIF), sondern verstehen sich als regionale, räumlich und inhaltlich hoch auflösende Ergänzungen.

Der „Digitale Biodiversitätsatlas“ definiert je nach Qualifikation und Intensität der Mitarbeit vier Anwendergruppen: (1) Gäste können alle auf der Seite dargestellten Informationen einsehen. (2) Registrierte Nutzer verfügen über einen individuellen (von der Redaktion vergebenen) User Account zur Online-Eingabe von Verbreitungsdaten direkt über das Frontend. Es besteht die Möglichkeit, diese Daten erst nach einer Freigabe durch die Redaktion im Frontend allgemein sichtbar zu machen. Die Redaktion verfügt über den Zugang zum Backend des Systems, wobei je nach Rechten zur Änderung und Weiterentwicklung des Systems noch zwischen (3) Managern und (4) Administratoren unterschieden wird.

Technisch verbindet der Biodiversitätsatlas zwei Technologien. Die biologischen Inhalte sowie weitere Informationen (z.B. Foto- und Literaturverwaltung) werden über das Content Management System Joomla! realisiert. Der Biodiversitätsatlas stellt dabei eine eigene, speziell für die Joomla!-Technologie entwickelte Komponente dar. Die zweite Säule des Systems besteht im Einsatz Geographischer Informationssysteme (GIS). Die Karten werden mit der JavaScript Library OpenLayers in Kombination mit der freien Weltkarte OpenStreetMap erzeugt. In Kombination mit Proj4js zur Umrechnung und Transformation von unterschiedlichen geografischen Referenzsystemen sind benutzerfreundliche Möglichkeiten zur Visualisierung von Verbreitungspunkten möglich.

Mit dem Werkzeug „Digitaler Biodiversitätsatlas“ wurden bereits vier Atlas-Projekte realisiert:
- "Fischfauna-Online - Digitaler Fischartenatlas von Deutschland und Österreich“ (Kooperationspartner Gesellschaft für Ichthyologie e.V.)
- "Säugetieratlas von Bremen" (Kooperationspartner Naturwissenschaftlicher Verein)
- „Fischartenatlas von Pernambuco, Brasilien“ (Kooperationspartner Universität UFRPE in Recife, Brasilien)
- „Amphibien- und Reptilienatlas von Pernambuco, Brasilien“ (Kooperationspartner Universität UFRPE in Recife, Brasilien).

Bezug zur biologischen Vielfalt:

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Dokumente

2012. Brunken, H. Genzel, C.-H., Vatterrott, H.-R. & Winkler, M.: Digitale Biodiversitätsatlanten – Tools zur Unterstützung regionaler und internationaler Expertennetzwerke für die Erfassung und Bewertung biologischer Diversität. - In: Umweltbundesamt (Hrsg.), Umweltinformationssysteme. Frühwarn- und Informationssysteme für den Hochwasserschutz. - Umweltbundesamt Texte 41/2012: 161-169. [Download unter http://www.uba.de/uba-info-medien/4344.html]

Vorstellung von Fischfauna-online auf der GfI-Tagung am 22.11.3 in Bonn - Vortragsfoline

Vorstellung von Fischfauna-online auf der GfI-Tagung am 22.11.13 in Bonn - Abstract

Kurzinformation zum Biodiversitätsatlas auf der Internetseite der Hochschule Bremen

Steinhausen, K.M., Winkler, M., Genzel, C.-H., Vatterrott, H.-R. & Brunken, H.: “Finding Nemo” - Assessment and Visualization of Biodiversity Data in a Web-based Atlas. - Conference Proceedings of the 26th International Conference on Informatics for Environmental Protection, 29.-31.08.2012 in Dessau.

Presseartikel Weserkurier ´Säugetiere sammeln´

Präsentation zur offiziellen Vorstellung des Säugetieratlas von Bremen und Umgebung

Zeitungsartikel ´Von Walen und Wölfen´

 

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Neustadtswall 30
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Öffnungszeiten: nach Absprache

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Tel.:0421/5905-4280
heiko.brunken@hs-bremen.de
http://www.fischfauna-online.de

 

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