ArcheSchäferei – unterwegs mit Waldschaf & Steinschaf

Weiterentwicklung:

Seit 2013 wurden weitere Weideflächen in die Bewirtschaftung aufgenommen und die Herdengröße entsprechend aufgestockt (etwa verdoppelt auf ca. 12-14 ha). Ehemalige Hochgras-Mulchwiesen sind durch die Beweidung nun wieder vom Grasfilz befreit und die zarteren Gräser und Blumen können sich ausbreiten, Grundlage für Schmetterlinge, Bienen & Co. (begleitende ÖA). Interessant ist auch das Thema Humus- und Bodenaufbau durch Weidetiere. Ein Teil der Veranstaltungen findet in Kooperation mit dem Stadtjugendring Reutlingen e.V., dem Kinderschutzbund und dem Jugendmigrationsdienst Reutlingen statt. Mit Hilfe von Projektmitteln der Baden-Württemberg-Stiftung können nun weitere Zielgruppen teil haben: 2014 /15 gab es 3 Ferienwochen für Kinderschutzbund-Kinder, im Sommer 2015 fand die erste Waldschafwoche für Kinder aus Flüchtlingsfamilien statt. Ziel aller Angebote ist die Begegnungen mit der Biodiversität um uns herum aber auch, dass wir selbst ein Teil der Artenvielfalt sind und auch sehr vielfältig sein können: im Aussehen, in der Herkunft, der Muttersprache – und trotzdem zusammen gehören und Menschen sind. 2014 – Fortbildung zur Streuobstpädagogin absolviert (DEKADE-Projekt Böblinger Streuobstschule) - kooperative Angebote vor Ort (Gründung: Reutlinger Streuobstpädagogen) 2014 – Versuch & Umsetzung: pflanzengefärbte Waldschafwolle fürs ArcheWoll-Sortiment 2015 – Anerkannter Lernort Bauernhof Baden-Württemberg 2015 – Zertifizierter Bildungspartner Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Ursprüngliche Bewerbung:

Waldschafe und Krainer Steinschafe stehen seit vielen Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen. Sie gehören zu den ältesten heimischen Landschafrassen, sind kulturelles Erbe unserer Vorfahren bis hin in die Junggsteinzeit - und dienen uns heute als excellente Landschaftpfleger.

Erhaltungszucht
Mit drei trächtigen Waldschafen begann das "Waldschafprojekt" 2005. Kurz darauf kamen die Steinschafe dazu. Inzwischen besteht die Mutterschafherde aus 40-50 Waldschafen und 20-30 Krainer Steinschafen. Dazu kommen etwa 15-20 gekörte Widder.

Auch innerhalb der Rassen wird auf genetische Vielfalt geachtet. Es werden männliche und weibliche Tiere aus verschiedenen genetischen Linien gehalten. Jährlich werden mehrere Böcke mit jeweils kleinen Zuchtgruppen verpaart. Nur so lassen sich die Genpools geringer Populationen erhalten, erweitern und die Rassen bleiben stabil und gesund.

Der Bestand eingetragener Zuchttiere in Deutschland beträgt beim Waldschaf ca. 1.300, beim Krainer Steinschaf ca. 500-600 Tiere. Der geringe Bestand liegt nicht an den Rassen selbst, sondern an der strukturellen Benachteiligung kleiner Nutzierrassen. Daher gehen meine Tiere vorzugsweise in die Zucht, in Melkbetriebe und in Landschaftpflegeprojekte.

Der Erhalt unserer Nutztierrierrassen ist genetisches wie auch kulturelles Erbe. Viele der alten Nutztierrassen haben Eigenschaften, die wir gerade in der ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft benötigen. Sie sind zum Teil tausende von Jahren alt und stehen nun aufgrund kurzsichtiger wirtschaftlichen „Effizienzstrategien" vor dem Aussterben. Noch sind sie vorhanden. Wir sollten alles dafür tun, um Sie zu erhalten. Wir werden robuste anpassungsfähige Nutztiere und Nutzpflanzen brauchen, die mit wenig Energieeinsatz unkompliziert wachsen und gedeihen können damit die biologische Vielfalt erhalten bleibt.

Landschaftspflege
Die Herden sind in Streuobstwiesen, Hanglagen und auf Naturschutzflächen in der Beweidung. Besonders wo nur schwer mit Maschinen gearbeitet werden kann, sind die Wald- und Steinschafe mit ihrem guten Verbiss zu begehrten Helfern geworden. Ehemalige artenarme Hochgras-Mulchflächen auf den Streuobstwiesen bekommen wieder Luft am Boden, feine Gräser und Blumen können sich wieder ausbreiten. Schmetterlinge und Bienen finden auf den Weideflächen den ganzen Sommer über Nahrung. Auf den eigenen Wiesen verbleiben genügend Altholzbäume für Vögel und Fledermäuse.

Nachwachsende Rohstoffe und Humusaufbau
Der Erhalt traditioneller, regional angepasster Rassen spart Ressorcen an vielen Ecken. Weidetiere hinterlassen zudem wichtigen Dünger der von Regenwürmern und vielen anderen Lebewesen zu Humus umgebaut wird. Nur so entsteht fruchtbarer Boden. Humushaltige, artenreiche Böden können wesentlich mehr CO2 speichern, als magere und artenarme. Beweidungsprojekte sollten gefördert statt behindert werden. Krainer Steinschafe sind auch in Mittel- und Hochgebirgslagen als Milchschaf nutzbar. Schafwolle ist ein regional nachwachsender Rohstoff, der immer noch viel zu wenig genuzt wird.

ArcheWollprojekt
Seit 2009 wird die Wolle der Tiere zu robusten Wollwaren verarbeitet. Socken, Teppiche, Strickwolle sind in den gewachsenen Farben der jeweiligen Rassen erhältlich. 2014 wurden Versuche mit Naturfarben auf wollweißer Waldschafwolle gemacht, die wunderschöne langlebige Farben erbrachten.

Umweltbildung und Streuobstpädagogik
Rund um die Schafe finden viele Ferienkurse, Schulprojekte, Tagesangebote und Familienwanderungen statt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bekommen Direktkontakt zu den Tieren - viele berühren dabei das erste Mal in ihrem Leben die weiche lanolinhaltige Schafwolle oder ein warmes Schafgehörn. Sie erleben, wie begeistert und liebevoll die Hütehündin Ronja ihre Arbeit macht, wie die Mutterschafe ihre Lämmer beschützen und dass man auf den freundlichen Waldschafbock Waldemar sogar reiten kann.

Mit der Schafherde gehen wir von Weide zu Weide wandern wie ein Wanderschäfer. Die Kinder waschen, kardieren und filzen die Wolle der Wald- und Steinschafe und bekommen handfesten Einblick in alte Handwerkstechniken. So sind Grundlagen gelegt für Gespräche und Aktionen zur die Textilherstellung, die Kleider am eigenen Leib, nachwachsende Rohstoffe und naturnahe Verarbeitung der „Wunderfaser Wolle“. Da die Schafe meist draußen auf den Streuobstwiesen sind, bietet sich die Verknüpfung mit den Themen der Streuobstpädagogik an. Seit 2014 werden nun auch Bäume gepflanzt, Fledermaskästen gebaut, Insekten bestimmt und Apfelkuchen gebacken.

Ein Teil der Veranstaltungen findet in Kooperation mit dem Stadtjugendring Reutlingen e.V., dem Kinderschutzbund und dem Jugendmigrationsdienst Reutlingen statt. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Baden-Württemberg-Stiftung können seit 2013 nun verstärkt auch Kinder aus sozial schwachen und finanziell benachteiligten Familien an den Angeboten Teil haben. Im Sommer 2015 gab es die erste Waldschafwoche für Kinder aus Flüchtlingsfamilien.

Ziele aller Angebote sind Begegnungen mit Biodiversität um uns herum aber auch das Erleben, dass wir selbst ein Teil der Artenvielfalt sind und auch sehr vielfältig sein können: im Aussehen, in der Herkunft, der Muttersprache – und trotzdem zusammen gehören und Menschen sind.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Ziel aller Angebote sind Begegnungen mit der Biodiversität um uns herum, aber auch das Erleben, dass wir selbst ein Teil der Artenvielfalt sind und auch sehr vielfältig sein können: im Aussehen, in der Herkunft, der Muttersprache – und trotzdem zusammen gehören und Menschen sind.


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Dokumente

Dekade-Antrag - Beschreibung der Tätigkeiten und Arbeitsbereiche 2005 - 2012

 

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