Konvention über die biologische Vielfalt (CBD)

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) ist ein international rechtsverbindlicher Vertrag. Es wurde auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro am 5. Juni 1992 beschlossen und trat am 29. Dezember 1993 in Kraft. Die Konvention wurde inzwischen von 193 Staaten ratifiziert.

Die Vertragsstaaten haben sich das Ziel gesetzt, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu erhalten und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können.

 

Konkret verfolgt das Übereinkommen drei zentrale Ziele:

  • den Erhalt der biologischen Vielfalt
  • die nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt
  • und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen

 

Alle zwei Jahre treffen sie sich zu einer internationalen Konferenz, um über die Ziele und Maßnahmen zu beraten. Mit dem 2000 beschlossenen Cartagena-Protokoll und dem 2010 verabschiedeten Nagoya-Protokoll existieren zwei völkerrechtlich verbindliche Abkommen, mit denen die Ziele der Konvention umgesetzt werden sollen.

 

Während das Cartagena-Protokoll den grenzüberschreitenden Handel und Umgang mit lebenden, gentechnisch veränderten Organismen regelt, stellt das Nagoya-Protokoll einen rechtlich verbindlichen Rahmen für den Zugang zu genetischen Ressourcen und den gerechten Vorteilsausgleich aus deren Nutzung dar. Die Vertragsstaaten beschlossen zudem einen strategischen Plan 2011–2020 für den weltweiten Schutz der Biodiversität: die so genannten Aichi-Ziele. Darin sind 20 messbare Ziele und Indikatoren definiert, die bis 2020 erreicht werden sollen.

 

Dazu gehören unter anderem

  • dass sich die Menschen des Wertes der biologischen Vielfalt bewusst sind und wissen, was sie für deren Erhalt tun können
  • biodiversitätsschädliche Subventionen abzuschaffen
  • natürliche Ressourcen wie Wasser innerhalb ökologisch verträglicher Grenzen zu nutzen
  • die Verlustrate der natürlichen Lebensräume zu halbieren und nahe Null zu bringen
  • dass jegliche land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Nutzung nachhaltig ist
  • 17 % der Landfläche und 10 % der Meere zu vernetzen und unter Schutz zu stellen
  • mindestens 15 % aller degradierten Ökosysteme wiederherzustellen

 

Außerdem wird gefordert, dass alle Länder eine nationale Biodiversitätsstrategie formulieren, in der sich diese Ziele widerspiegeln. Für Deutschland liegt bereits seit 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt vor.

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld